Paradigma Plagwitz

Paradigma Plagwitz (Foto: Peter Thieme, Plagwitz, Limburger Straße, 1991)Das Industrieviertel Plagwitz in Leipzig war Standort für Anlagen­bau und Textil­herstellung. Nach 1990 war ein Groß­teil der Betriebe nicht mehr konkurrenz­fähig, wurde ver­kauft, umstruktu­riert und geschlossen. In dieser Zeit ent­standen Foto­grafien von Harald Kirschner, Bertram Kober, Thilo Kühne, Hans-Christian Schink, Helfried Strauß, Peter Thieme und Ulrich Wüst. Zu sehen ab 4. April im Leipziger Tapeten­werk.

Ausstellungsbeschreibung

Was war das Besondere an Plagwitz, dem Industrieviertel im Westen der sächsischen Stadt Leipzig? „Schwarze“ Industrien, in denen die Zeit stehengeblieben schien, existierten überall in der ehemaligen DDR.
Plagwitz war ein „Museum der Arbeit“, ein Ort, der sich aus einer vergangenen Zeit herübergerettet hatte, der nicht in den Modernisierungswellen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs veschwunden war. Als Standort für Maschinen- und Anlagenbau und Textilherstellung hatte Plagwitz überlebt. Produktionsstätten und Wohnhäuser standen dicht aneinander, nicht abgegrenzt und ineinander verwoben. Die schrundig gewordenen Fabrikgebäude stammten aus der Gründerzeit und den Jahrzehnten danach. Die Metropole im Osten ahnte man hinter dem Rauch aus den vielen Essen. Der Zug der Zeit war an Plagwitz vorbeigefahren. Das machte Plagwitz einzigartig. Hier waren Vergangenheit und Gegenwart gleichzeitig zu besichtigen.
Wer sprach da von Zukunft?

1989 war der sozialistische Gesellschaftentwurf am Ende. 1990 kam die Zäsur. Nach der Einführung der Deutschen Mark im späteren Beitrittsgebiet war der Grossteil der Betriebe nicht mehr konkurrenzfähig und wurde verkauft, umstrukturiert und geschlossen. Tausende Arbeitsbiografien wurden unterbrochen oder beendet. Plagwitz war zur Kulisse eines Industriestandorts geworden. In dieser Zeit entstanden die in der Ausstellung vorgestellten Werke und Werkgruppen. Die Fotografen verband der Gedanke, unvoreingenommen und vorurteilslos sachlich die Wandlungen, die hier stattfanden, zu verstehen und in ihren Arbeiten zu reflektieren. Gegen die Zeit fotografierten sie die Spuren einer Vergangenheit, die bald von der Zukunft gefressen werden würden: Augenblicke der Geschichte eines Jahrhunderts. Nichts würde bleiben, wie es ist.

Die Fotografen und ihre Arbeiten:

Harald Kirschner. Schmiede / Asphalt
(*1944), Studium der Fotografie an der HGB Leipzig, Hochschullehrer an der HGB, seit 1981freiberuflich. Lebt und arbeitet in Leipzig. Arbeitsschwerpunkt: sozialdokumentarische Fotografie und Reportage. www.bonnie.berta.me

Bertram Kober. Famos abgewickelt
(*1961), Studium der Fotografie an der HGB Leipzig. Seit 1990 freiberuflich. Mitbegründe der Fotografenagentur PUNCTUM Leipzig. Fotograf und Dozent. Lebt und arbeitet in Leipzig und Berlin. www.bertramkober.de

Thilo Kühne. Die Giessereiarbeiter
(*1968), Studium der Fotografie an der HGB Leipzig. Freiberuflicher Fotograf in Leipzig. www.fotoplusdesign.de

Hans-Christian Schink. Industriearchitektur in Plagwitz
(*1961), Studium der Fotografie an der HGB Leipzig, Meisterschüler. Lebt und arbeitet als freiberuflicher Fotograf in Berlin. www.hc-schink.de

Helfried Strauß. Panorama Plagwitz
(*1942), Studium der Fotografie an der HGB Leipzig. Hochschullehrer an der HGB. Von 1993 bis 2008 Professur für Fotografie an der HGB. Lebt und arbeitet in Sachsenheim. www.helfriedstrauss.com

Peter Thieme. Plagwitz
(*1951), Studium der Fotografie an der HGB Leipzig, Seit 1990 freiberufliche. Fotograf und Dozent. Lebt und arbeitet in Berlin. www.peterthieme.com

Ulrich Wüst. Plagwitz, Oktober 1989
(* 1949), Studium an der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar. Arbeit als Stadtplaner und Bildredakteur. Seit 1984 freischaffend als Fotograf in Berlin. www.ulrichwuest.de

Quelle: Tapetenwerk Leipzig

Wann und wo

Tapetenwerk
Lützner Straße 91
04177 Leipzig

4. bis 27. April 2014

Vernissage am 4. April um 19:00 Uhr
Schirmherrin: Sabine von Schorlemer, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst
Grußwort: Thomas Früh, Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
Eröffnungsrede: T.O. Immisch, Kunsthistoriker


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