neulich: Brückenspucken

Neulich stand ich auf einer Brücke. Und wie jedesmal überkam mich der unbändige Drang hinunter zu spucken; „speuzen“ wie man hier zu Lande sagt.
neulich: BrückenspuckenIch suche mir ein geeignetes Ziel; eine Blume, ein Schachtdeckel, ein Jogger. Dann lutsche ich mir eine ordentliche Portion Geifer zusammen. Und dann lässt man den Choder genüsslich aus dem Mund flutschen. Der Tropf hängt zunächst noch an einem langen schleimigen Faden, ehe er abreisst und in die Tiefe saust. Ich verfolge gebannt den freien Fall. Bis der Geifer fast lautlos aufschlägt und einen feuchten, schnuddrigen Fleck hinterlässt. Aber manchmal verfälscht die Zugluft die Flugbahn meiner Spucke und ich verfehle das Ziel. Dann muss ich die Sache wiederholen. Solange bis ich treffe oder mein Mund trocken ist.
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