Nachrichten vom 24. April 2014

Schweden - Politik
Die Sozialdemokraten Schweden versprechen bei einem Wahlgewinn im kommenden September bereits 2015 mindestens 30.000 neue Ausbildungsplätze zu schaffen. 10.000 dieser Plätze sollen ausschließlich arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren zu Gute kommen, ein Versprechen, das 2,5 Milliarden Kronen kosten wird. Der Lehrerverband Schwedens bezeichnet die Aussage allerdings als leeres Wahlversprechen, da gegenwärtig mindestens 1300 Lehrer fehlen um das Projekt realisieren zu können.
Schweden - Arbeitswelt
Nach der Gewerkschaft Jusek, deren Mitglieder sich aus Akademikern Schwedens zusammensetzen, verdienen Juristinnen, Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Soziologinnen im Durchschnitt 13 Prozent weniger als Männer mit den gleichen Kenntnissen und der gleichen Aktivität, was bedeutet, dass Akademikerinnen im Laufe ihres Arbeitslebens nahezu drei Millionen Kronen weniger verdienen als Männer. Als Ursache sieht die Gewerkschaft, dass Frauen 80 Prozent der den Eltern gemeinsam zustehende Freizeit für Kinder beanspruchen und dadurch längere Zeit als Männer beruflich ausfallen, was wiederum die Erfolgschancen mindert.
Schweden - Ausbildung/Gesellschaft
Nach einer Studie der Organisation Rädda Barnen sind 43 Prozent der Schulkinder gezwungen besondere Aktivitäten, zum Beispiel Schulausflüge, zumindest teilweise selbst zu finanzieren, obwohl gesetzlich die gesamte Ausbildung, also auch Ausflüge, kostenlos sein müssen, zumindest theoretisch, denn das Gesetz beinhaltet auch den Satz, das Schulen „kleinere“ Summen von den Kindern fordern dürfen ohne dies genauer zu definieren. Die Folge der Abgaben ist jedoch, dass im vergangenen Jahr acht Prozent der schwedischen Schüler aus Geldmangel nicht an Freizeitaktivitäten der Schule teilnehmen konnten.
Schweden - Gesundheit
Die Zentrale SOS Alarm, die in großen Teilen Schwedens unter der Nummer 112 zu erreichen ist, muss wegen Vertragsbruch des vergangenen Jahres eine Vertragsstrafe von mindestens sieben Millionen Kronen bezahlen, da die Notrufe nicht von Krankenschwestern beantwortet werden, sondern überwiegend von unqualifiziertem Personal, was ein bedeutendes Gesundheitsrisiko für die schwedische Bevölkerung ausmacht. Nach SOS Alarm liegt das Problem an zu wenig ausgebildeten Krankenschwestern, die in der Notrufzentrale arbeiten wollen, eine Aussage, die die betroffenen Regionen allerdings nicht teilen.
Schweden - Gesundheit
Die Reichsrevision weist in einer Studie nach, dass weder die schwedische Regierung noch aber Regionen und Gemeinden ausreichend dafür tun, dass Angehörige  sich um ältere Personen oder behinderte Familienmitglieder kümmern können, da es unzumutbar ist, dass jemand ohne dafür ersetzt zu werden sogar seinen Beruf aufgeben muss um ein Familienmitglied zu pflegen. Viele Angehörige sind durch Pflegeauflagen auch überfordert, dass sie auch selbst unter psychischen Problemen zu leiden beginnen.
Schweden - Archäologie
Gestern wurde der Schrein des legendären Königs Erich des Heiligen geöffnet, der sich normalerweise in der Domkirche in Uppsala befindet. Während sich die Wissenschaft mehr dafür interessiert woran der König starb und inwieweit seine Gebeine von der Osteoporose betroffen war, dürfte sich die Allgemeinheit mehr für die einzige königliche Todeskrone, die je in Schweden gefunden wurde, interessieren, da diese Krone aus dem 12. Jahrhundert nun in Form einer Ausstellung der Allgemeinheit zugänglich sein wird.
Schweden - Sprache
Nach über 140 Jahren hatte sich die Svenska Akademien dazu entschlossen die im offiziellen Wörterbuch aufgenommen Dialektworte auf ihre Aktualität zu überprüfen. Die Folge dieser Arbeit ist, dass in der kommenden Auflage der Ordlista rund 100 Worte, die heute kaum noch benutzt werden, verschwinden werden, dafür aber zehn Worte hinzukommen, die nur in gewissen Teilen Schwedens aktiv verwendet werden. Eines dieser neuen Worte ist pumla, ein Ausdruck, der im nördlichsten Teil des Landes für Christbaumkugel verwendet wird. Die rund 450 Dialektworte der Wortliste schrumpfen nun allerdings auf etwa 360 und werden nun vermutlich über viele Jahre hinweg dem Wörterbuch erhalten bleiben.
Schweden - Gesellschaft
Nach einer Studie der Organisation Rädda Barnen wurde bereits ein Viertel aller Kinder auf Internet gekränkt, zehn Prozent aller Mädchen wurden online von Erwachsenen angesprochen, die über Sex reden wollten und 17 Prozent aller Mädchen hatten bereits Essstörungen. Vor allem die letzte Aussage gibt zu denken, da nach offiziellen Statistiken der Ärzte nur maximal zwei Prozent der schwedischen Mädchen tatsächlich Essstörungen haben, die Zahlen bei Rädda Barnen jedoch von den Kindern selbst kommen. Zu denken gibt aber auch, dass 13 Prozent der Kinder sich beunruhigen, dass das Geld der Eltern für den normalen Haushalt nicht ausreicht.
Weitere Information stehen der Presse unter Pressedienste und Presseinformationen zur Verfügung.

Copyright: Herbert Kårlin