Nachrichten, 18. September 2016

Schweden - Politik
Stefan Löfven, der Ministerpräsident Schwedens, erklärte nun deutlich dass er nach den kommenden Wahlen sein Amt auch dann nicht aufgeben will wenn die bürgerlichen Parteien weitaus mehr Stimmen als der linke Block erhalten werden und zeigt damit deutlich, dass ihm der Begriff Demokratie ebenso fern zu sein scheint wie Diktatur. Löfven, der ebenfalls bereits von den Stimmen der Sverigedemokraterna profitierte, will 2018 nur unter einer Bedingung sein Amt abgeben, nämlich dann, wenn die bürgerlichen Parteien deutlich erklären gemeinsam mit den Sverigedemokraterna regieren zu wollen, also damit über die absolute Mehrheit verfügen.
Schweden - Politik
Nach einer Umfrage von Journalisten des Staatsfernsehens SVT ist etwa jede dritte Gemeinde Schwedens, die im vergangenen Jahr zahlreiche Flüchtlinge aufnahm, unzufrieden mit dem Migrationsamt, das beim Auslaufen von Mietverträgen nahezu über Nacht Familien in andere Orte schickt und damit den Kindern jede Kontinuität bei der Schulbildung nimmt, da die neuen Aufnahmeorte ebenso von den Ankommenden überrascht werden und daher keine Plätze in den Schulen frei haben. Das Migrationsamt sieht diese Maßnahme als notwendig, da mittlerweile weitaus weniger Unterkünfte für Flüchtlinge benötigt werden und diese daher neu umverteilt werden müssen um Kosten zu sparen.
Schweden - Politik/Arbeitswelt
Die schwedische Regierung will ab kommendem Jahr die Arbeitgeber dazu zwingen jeden Monat eine Erklärung beim Finanzamt einzureichen aus der hervorgeht wie viel Lohne jeder einzelne Angestellte erhält und wie viel Steuer er dafür bezahlt, eine Erklärung, die bisher nur einmal im Jahr nötig war. Nach Regierung und Finanzamt verhindert dies betrügerische Erklärungen von Arbeitgebern und führt auch dazu dass die Steuereinnahmen sich um etwa drei Milliarden Kronen pro Jahr erhöhen werden. Arbeitgeberverbände sehen die Maßnahme als Bedrohung gegen Kleinunternehmer, die dadurch zu einem weitaus höheren Arbeitsaufwand gezwungen werden.
Schweden - Arbeitswelt
Während das schwedische Arbeitsamt alle Arbeitssuchenden dazu auffordert ihre Lebensläufe in eine Datenbank einzugeben in der Unternehmer dann gezielt nach gewünschten Angestellten suchen können, zeigt eine Untersuchung des staatlichen Fernsehkanals SVT dass sich die enorme Mehrheit der Arbeitgeber gar nicht erst für diese Datenbank interessiert, da maximal drei Prozent der Unternehmer dort auch Lebensläufe konsultieren. Die Chance auf diese Weise einen Arbeitsplatz zu finden ist daher geradezu minimal. Als Ursache der geringen Nachfrage gilt der schlechte Service des Arbeitsamts, das sich kaum um die Interessen von Arbeitgebern kümmert.
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