Postplagiatismus

Seit der Privatisierung der Post, also der Enteignung des Bürgers zum Wohle des Wettbewerbs im Jahr 1995 ist die Zahl der Postämter (privatpostalisch: Filialen) drastisch reduziert worden. Wo es sie noch gibt, sind die Räume bepflastert mit Postbank-Avancen und vollgestellt mit Krimskrams. Die Briefkästen sind weniger geworden, dafür stehen oft gleich zwei nebeneinander, was die Entleerung, die seltener stattfindet, leichter macht.

Ein toller Text bis hierher, finden Sie nicht? Süffisant, sarkastisch, lakonisch oder wie auch immer man diese kleinen Frechheiten nennen will. Wissen Sie was, ich setze einfach meinen Namen darunter (Dr. plag. Latrinum) und behalte ihn für mich. Merkt keine Sau, weil das obige nicht im Internet (noch) zu finden ist, sondern lediglich in der aktuellen Printausgabe der ZEIT. Und wer liest die schon? Und danach dieses Blog? Keine Sau. So geht das mit dem Plagiieren. Ganz simpel. Ich fühle mich sogar in gewissem Sinne ehrenwert, weil ich nicht etwa mit und , sondern mit vielen Tasten gearbeitet habe, die alle nacheinander gedrückt werden mussten. Textgetreu und inklusive Kommafehler.

Ach ja, der Beitrag ist noch etwas länger, natürlich. Es geht um Briefmarken und deren künstlerischen Wert, 716 Wörter lang (Letzteres sagt mein Kindle, der die ZEIT zum halben Preis der Printausgabe abonniert hat).


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