Norwegen - Die Begegnung mit dem Tod und was wir daraus lernen können!

Norwegen - Die Begegnung mit dem Tod und was wir daraus lernen können!
Ihr Lieben,

in diesen Tagen der furchtbaren Geschehnisse in Norwegen habe ich wieder viel an den Engel meiner Jugend denken müssen, an Hans-Christoph und aus diesem besonderen Anlass  an seinen Tod.
Dazu hier ein kleiner Ausschnitt aus meinem Buch DAS ESELSKIND:

"Seit der Reise ging es Hans-Christoph gesundheitlich erheblich schlechter. Es kam immer öfter vor, dass er, wenn er  einen schweren Asthmaanfall bekam, sich mit seinen Armen an mich hing, indem er seine Arme um meinen Hals schlang, um damit seine verengten Lungen zu weiten und wieder mehr Luft zu bekommen. Es gab mir jedes Mal einen Stich ins Herz, wenn ich ihn so nach Luft schnappen sah und er um sein junges, noch so unverbrauchtes Lebens rang.
In den Sommerferien des Jahres 1963 war ich mit Hans-Christoph mehrere Wochen in Fischerhude auf dem Bauernhof seiner Großeltern. Nun ergab es sich, dass die Großeltern an einem sonnigen Samstagmorgen einkaufen fuhren. Während sie unterwegs waren, bekam Hans-Christoph einen besonders schweren Asthmaanfall und er hing sich mit seinen dünnen Armen an meinen Hals. Ich blickte ihm direkt ins Gesicht, das sich immer mehr rötete, seine Augen waren angstgeweitet und sein Atem ging nur stoßweise.
Ich wollte unbedingt telefonieren und den Hausarzt herbeirufen, aber Hans-Christoph winkte ab, der Anfall sei nicht so schlimm, er werde schnell vorübergehen. Nur wenige, grausame Augenblicke später kehrten seine Großeltern zurück und als sich der Großvater über Hans-Christoph beugte und ihn berührte, bemerkte er, dass er tot war.
Die folgenden Sekunden, Minuten und Stunden erlebte ich wie in Trance.
Es war meine erste Begegnung mit dem Tode.“
Von dem damaligen Erleben her habe ich eine ganz kleine Ahnung von dem, was in den Menschen, in den Angehörigen in Norwegen vorgehen muss.
Damals hat mich das folgende Lied von Dietrich Bonhoeffer sehr getröstet:
„Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.
Noch will das alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last.

Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen das Heil, für das du uns geschaffen hast.
Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,

dann wollen wir des Vergangenen gedenken, und dann gehört dir unser Leben ganz.
Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, die du in unsre Dunkelheit gebracht, führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, so lass uns hören jenen vollen Klang

der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, all deiner Kinder hohen Lobgesang.
Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag.

Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“
Ihr Lieben,

ich möchte die Tage, die mir noch in diesem Leben bleiben, dazu nutzen, Liebe in diese Welt hineinzutragen und mein kleines Licht leuchten zu lassen, denn ich weiß, dass die Finsternis nichts mehr fürchtet als das Licht und die Liebe die einzige Kraft ist, die diese Welt nachhaltig verändern kann.
Ich grüße Euch herzlich und wünsche Euch morgen einen hoffnungsvollen Start in die neue Woche
Euer zurzeit trauriger Werner


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