Quäl ich du Sau!

Eigentlich bin ich ja eher der besinnliche und langsame Läufer. Stets bemüht seine Runden mit der entsprechenden Gelassenheit und Spaß am Laufen zu absolvieren.
Nur nicht so schnell und nur nicht so steil soll es sein.
Eher so locker flockig!

Zwar kann ich mich für ein bestimmtes Ziel schon richtig schinden, aber im Training versuche ich dies weitgehend zu vermeiden. Und das hat die letzten Jahre auch ganz gut funktioniert. ;-)

Jetzt hat mich aber vor einigen Monaten der Wahnsinn geküsst und ich habe mich dazu hinreißen lassen mich beim Churfranken-Lauf anzumelden. Und da es dort neben den 73 Kilometern auch noch knappe 1.800 Höhenmeter zu bewältigen gibt, habe ich mich dazu entschlossen die Vorbereitung ein bisschen gewissenhafter zu absolvieren und ein wenig zu planen.
Ist schließlich ein Brett was da vor mir liegt!

Also werden neben den gewohnten langen Einheiten, die noch ein bisschen länger werden, ein paar Einheiten für die Kraft am Berg mit zum Trainingsalltag dazugehören. Dazu das obligatorische Krafttraining, Koordinationstraining und Gymnastik. Einfach mal wieder ein paar Wochen ein bisschen disziplinierter Trainieren und die Einheiten bewusster mit den geplanten Tempo laufen.
Wobei die ganz langsamen Einheiten am schwersten sind aber nach meiner Erfahrung am meisten bringen.
Wenn sie denn auch langsam gelaufen werden! ;-)

Am Dienstag stand Intervalltraining am Berg auf dem Programm!
Dienstag!? Das wäre mein Lauf zur Arbeit!
Bergintervalle morgens um 5:00Uhr vor der Arbeit?

Ich mute mir ja schon ab und an einiges zu, aber wenn ich vor der Arbeit ein Intervalltraining am Berg absolviere, brauche ich nicht mehr zu arbeiten!
Also habe ich das Training kurzerhand auf den heutigen Samstag verschoben.

Intervall am Berg! Da ist die erste Voraussetzung für´s Training mal der passende Berg. Berge haben wir in dem Sinne nicht vor der Haustür, aber die Moret hat ein paar giftige Anstiege die für ein Intervalltraining geeignet scheinen.
Also war die Einheit wie folgt geplant:

  • - Einlaufen bis zum “Anstieg”
    • 7 Intervalle bestehend aus:
    • 4:00 min gleichmässiges Tempo den Anstieg hinauf (6:00 – 6:15 min/km)
    • danach die Strecke wieder locker nach unten
  • - Auslaufen nach Hause

Hörte sich ganz gut an und ich schätze mal so 15 Kilometer und in ca. 1:45h würde ich zum Frühstück zu Hause sein! Entsprechend locker und flockig machte ich mich auf den Weg zum ersten Hügelintervall!

Meine Salomon Speedcross3 an den Füßen und den programmierten Garmin 310XT am Handgelenk ging´s am in den Wald. Tolles Wetter mit Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Herrlich so ein Samstagmorgenlauf.
Nach exakt 6,29 Kilometern stand ich vor dem Anstieg. Keine Ahnung ob die gewählte Strecke für einen Lauf von 4:00min ausreichen würde. Steil genug war´s mir auf jeden Fall.
Jacke ausgezogen, in der Sonne war´s mir jetzt ein bisschen zu warm und die nächsten Kilometer würden mich bestimmt nicht frieren lassen, und am “Startpunkt platziert.

Auf ging´s zum ersten Anstieg.
Ich wusste gar nicht wie lang 4 Minuten sein können. Die letzten Meter waren brutal. Zumal der “wohl gewählte Anstieg” nach oben hin immer ein klein wenig steiler wird. Voll in der Sonne und glücklicherweise heute mit Gegenwind. Wenn schon, denn schon.
Der Schweiß lief in Strömen und mein Puls jagte nach oben. Japsend erfreute ich mich dem Piepsen meines Garmins, welches mir die letzten 5 Sekunden meiner Qual ankündigten.
Wow! Die Strecke passt zeitlich mit den 4 Minuten genau.
Und für mich reichte es auch. Holla die Waldfee. Das tut weh!
Entsprechend langsam und genussvoll lies ich mich wieder bergab traben. Leider war der “Abstieg” viel zu schnell vorbei!

Einmal kehrt auf dem Absatz und auf zur zweiten Einheit!
Ich war nach zwei Minuten schon fix und alle und überlegte mir ob ich das heute überhaupt geregelt kriege. Ich war beim zweiten Teil schon fix und fertig.
Und 5 sollten noch kommen.

Beim dritten Anstieg war ich mir sicher das ich spätestens beim 5 Anstieg sterben würde. Wenn ich Glück habe setzt man mir ein Denkmal am Hang!
Ich sehnte mich nach wenigen Metern schon nach der großen Eiche oben auf dem Plateau.
Überraschenderweise erholte sich mein Körper bei den Bergabläufen relativ flott.

Aber genauso schnell ging´s auch auf den ersten Metern des vierten Anstiegs wieder an´s Eingemachte.
Ich Keuchte und meine Bronchien rasselten beim Weg nach oben. Ich konnte die angepeilte Geschwindigkeit nur noch knapp halten und mein Körper wollte wesentlich mehr Sauerstoff als ich in ihn heineinsaugen konnte. Ich überlegte schon wie ich einen “abgebrochenen” Intervall überhaupt dokumentieren sollte?!?

Da mir nichts einfiel musste ich wohl oder übel weitermachen!
An den vorletzten Anstieg kann ich mich nicht mehr erinnern. Wahrscheinlich war ich auf Grund von Sauerstoffmangel schon hirntot. Jedenfalls habe ich es irgendwie hin gekriegt. Keine Ahnung wie ich das gemacht habe.

Und dann war es nur noch einer. Einmal diesen verfluchten Anstieg hoch.
Wäre doch gelacht, oder?
Also ging´s noch mal richtig zur Sache. Und mit einem Schnitt von 6:05min/km war´s sogar der schnellste Anstieg. Wahrscheinlich wollte mein Körper die Sache einfach nur hinter sich bringen. Egal wie, Hauptsache schnell!
Der Einlauf oben am Plateau glich einem Zieleinlauf. Mit der letzten Kraft gab es ein lautes “JA!!” bevor ich mit den Händen auf den Knien gestützt versuchte nach Luft zu schnappen.
Ich hatte es tatsächlich geschafft!

Hügelintervall

Hügelintervall

“Nur” noch nach Hause auslaufen und eine neuer Trainingsbereich war absolviert. Zufrieden aber auch ziemlich geschafft kam ich ein wenig später als geplant zum Frühstück nach Hause.
Die kurze Einheit von 15 Kilometern entwickelte sich zu einer etwas längeren Qual mit letztendlich 21,90 Kilometern!

Jetzt bin ich mal gespannt, was Morgen noch an Kraft für meinen 30er übrig ist?


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