Nachwehen

Vor ein paar Wochen haben wir unter grossen Mühen die Telefongesellschaft gewechselt (ich habe ausführlich und langfädig darüber berichtet) und seither haben wir eine neue Nummer. Dummerweise hat diese neue Nummer eine Vergangenheit, die uns nun fast täglich einholt: ”Frau Hamchiti, seit einiger Zeit sind Sie Kundin bei unserem Schlüsselservice und nun möchten wir Ihnen ein sensationelles Zusatzangebot…” “Ich bin nicht Frau Hamchiti und…” “Sie sind nicht Frau Hamchiti? Umso besser, dann darf ich Ihnen vielleicht unser sensationelles Basisangebot vorstellen?” 

Eine halbe Stunde später wieder das Telefon: “Äh hallo, hier Abdullah. Ich kann vielleicht sprechen mit…” “Nein, können Sie nicht, denn Sie sind falsch verbunden.” “Hier nicht Hamchiti? Aber wo ist Hamchiti?” “Ich weiss nicht, wo Hamchiti ist, aber ich weiss, dass hier Venditti ist und darum kann ich Ihnen leider auch nicht weiterhelfen…”

Zwei Stunden später schon wieder ein Anruf: “Guten Tag, Troxler von der Firma Hugentobler. Können Sie mich bitte mit Herrn Hamchiti verbinden?” “Nein, das kann ich leider nicht, denn Herr Hamchiti arbeitet nicht bei uns, aber ich kann Ihnen gerne den FeuerwehrRitterRömerPiraten ans Telefon geben, der kann Ihnen vielleicht auch weiterhelfen.“ 

So geht das vom frühen Morgen bis zum späten Abend. Und dazwischen? Ja, dazwischen kommt natürlich auch mal ein Anruf für mich:

“Guten Tag, Frau Venditti. Schön, dass ich Sie erreiche. Vielleicht erinnern Sie sich noch daran, dass wir Ihnen von siebzehn Jahren einmal ein Probeabo der Unglücks-und Skandal-Postille schenken durften. Nun haben wir unserer Zeitschrift einem Facelifting unterzogen und wir möchten Ihnen die einmalige Gelegenheit bieten, sie wieder…” “Ähm, entschuldigen Sie bitte, dass ich Sie unterbreche, aber ich habe wirklich kein Interesse…” “…zwanzig Ausgaben zum sensationellen Preis von 57 Franken 85. Dieses Angebot sollten Sie sich wirklich nicht entgehen lassen…” “Tut mir Leid, aber ich habe wirklich kein Interesse…” “…haben jetzt die Modeseiten vollkommen überarbeitet und neu gibt es auch eine Kinderseite….” “Hören Sie, ihr Blatt interessiert mich wirklich nicht. Ich bevorzuge anspruchsvollere Lektüre.” “Ach, das bieten wir selbstverständlich auch. In der neuesten Ausgabe reden wir mit Gölä über die aktuelle politische Lage…” Was bleibt mir da noch anderes übrig, als grusslos das Telefon aufzulegen?

Nun ja, vielleicht hätte ich einfach sagen sollen “Tut mir Leid, falsch verbunden. Sie sprechen mit Frau Hamchiti.” 

Nachwehen



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An dieser Inszenierung ist nichts, aber auch schon gar nichts alt