Platzek vs. Bax

Bei Wissenrockt hat sich Arik Platzek an einem (auch von mir bereits zitierten)  Artikel der TAZ abgearbeitet, den Daniel Bax schrieb.

Allerdings begreife ich nicht so recht, was Arik mit seiner Replik erreichen will. Er wirft Bax vor, dass dieser davon spricht, dass sich zu wenige “Intellektuellen von Format” für eine Trennung von Staat und Kirche einsetzen würden. Hier geht Arik Platzek so weit, dass er schreibt:

…im Kuratorium und Beirat der Giordano Bruno Stiftung wie auch in den anderen säkularen Organisationen in Deutschland finden sich zahlreiche Denkerinnen und Denker von Format, die für eine stärkere Trennung von Staat und Religionen eintreten. (Wissenrockt)

Ich bin selbst recht aktiv innerhalb der Giordano Bruno Stiftung (GBS). Aber ich weiß trotzdem, dass wir uns nicht wichtiger nehmen dürfen als wir sind. Ja, es ist richtig, dass gerade auch im Beirat der Stiftung viele kluge Köpfe sind. Es ist ebenfalls richtig, dass die Trennung von Staat und Kirche Konsens innerhalb der GBS ist. Was aber einfach an der Realität vorbeigeht ist der Gedanke, dass wir schon die mediale Macht haben, so wahrgenommen zu werden, wie es auch mir notwendig erscheinen würde. Ich verstehe die Intention von Arik; aber sein Glaube daran, dass “unsere Intellektuellen” unbedingt wahrzunehmen sein sollte, geht leider an der Realität der deutschen Medienlandschaft vorbei.

An dieser Stelle dann persönlich werdend und Daniel Bax eine beschränkten Horizont zu bescheinigen ist – Entschuldigung – nicht nur ungehörig, sondern dumm. Nicht nur, weil ich Herrn Bax bereits einmal kennenlernen durfte, verteidige ich ihn. Sondern vor allem deshalb, weil sein Thema als Journalist genau in “unsere Kerbe” hat.

Aus irgendeinem Grunde unterschlägt Arik den Satz, der vor dem kritisierten steht:

Die vielen Missbrauchsskandale haben das öffentliche Vertrauen in die katholische Kirche in diesem Jahr bis auf ihre Grundfesten erschüttert. Das böte eigentlich ein gutes Argument dafür, die Rolle des Christentums in diesem Land mal prinzipiell zu überdenken. Und statt Muslimen und anderen Religionen in Zukunft die gleichen Privilegien wie den christlichen Kirchen zu gewähren, wie es die Bundesregierung, aber auch SPD und Grüne anstreben, könnte man diese Privilegien auch ganz abschaffen. (TAZ)

Ich halte diese Aussage für eine deutlich religionskritische und eine, in der deutlich ausgesprochen wird, dass auch Daniel Bax für eine strikte Trennung von Staat und Kirche eintritt.

Ich sehe, dass Bax am Ende des Artikels leider kund gibt, was auch mir missbehagt: nämlich “islamfeindliche Ressentiment anzusprechen [zu können], ohne der Diskriminierung von Muslimen das Wort zu reden.” Er nennt das selbst die Quadratur des Kreises – ich halte das für einen eher gefährlichen Gedankengang. Aber vielleicht verstehe ich ihn darin nicht richtig.

Für Daniel Bax scheint die gesellschaftliche Debatte um eine Überprüfung des Verhältnisses von Staat und Kirchen und den organisierten Religionen schon gelaufen. (wissenrockt)

Nein, das ist sie nicht. Nur macht Bax Vorschläge – über die man sicher diskutieren kann und muss. Ich denke, dass wir endlich lernen müssen zu unterscheiden zwischen Muslimen und dem politischen Islam. Ich denke ferner, dass Daniel Bax genau das versucht hat. Unglücklich ist nur, dass er vorschlägt, diese (definitiv vorhandene) Muslimenfeindlichkeit hinter der Fassade von politischen Überlegungen zu verstecken. Das löst keines der Probleme.

Nic


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