Nachrichten vom 9. Juli 2014

Schweden - Politik
Zahlreiche Spitzenpolitiker wollten in der vergangenen Woche in Almedalen mit der Einflechtung persönlicher Schicksale von Einzelpersonen von der Notwendigkeit ihrer Reformen und Ideen überzeugen und durch Storytelling Wähler für die kommenden Wahlen gewinnen, eine Methode, die nicht immer als politische Botschaft betrachtet wird zumal die erzählten Beispiele oft unvollständig waren und Einzelschicksale betraf, die man kaum verallgemeinern kann. Für die Politiker war es in Almedalen jedoch wichtig eine Bürgernähe und Verständnis zu zeigen, da in den vergangenen Wochen von den Medien sehr häufig gezeigt wurde, dass nahezu alle Politiker in der oberen Einkommensschicht zu finden sind und sich ihre Lebensweise sehr deutlich vom Normalschweden unterscheidet.
Schweden - Politik/Verteidigung
Nach der schwedischen Verteidigung müssen in den letzten Wochen immer häufiger JAS-Maschinen unbekannte Flüge om Ostseeraum identifizieren, da immer mehr russische Maschinen versuchen möglichst unsichtbar Aufklärungsflüge entlang der schwedischen Ostseeküste durchzuführen. Die russischen Maschinen benutzen dabei oft Strecken der Linienmaschinen und schalten alle Geräte ab, die eine Identifikation ermöglichen könnten. Als Ursache könnte die NATO-Freundlichkeit Schwedens gelten, da gerade Schweden bei einer möglichen Auseinandersetzung zwischen Europa und Russland eine wichtige Rolle spielen kann.
Schweden - Medizin
Die Forscher des Karolinska Instituts in Solna haben eine neue Methode entwickelt, die es ermöglicht bösartigen Hautkrebs mit einer 97-prozentigen Sicherheit zu erkennen. Die als Nevisense bezeichnete Methode, die gegenwärtig im Krankenhaus in Karlskoga eingesetzt wird, misst den elektrischen Widerstand von Hautflecken, der sich bei gutartigen Zellen deutlich von bösartigen Zellen unterscheidet. Die Forscher hoffen mit dieser Methode nicht nur gefährlichen Hautkrebs schneller und sicherer erkennen zu können, sondern ermöglicht es auch unnötige Operationen zu verhindern. Gegenwärtig wird in Schweden jedes Jahr bei rund 40.000 Personen Hautkrebs diagnostiziert.
Schweden - Gesundheit
Zwischen 2003 und 2011 ging nach einer Studie des Karolinska Instituts die Dickleibigkeit von Kindern permanent zurück, wobei sich dieser Trend in Stockholm am deutlichsten bemerkbar macht, da man dort nur noch rund 10 Prozent dickleibige Kinder findet, während es sich landesweit noch um 13 Prozent handelt. Die Menge dicker Kinder ist indes sehr stark von der gesellschaftlichen Schicht abhängig, denn je teurer die Wohnungen im zentralen Stockholm werden, umso mehr sinkt die Dickleibigkeit bei Kindern. In Gegenden mit einkommensschwachen Personen steigt dagegen das Phänomen der Dickleibigkeit weiterhin an.
Schweden - Umwelt/Wirtschaft
Nach einer Studie des WWF würde eine gereinigte Ostsee Schweden 70.000 neue Arbeitsplätze und jährlich einen Gewinn von 27 Milliarden Kronen bringen,  und dies allein wenn man den Tourismus, Fischfang und Landwirtschaft entlang der Ostseeküste betrachtet. Die Kosten für die Reinigung der Ostsee und Gesetze, die das Überdüngen am Küstenstreifen verbietet wären daher sehr gewinnbringend angelegt, zumal die weitere Verschmutzung des Binnenmeers hohe Verluste für das Land mit sich bringt.
Schweden - Umwelt
Nach den Voraussagen des schwedischen Wetterdienstes SMHI hat sich über ganz Schweden eine Hitzewelle installiert, was im nördlichsten Teil des Landes in dieser Woche zu Tempereturen von rund 32 Grad führen wird, einer Wärme, die bisher noch nie in Lappland gemessen wurde. Seit Tagen ist es in ganz Schweden ungewöhnlich warm, was sich auch in Stockholm sehr deutlich zeigt, da dort das Thermometer um diese Zeit durchschnittlich bei 22 Grad steht, dieses Jahr jedoch den Durchschnittswert um drei Grad überbietet. Allerdings reichte die bisherige Wärme nicht dafür aus auch die Gewässer zu einer badefreundlichen Temperatur aufzuwärmen.
Schweden - Umwelt/Wirtschaft
Sehr viele Beerenpflücker werden dieses Jahr eine herbe Überraschung erleben, da es in diesem Jahr in ganz Schweden weitaus weniger Heidelbeeren gibt als die letzten zehn Jahre. Vor allem die Ernte im südlichen Teil des Landes wird durchschnittlich um 30 Prozent unter jener der vorhergehenden Jahre liegen. Auch wenn die tatsächliche Ursache für die geringere Menge an Heidelbeeren nicht untersucht wurde, so nimmt man in Südschweden an, dass dies an der frühen Wärme mit einer vorzeitigen Blüte der Sträucher und den folgenden Frostnächten zusammenhängt.
Schweden - Tourismus
Nach den staatlichen Voraussagen soll sich der Tourismus in Schweden innerhalb von zehn Jahren, gerechnet ab 2010, verdoppeln, was eine sehr optimistische Aussage ist, da die Steigerung während der ersten drei Jahre gerade einmal 15 Prozent ausmachte, jedoch zahlreiche Regionen und Städte bereits in stärkstem  Masse Werbung fahren und mit innovativen Ideen ein zusätzliches Publikum anziehen wollen. Die teure Krone ist allerdings eine der bedeutendsten Bremsen beim europäischen Tourismus, da für diese Gruppe Reisen in andere Länder weitaus preisgünstiger sind.
Weitere Information stehen der Presse unter Pressedienste und Presseinformationen zur Verfügung.

Copyright: Herbert Kårlin

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