Nichts ist dort, wo man es sucht

Es fing schon an, als Karlsson noch ein Baby war: Ich verliess morgens das Haus, um zur Arbeit zu gehen und wenn ich abends nach Hause kam, erkannte ich unsere Wohnung nicht wieder, weil “Meiner” zum Farbroller gegriffen oder das Wohnzimmer umgestellt hatte. Dies führte eines Tages zu einem ernsthaften Krisengespräch, weil es in meinen Augen wichtiger gewesen wäre, den Wäscheberg ein Stück weit abzutragen, als der Wand im Badezimmer einen bunteren Anstrich zu verpassen. 

Offenbar hat dieses ernste Gespräch überhaupt nichts gefruchtet, denn inzwischen stellt “Meiner” sogar hinter meinem Rücken die Wohnung auf den Kopf, währenddem ich am Küchentisch sitze und nach dem perfekten Satz suche. Weil der perfekte Satz in der Küche nicht zu finden war, ging ich ins Wohnzimmer, um dort weiterzusuchen. Aber dort, wo eben noch das Wohnzimmer gewesen war, war jetzt plötzlich das Esszimmer und dort, wo wir gestern noch zu Abend gegessen hatten, stand jetzt das Sofa. Wie soll man da noch perfekte Sätze finden können, wo schon die Möbelstücke kaum mehr auffindbar sind?

Ach ja, der Wäscheberg ist heute natürlich auch um keinen Zentimeter geschrumpft, aber daran bin ich Schuld, denn für diesen elenden Haufen wäre inzwischen ich zuständig. Überliesse ich die Sache “Meinem”, müsste ich die Wäsche irgendwann wohl auf dem Dach suchen, oder im Kühlschrank, oder sonst irgendwo, wo es “Meinem” in seinen Umräume-Wahn gerade beliebt. Aber eben, der Wäscheberg blieb heute unangetastet, denn dort kann sich der perfekte Satz ja wohl kaum versteckt haben. 

Ich werde morgen weiter danach suchen müssen, denn jetzt muss ich ganz dringend nachsehen, ob das Bett noch dort steht, wo ich es heute Morgen schweren Herzens zurückgelassen habe.

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