Mutti viernull

Mutti viernull

Ich bin wieder da und will erstmal ein großes Dankesehr in die Leserschaft tröten, dafür dass immer wieder angeklopft wurde an die Berliner Kinderzimmertür und auch Nachfragen kamen, wann ich denn mal wieder was schröbe. 

Dieses Jahr hat es irgendwie in sich. Zeit für mich allein, mal drei oder besser vier Stunden am Stück, und das an mehreren Tagen in der Woche? Hat nicht geklappt. Gar nicht. Hab ich mir dann mal ein Stündchen abzwacken können, hatte ich akuten Kreativitätsblock. Zum Mäusemelken. Das Kind war ab und an eine Woche zuhause mit irgendwelchem Infektsgedöns, das Auto war krank (Bob, die Story Teil 2 kommt auch noch), ich habe so wie Sonja das Gefühl, jeden Tag dem Wäscheyeti zu begegnen. Ich röööödele den ganzen Tag und finde mich abends trotzdem unproduktiv. Sisyphos, ihr wisst schon.

Und dann hatte ich Geburtstag. Huch. Vierzig. Viernull. Das klingt sehr gesetzt, so als wüsste man, wie der Hase läuft und so. Aber ehrlich gesagt: hm, naja. Ich kriege Runzelhände und sollte nicht so lang im Schneidersitz auf dem Fußboden sitzen. Ischias. Anmut war mal.

Für diesen Tag habe ich mir selber was geschenkt: ein kleines Katapult. Der totale Irrsinn und das erholsamste, das ich seit Jaaahren gemacht habe.

An meinem vierzigsten Geburtstag bin ich um vier Uhr früh aufgestanden, hab mich hübsch gemacht, Kaffee runtergezischt, hab mich ins Auto gesetzt und bin nach Schönefeld gefahren. Sechsuhrdreißig war ich in der Luft auf dem Weg nach Rom. Um zehn saß ich mit einem Cappuccino auf irgendeiner Piazza mit Blick auf einen riesigen Marmorfuß und hab der Stadt beim morgendlichen Indiegängekommen zugesehen. Nur ich und Rom. Keine Pläne, nur das, worauf ich spontan Lust habe. In der großen Buchhandlung stöbern und ein schönes Kochbuch kaufen. Lange im Pantheon sitzen und beeindruckt sein. Um  mich rum schwirrten die Touristen, quengelnde Kinder - völlig egal. So viel Ruhe hab ich selten empfunden. Ich war einfach nicht da, nicht erreichbar, nicht zuständig. Großartig.

Lange mittagessen in dem Lokal, in dem wir schon im Sommer tolle Sachen gegessen haben. Habe Ohren und Augen und die Nase weit aufgesperrt und meine neuen Italienischkenntnisse getestet. Nachmittags kam die Frühlingssonne raus, mitten im Februar und ich habe mich einfach auf Ruinenreste unter eine Zypresse im Forum Romanum gesetzt. Eine Stunde nur sitzen und kucken. Der Wahn!

Um halb neun abends ging die Maschine zurück nach Hause. Ich war hundemüde, aber so randvoll mit Leichtigkeit und Entspannung wie seit hundert Jahren nicht. 

Das Schöne ist, dass das Gefühl wieder da ist, wenn ich an den Tag denke, es ist abrufbar und macht mich froh. Eskapismus at its best, sozusagen.

Und dann kam noch die Lust auf was Neues, und auch gleich spontan beim Wäscheaufhängen, die Idee dazu. Ich werkele gerade an einer neuen Webseite, thematisch weit weg von Kind und Eltern. Nach fünf Jahren Mutterdasein hatte ich das dringende Bedürfnis, mich mal wieder auf das zu besinnen, was mich sonst so glücklich macht...mehr wird noch nicht verraten. Es ist noch ein ganzes Stück Arbeit, und zwar von der Sorte, die mich ausfüllt und froh macht. Und das strahlt auch bis ins Kinderzimmer; ich freu mich wieder, in die Tasten zu hauen. Juhuu! Auf einen fantastischen Frühling!


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