Positive Gefühle in der Partnerschaft

Ich liebe es, manchmal in der “Psychologie heute” zu stöbern. In einer der letzten Ausgaben fiel mir ein Artikel zum Thema Flourishing auf, einem Begriff, der beschreibt, wie Menschen aufblühen und gedeihen. Auch in der Partnerschaft. Im Mittelpunkt dieser Theorie steht die Frage, was ein erfülltes Leben und was eine erfüllte Partnerschaft ausmacht. Dazu stellten sich die Theoretiker die Frage, wie viele positive Emotionen eine Partnerschaft braucht, damit sie aufblüht und auch die Frage, welches Maß an negativen Emotionen diesen idealen Zustand verhindert.

Für eine Partnerschaft liegt der Quotient bei 4:1 als unterste Grenze, das bedeutet, daß die positiven Gefühle ein vierfaches der negativen sein müssen, damit die Prognose über dioe Qualität und Dauer der Beziehung gut ist. Dieses Mischungsverhältnis ist natürlich nicht in Stein gemeiselt, sondern das Paar hat alle Möglichkeiten in der Hand, daran zu arbeiten. Das nennt sich dann Beziehungsarbeit.

Aber – es gibt auch eine Obergrenze! Der Effekt des Erblühens erlischt bei einem Verhältnis von 11:1. Wenn also die negativen Emotionen nur noch in homöopathischen Potenzen auftreten, kippt das Glück schnell um. Zuviel des Guten. Oder eine zu dicke rosarote Brille, die die Realtität nicht mehr findet. Weil – eine Beziehung ohne Differenzen, ohne Kritik, ohne Enttäuschung ist nicht vorstellbar. Das wäre dann wirklich überirdisch…