Nachlese zum Markencheck

Nachdem die Marken Lidl, McDonalds und H&M überprüft wurden, möchte ich ein kleines Fazit ziehen. Erfreulicherweise kam der Markencheck jeweils um 20.15 Uhr im Ersten. Bis lang kamen solche Sendungen eher kurz vor Mitternacht.

Für Personen die sich bereits mit Ausbeutung, Kinderarbeit auskennen, hatten die Berichte nicht viel neues zu bieten.

Schlecht recherchiert fand ich den McDonalds Markencheck. Das Thema Kinderspielzeug wurde zwar ausführlich behandelt, jedoch nur in Bezug auf die Kinder, wie sie durch die Beigabe des Spielzeugs manipuliert werden. Tatsächlich wollen die Kinder zu McDonalds wegen des Spielzeugs und nicht wegen des guten Geschmacks.

Leider wurde die Produktion des Spielzeugs komplett ignoriert und blieb somit im Dunkeln. Dabei sind die Fakten bekannt. Laut dem Schwarzbuch der Markenfirmen wird das Spielzeug für das Happy Meal in China hergestellt. Dabei werden auch Kinder eingesetzt. Die Arbeitsbedingungen sind miserabel. 14-Stunden-Tage und Arbeitsunfälle sind an der Tagesordnung. Man kann es auf einen Nenner bringen: Von Kindern für Kinder.

Auch die Fleischproduktion der Burger aus Rindfleisch wurde nur am Rande erwähnt. Etwas ausführlicher wurde die Geflügelproduktion behandelt. McDonalds bezieht einen Großteil des Hähnchenfleisches von Wiesenhof. Wiesenhof steht stark in der Kritik und es gibt heimlich gedrehte Beweise, dass Wiesenhof übelst mit dem Gefflügel umgeht. Siehe hierzu meine bisherigen Berichte:

Tierquälerei-Skandal: Schweizer Supermärkte boykottieren Wiesenhof-Hähnchen

Kentucky Fried Chicken (KFC) und Wiesenhof quälen Hühner

Die Qualität ist auch nicht gut. Im Vergleich zu anderen Burgern wie z. B. von Burgerking landete Mc Donalds auf dem letzten Platz. Burgerking war geschmacklich eindeutig besser.

Erstaunlich beim Lidl-Check war, dass die Preise für bestimmte Grundprodukte in Supermärkten und Discountern identisch waren. Kein Preisunterschied! Es stellte sich heraus, dass der Preisunterschied bei einem „normalen“ Warenkorb nur sehr gering war. Es macht also fast keinen Unterschied, ob man zu Aldi, Lidl, Edeka, Rewe & Co. fährt.

Der H&M Check offenbarte dann, dass einzelne Kleidungsstücke bei H&M billiger waren als bei Kik. Das war für mich eine Überraschung. Die Reise führte, wie so soft bei der Textil-Industrie, nach Bangladesch. Auch hierüber hat vor Jahren das  erwähnte Schwarzbuch der Markenfirmen berichtet. Die Näherinnen und Näher arbeiten 14 Stunden am Tag und verdienen 35 € pro Monat. Das ist nicht mal der gesetzliche Mindestlohn und reicht bei weitem nicht zum leben. In den Slums kostet eine kleine Unterkunft 32 € pro Monat. Bleiben also für Essen, Trinken und sonstigen Bedürfnissen des täglichen Lebens noch gerade mal 3 € im Monat, also 10 Cent pro Tag.

Die Jugendlichen im Markencheck waren betroffen,  auch schockiert. Sie sagten das es krass ist, dass die Näherin sagt, dass wir reich wären, dabei sind wir es doch gar nicht. Nach der westlichen Messlatte sind die meisten nicht reich, das stimmt wohl. Aber gemessen am Einkommen in Bangladesch sind selbst unsere Hartz IV Empfänger wohlhabende Bürger.

Im Dezember 2010 kam im ZDFneo eine 5-teilige Dokumentation, die auch die Arbeitsbedingungen z. B. auf den Baumwollplantagen  betrachtet hat. Vielleicht wird diese Dokumentation in naher Zukunft wiederholt, denn in der Mediathek ist diese leider nicht vorhanden. Zu dieser Doku-Reihe hatte ich damals ein Fazit geschrieben.

Bewegende, erschütternde, Dokumentation „Blut, Schweiß und T-Shirts“ geschaut.

Interessant war die anschließende Diskussionsrunde bei Hart, aber fair. Dort war z. B. die Stiftung Warentest eingeladen, die die komplette Produktionskette in der Textilbranche untersucht haben, bzw. wollten.

Die Note 1 hat keiner bekommen, denn ein Problem in der Bekleidungsindustrie sind die Färbereien. In diesem Segment hat man entweder schlechte Arbeitsbedingungen vorgefunden oder schlicht keine Auskunft bekommen. Die Note 2 hat Hessnatur bekommen. Aus dem besagten Grund hat es nicht für die Note 1 gereicht. Hier sieht die Stiftung Warentest noch Verbesserungspotenzial. Die Note 3 steht noch für akzeptable Arbeitsbedingungen und diese Bewertung hat armedangels bekommen. Überraschend war hier C&A, die ebenfalls mit drei abgeschnitten hat. Und das bei einem T-Shirt, dass 4,50 € kostet. Es ist eben aber nur das eine T-Shirt untersucht worden. Erstaunlich auch das Abschneiden von trigema, die ausschließlich in Deutschland produzieren. Für Trigema hat es ebenfalls nur für eine drei gereicht. laut Stiftung Warentest konnte Trigema die Herkunft der Baumwolle nicht beweisen. Laut Herrn Grupp, der an der Diskussion mitgewirkt hat, sind diese Probleme nun abgestellt und es kann nun lückenlos alles belegt werden.

Durchgefallen in diesem Test sind S.Oliver, Zara, Otto, Kik und H&M.

Es gibt Zertifikate, die etwas zur Herstellung und Arbeitsbedingungen aussagen. Das Portal Grünstich beschäftigt sich ausführlich mit diesen Zertifikaten.

Sehr spannend wurde es dann, als Frank Plasberg gefragt hat, um wieviel das Kleidungsstück teurer werden müsste, damit die Näherin in Bangladesch das Doppelte des Lohnes bekommen könnte. Die erschütternde Antwort hierzu lautet:

50 Cent.

Das ist wirklich deprimierend. Die Hosen, T-Shirts etc. müssen nur 50 Cent teurer sein, damit der Lohn verdoppelt wird. Das ist Wahnsinn, wie die Gewinnmaximierung auf Kosten der Armen stattfindet. Ich begreife das einfach nicht.

Mitdiskutiert hat ebenfalls Kirsten Brodde, ihres Zeichen Umweltaktivistin und Buchautorin (Saubere Sachen). Sie hat ebenfalls einen Ratgeber mit verschiedenen Anlaufstellen veröffentlicht.

Liebe Grüße,

Dirk



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