Fast wie Ferien

Da stand ich heute Nachmittag am Abwaschtrog, erledigte, was ich dem Geschirrspüler nicht mehr überlassen mag, weil der Kerl eine miserable Arbeitsmoral an den Tag legt und plötzlich donnerte mir mit lautem Krachen die Decke auf den Kopf. “Ich halte das nicht mehr aus in dieser winzig kleinen Welt”, jammerte ich. Immer die gleichen vier Wände, immer die gleiche Arbeit, die kein Ende nimmt, so sehr man sich auch darum bemüht, im Hintergrund stets die Streitereien von Karlsson und Luise, die sich mal wieder nicht ausstehen können. “Und gesellschaftsfähig bin ich auch nicht mehr”, heulte ich “Meinem” die Ohren voll. “Spätestens nach zwei Stunden unter Leuten bin ich so ausgelaugt, dass ich nur noch schlafen möchte.” Trotz aller Vorsätze, es nicht mehr so weit kommen zu lassen, nahm ich mal wieder ein Vollbad im Selbstmitleid.

Mitten in meine trübe Sonntagsstimmung, mit der ich der ganzen Familie die Laune verdarb, erschien die Nachbarin  mit einer spontanen Einladung zum Kaffee. Sie hätten gerade Gäste zum Griechischen Osterfest, da wäre es doch schön, wenn wir auch kämen. “Aber das kann ich doch nicht”, jammerte ich, nachdem sie gegangen war. “Was ist, wenn ich sie falsch verstanden habe und wir nicht alle zusammen hingehen sollen? Was soll ich anziehen? Immerhin ist das für sie ein hoher Feiertag und kein gewöhnlicher Sonntag wie für uns. Und wir können doch nicht einfach mit leeren Händen aufkreuzen…” Doch Karlsson und Luise, die sich ausnahmsweise mal drei Minuten lang einig waren, liessen mein Gejammer nicht gelten. “Einladung ist Einladung”, meinte sie, “also zieh dir etwas Hübsches an, schnapp dir den Kuchen, den du gebacken hast und dann gehen wir.”

Natürlich wurden wir in Nachbars Garten herzlich willkommen geheissen, wir wurden in der Runde aufgenommen, als hätte man schon von Anfang an mit uns gerechnet und bald war meine miese Stimmung verflogen. Es entspann sich ein lebhafter Austausch über Kulinarisches, Politisches, Kulturelles und Familiäres und obschon wir nur auf der anderen Seite unserer Strasse waren, kam es mir vor, als wären wir mal kurz in die Ferien gefahren.

Ja, meine Welt ist derzeit tatsächlich winzig klein, aber Gott sei Dank leben ganz in der Nähe Menschen aus allen Himmelsrichtungen, die für frische Farbe sorgen, wenn mir in meinen vier Wänden alles zu eintönig wird.

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