On-Off-On-Off und fast 25.

Bei on-off-Beziehungen weiß ich nie so richtig, was ich sagen soll. Besonders, weil ich selbst nicht davon betroffen bin.
Aber eigentlich denke, wenn ich von diesen “5 mal Schluss gemacht und doch wieder zusammen”-Stories höre, dass man doch irgendwann merken muss, dass man es einfach besser sein lassen sollte.

Wenn es so viele Zweifel gibt, dann stimmt da doch irgendwas nicht. Dann macht es einen doch nicht ernsthaft glücklich. “Jaja, die Liebe”, sagen manche. Völliger Quatsch in meinen Augen, warum muss es für alle Regeln gerade für die Liebe immer irgendwelche “Aber”- und “Ausnahmeregeln” geben?

Und so wache ich letzte Woche auf, Kurse wählen steht ‘plötzlich’ an. Für das zweite Quarter in Kalifornien.

Ich scrolle durch die Listen. Da ich mir sowieso nichts mehr in Siegen anrechnen lassen kann, könnte ich auch “Sushi für Anfänger” wählen, das wird aber leider nicht angeboten.

Was allerdings angeboten wird ist Web-Design.

Internet finde ich ja eh immer ganz gut und dann noch was mit Farben und so, eigentlich ganz cool und vielleicht auch mal interessanter als immer nur Medientheoriequatschgedöns.

Medientheoriequatschgedöns.

Was soll das eigentlich alles, diese Sache mit “Was mit Medien machen”? Und was mache ich eigentlich in dem Kino? Ich studiere “Medienwissenschaft”. Was mit Medien ist ja gut, das wollen ja gerade eh alle (und irgendwie machen es anscheinend auch alle), aber “Wissenschaft”? Ich studiere ernsthaft eine Wissenschaft? ICH?

Und dann begann sie, die Krise, die immer mal wieder kommt und sich nicht nur mit der Studienfachwahl, sondern irgendwie auch mit mir an sich beschäftigt.

Wohin? Warum? Weswegen? Und was mache ich hier eigentlich?

Ich sollte mein Studium abbrechen. Nicht das hier in den USA, das ist ja gut, das in Siegen meine ich. Warum? Weil ich da keinen Bock drauf hab, denke ich weiter, und schmeiße in Gedanken mit Legosteinen um mich. Wie ein kleines, bockiges Kind.

Aber was mache ich, wenn ich mal groß bin?

“Du bist größer als Du denkst.”, wurde mir das letzte Mal gesagt, als ich einen von diesen Sätzen daherbrabbelte.

Fast Fünfundzwanzig. Das ist ein Viertel Jahrhundert. Das ist die Blüte meines Lebens. Sagen jedenfalls immer alle.

Andere in meinem Alter haben schon geheiratet und haben Kinder, haben einen Uni-Abschluss oder ihre erste Millionen auf dem Konto. Oder wissen wenigstens, was sie machen wollen, wenn mit ihrem Praktikum in New York fertig sind, noch kurz promoviert haben um dann vor allem eins zu sein:  erfolgreich und glücklich.

Ist es eigentlich vernünftig diese Studium nicht abzubrechen oder einfach nur feige?

Nicht an Deinen Zweifel verzweifeln – Wie schön, dass ich tatsächlich noch versuche mich aufzubauen.

Langsam aber sicher drehe ich durch. Statt mit Legosteinen zu werfen, stelle ich erst einmal dieses komische Blog offline. Nicht wesentlich erwachsener, aber darum geht es ja jetzt auch nicht. Für gewöhnlich stelle ich dann gleichzeitig meinen Twitter-Account auf privat um, aber das habe ich auch ohne Grund mal sein gelassen.

Der Web-Design Kurs liegt zeitlich parallel zu einem “Culture, Media & Communcation”-Kurs.

Was tun?

Fünf Tage später schreibe ich mich für Culture, Media & Communication-Kurs ein, ich stelle das Blog online und beschließe, in Siegen nicht das Handtuch zu werfen.

On-Off-On-Off. Aber irgendwas hält mich doch.

Vielleicht gibt es diese Ausnahmeregeln nicht nur für die Liebe – wobei ich davon nichts verstehe. Vielleicht gibt es diese Ausnahmeregeln fürs Leben. Davon verstehe ich auch nicht viel. Muss ich aber auch nicht.

Ich bin erst fast 25. Damit bin ich kein Kind mehr, das ist schon klar. Nein, mit fast 25 bin ich aber groß genug, um zu wissen, dass ich noch nicht alles wissen muss.

Und wenn ich ehrlich, kenne ich gar nicht so viele, die schon verheiratet sind, Kinder haben, in New York ein Praktikum machen und promovieren. Jedenfalls nicht mit fast 25.

Nein, die meisten hängen gerade in irgendwelchen Beziehung, ändern im Wechsel ihren Beziehungsstatus auf Facebook von “It’s complicated” zu “Single” zu “In a relationship”.

Also alles ganz normal. Mit fast 25.

 



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