Rauchen für die Luftverschmutzung

Ich habe ja schon für eine Menge geraucht. Für die Rente. Für diverse Einsätze der Bundeswehr. Damit die Krankenversicherungsbeiträge nicht steigen. Ich habe auf denkbar unattraktive Weise Auschwünge gerettet, Arbeitsplätze gesichert und Regierungen davor bewahrt, die Maastricht-Kriterien zu reissen. Meine Klamotten stinken, ich komme leicht außer Atem, vor allem, wenn Treppen ins Spiel kommen, aber das soll es mir wert sein. Ich bin der endgültige Patriot, und dabei stehe ich eigentlich garnicht so sehr auf mein Vaterland, aber ich habe ihm quasi eine Straße bis zu meinem Herzen geteert.

Dafür hat man mich zum Dank aus Kneipen und Gaststätten verbannt, ganz allmählich. Der Tag liegt garnicht mehr fern, an dem mein selbstloser Einsatz für die Republik illegal genug ist, um komplett aus der Öffentlichkeit verbannt zu werden. Das ist verständlich. Mir dabei zuzusehen, wie ich die Rente rette, das geht ja noch. Mir dabei zuzusehen, wie ich unseren Angriff gegen Serbien finanziere, das ist schon recht anstrengend. Mir dann in Zukunft dabei zuzusehen, wie ich dafür rauche, dass unsere Industrie Energie verschwenden und die Luft verpesten kann, das wäre wohl ein bißchen zuviel des Guten.

Vor allem aber wäre ich eine stetige Erinnerung daran, daß Ihre Traumkoalition Sie schon wieder angelogen hat, dass Ihre große Regierung von Steuersenkern, von Visionären eines einfachen und gerechteren Steuerrechtes ein weiteres Mal ihre Klientel bedient. Sie wollen nicht daran erinnert werden, dass Ihre Regierung ihr zentrales Wahlversprechen bricht,  und natürlich mit der Erhöhung einer Verbrauchssteuer, also faktisch ohne soziale Progression. Vielleicht können Sie sich darüber hinwegtrösten, es geht nämlich um unsere, Zitat: "guten" Arbeitsmarktzahlen - Rauchen für Arbeitsplätze, fast 900.000. Vor allem natürlich im Mittelstand. Das muss sowas ähnliches sein wie mit den Arbeitsplätzen, die wegfallen, wenn Autos weniger Dreck in die Luft blasen: Scheinbar werden viele Produkte in Deutschland und der Welt nur gekauft, wenn ausreichend Energie bei ihrer Herstellung verschwendet wird.  Fragen Sie mich nicht, ich rauche nur dafür. Ich bin nur ein Tabakjunkie, der seinen Job macht.
... wobei: Es ist wohl mit einer Erhöhung der Tabaksteuer nicht getan. Das Zauberwort "unter anderem" kommt in den diffusen Erklärungen einmal zu oft vor. Könnte sein, dass Sie außerdem noch ein bißchen Auto fahren müssen, damit die Arbeitsplätze dann auch wirklich gerettet werden, zum Beispiel mit einer PKW-Maut.  Ich sollte vielleicht eine Packung drauflegen pro Tag, allerdings weiß ich nicht, ob ich das lange durchhalte. Es wird Zeit. so eine Art "Anonyme Nichtnichtraucher" gründen, für Leute, einfach nicht weiterrauchen wollen und dann alle 30 Tage, die sie weitergequalmt haben, einen Chip erhalten: Es geht schließlich ums Vaterland. Wenn Sie weiterrauchen wollen, aber einfach nicht mehr können, kontaktieren Sie mich. Ich sichere eine 24-stündige Betreuung zu.

Ich sehe da außerdem einige Möglichkeiten für Migranten, sich zu integrieren.

 


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