Quelle Stiftung Warentest

Wenn die Haare trocken, glanzlos und struppig sind, kommen Shampoos für strapaziertes Haar zum Einsatz. Sie sollen das Haar nicht nur reinigen, sondern sanft und intensiv pflegen. Die Stiftung Warentest hat 18 dieser Spezialshampoos getestet. Die Mehrzahl löst das haarige Problem „gut“, darunter auch sehr preiswerte.

Entscheidend ist die Pflege

Alle getesteten Shampoos geben den Haaren die notwendigen Pflegestoffe, ohne sie damit zu sehr zu beschweren. Die Produkte Dove, L´Oréal Professionnel, Cien von Lidl und Wella Professionals sind noch einen Tick besser als die restlichen Shampoos im Testfeld. Die Produkte von dm/Balea und Logona waren nur „ausreichend“. Sie hinterließen den schwächsten Eindruck.

Gute schon für wenig Geld

Erfreulich: Ein gutes Shampoo muss nicht teuer sein. So ist Cien Provitamin von Lidl schon für 23 Cent pro 100 Milliliter zu haben, genauso das fast ebenso gute AS Haircare Repair von Schlecker. Die vor allem beim Friseur erhältlichen „Profishampoos“ Wella Professionals lifetex oder L´Oréal Professionnel expert série kosten schnell das Zehnfache und mehr: bis zu 4,72 Euro, das in Apotheken verkaufte Vichy Dercos gar 4,88 Euro pro 100 Milliliter. Die Qualitätsunterschiede nehmen sich dagegen winzig aus.

50 Frauen ließen sich den Kopf waschen

Für den Test ließen sich pro Shampoo 50 Prüfpersonen den Kopf waschen – im sogenannten Halbseitentest. Dabei scheiteln die prüfenden Friseure das Haar in der Mitte und tragen ein Shampoo links auf, das andere rechts. Die Kombinationen wechseln für jeden Probanden immer wieder. So haben die Friseure während der gesamten Haarbehandlung optimale Vergleichsmöglichkeiten. Die Tester hielten alle Eigenschaften der Shampoos in detaillierten Fragebogen fest. Im Anschluss erfolgte die statistische Auswertung. Zusätzliche Laborprüfungen lieferten weitere Daten.

Mit Logona nur schwer zu kämmen

Das Shampoo Balea der Drogeriekette dm und das Naturkosmetik-Shampoo Logona pflegen die Haare am wenigsten. Vom Entwirren der Haare bis zur statischen Aufladung, dem „Fliegen“, kamen sie in den einzelnen Prüfpunkten über die Note „befriedigend“ kaum hinaus. Beim Kämmen erwiesen sich die mit Balea gewaschenen Haare als so widerspenstig, dass es für das dm-Shampoo nur zu „ausreichend“ langte. Nur Logona war hier sogar noch schlechter: „mangelhaft“. Damit reichte es sowohl bei den Pflegeeigenschaften als auch beim test-Qualitätsurteil nur für ein „ausreichend“.

Frei von Konservierungsstoffen: Vorsicht vor Keimen

Die Naturkosmetik-Shampoos Logona und Lavera verzichten auf synthethische Konservierungsstoffe. Diese Stoffe sind zwar sehr wirksam, bekommen aber nicht jeder Haut. Der Verzicht darauf macht die Shampoos anfälliger für Keimbefall. Das zeigte sich auch im Test. Frisch geöffnet verzeichneten die Tester bei Logona und Lavera keine bedenkliche Keimzahl. Das änderte sich aber im Konservierungs-Belastungstest. Dabei tragen die Tester bewusst Keime in die Shampoos ein. Bei einem sorgfältig konservierten Produkt sterben die meisten Krankheitserreger innerhalb einer bestimmten Zeit ab. Das schaffte Lavera nur „ausreichend“, Logona nur „befriedigend“. Wer diese Shampoos täglich nutzt, sollte sie also mit mehr Achtsamkeit behandeln als es bei konventionellen, konservierten Shampoos erforderlich wäre. Heißt: Shampoos nicht lange in der Sonne stehen lassen und nach jeder Benutzung die Flasche wieder sorgfältig verschließen.

Was die Haare strapaziert

Dauerwellen, Haare färben, bleichen, heiß föhnen, Sonnenbäder, Salz- oder Chlorwasser – auch der gesündeste Schopf übersteht all das auf Dauer nicht ohne Schaden. Irgendwann revoltieren die Haare gegen die Strapazen. Sie werden trocken, glanzlos und struppig, kurzum strapaziert. Wunder sind von keinem der getesteten Haarwaschmittel zu erwarten, auch wenn sie oft Bezeichnungen wie „Anti-Haarbruch“ oder „Repair-Shampoo“ im Namen tragen. Alle können das Haar nur oberflächlich „reparieren“, nicht tief im Innern – wie manchmal versprochen. Bestenfalls gleichen sie die Strukturunterschiede durch gute Pflegeeigenschaften vorübergehend etwas aus.

Shampoo nur ein Baustein im Pflegeprogramm

Wer stark strapaziertes, splissiges oder gar brüchiges Haar hat, wird allein mit einem Shampoo nicht allzu weit kommen. Ein Haarwaschmittel kann nur der erste Baustein im Pflegeprogramm sein. Schließlich wird es nach kurzer Zeit wieder ausgespült. Wer sein Haar intensiver pflegen möchte, hat mit einer speziellen Haarkur bessere Aussichten auf Erfolg. Die Wirkstoffe sind reichhaltiger dosiert und verbleiben oft auch länger auf dem Haar.


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