Paul Watzlawick – Anleitung zum Unglücklichsein

Paul Watzlawick – Anleitung zum Unglücklichsein

Dieses Buch ist uralt… wenn man das so sagen darf. Denn seine erste Auflage datiert auf 1983 — und es ist noch immer lesenswert.

Ich hoffe nur, dass das Büchlein von niemanden gelesen wurde, der keine Antenne für Ironie hat; denn wer Watzlawick für bare Münze nimmt, wird sich wohl tatsächlich in sein selbstgemachtes Unglücklichsein stürzen.
Der Autor spricht über all die Fallen und Mühen, denen wir Menschen tagtäglich ausgesetzt sind, weil wir etwas Flüchtiges suchen (oder ihm entgehen wollen), das “Glück” genannt wird. Er plädiert dafür, zu erkennen, dass der Weg das Ziel sei; dass “Ankommen” meist enttäuschend sei. “Im Leben gibt es zwei Tragödien. Die eine ist die Nichterfüllung eines Herzenswunsches. Die andere ist seine Erfüllung” (Oscar Wilde)

Das Buch ist ein Plädoyer der Menschlichkeit. Gestern sagte ein Freund, dass dieses Buch ihn auf den Weg zum Humanismus brachte.
Soweit würde ich sicherlich nicht gehen; aber dass das Buch dazu beitragen kann, sich selbst mit seinen Schwächen (aber auch Stärken) zu sehen und anzunehmen, dem stimme ich zu. Und wenn man dazu noch in der Lage ist, das auch bei anderen Menschen zu sehen und zu akzeptieren, dass sie sind, wie sie sind; dann wird das Buch allerdings tatsächlich zu einem Hohelied auf den Humanismus. Wenn man denn Toleranz und Akzeptanz als Teil des Humanismus begreift.

Der interessanteste Teil des Büchleins befasst sich mit der menschlichen Kommunikation und seinen Tücken. Watzlawick unterscheidet zwischen der Objektebene und der Beziehungsebene. Und zeigt daran auf, welche Wege es gibt, sich in Gesprächen und in Beziehungen zu anderen Menschen vollständig misszuverstehen. Und gibt Tipps, was man tun muss, um seinem Gegenüber zu verärgern.

Noch sicherer, als die Erklärung eines Witzes dessen Humor abtötet, führt das Palavern über die scheinbar selbstverständlichsten Formen menschlicher Beziehungen fast garantiert in immer größere Probleme. Als beste Zeit für derartige “Aussprachen” empfiehlt sich der späte Abend. Um drei Uhr morgens ist dann auch das zunächst einfachste Thema bis zur Unkenntlichkeit zerredet, und beide Partner sind am Ende ihrer Geduld. Schlafen können sie dann aber nicht.

Woher kennt der Mann mich?

Nehmen Sie nicht einfach dankbar hin, was Ihnen das Leben durch Ihren (offensichtlich selbst liebenswerten) Partner bietet. Grübeln Sie. Fragen Sie sich, aber nicht ihn, warum.

Eine Anleitung zum Unglücklichsein… wenn man Paul Watzlawick wörtlich nimmt, ganz sicher. Wenn man jedoch begreift, was er sagen will, kann das ein sehr heilsames Buch sein. Das den einen oder anderen Gang zum Psychologen ersparen kann.

Nic


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