Muss die Geschichte des schwedischen Glasreiches neu geschrieben werden? - Teil II

Muss die Geschichte des schwedischen Glasreiches neu geschrieben werden? - Teil IIGestern war nun endlich Zeit aktueller sehenswerter Ausstellung über die Sandby Borg im Kalmar Läns Museum einen Besuch abzustatten. Wer sich in Ruhe die ausgestellten Glasfunde wie die hier zu sehende Halskette aus vorchristlicher Zeit ansieht, dem stellt sich natürlich die Frage, ob die Geschichte des schwedischen Glasreiches neu geschrieben werden muss, worüber wir schon kürzlich an dieser Stelle berichteten.
Muss die Geschichte des schwedischen Glasreiches neu geschrieben werden? - Teil IIDie in der Ausstellung zu sehenden Funde sind sehr fein gearbeitet und zeugen wie auch die parallel dazu ausgestellten Funde aus Metall von einer sehr sehr hohen Handwerkskunst. Derartig fein ziseliertes wird sehr sicher nicht jemand hergestellt haben, der im Hauptberuf Hufschmied und daher eher ein Grobmotoriker war. Für diese feine Arbeit ist feinmotorisches Geschick vorhanden, vor dem der Autor nur seinen Hut ziehen kann.
Interessant nun die Sandby Borg im zeitlichen wie geografischen Rahmen. Ihre eher ungewöhnliche Lage direkt am Strand lässt darauf schließen, dass die Ölanningar, die auf Öland lebenden Menschen schon vor  hunderten von Jahren ihre Sommarstuga zu schätzen wussten. Denn nichts anderes ist die Sandby Borg. Sie wurde nur zeitweilig in der warmen Jahreszeit bewohnt und nach heute bekanntem Massaker vor ca. 1.500 Jahren ganz aufgegeben.
Dies heißt aber nicht zwingend, dass das an der Sandby Borg gefundene Glas genauso alt ist! Die Altersbestimmung von Glas ist schon immer eine sehr heikle Angelegenheit da man nicht so einfach mit der Kohlenstoffmethode weiter kommt. Diese funktioniert im Regelfall nur bei Überresten von Lebewesen diverser Art. So kann heute sehr sicher konstatiert werden, dass die Menschen, die besagtem Massaker in vorchristlicher Zeit zum Opfer fielen sehr sehr sicher vor etwa 1.500 starben.
Das heißt aber noch lange nicht, dass die Glasgegenstände auch erst vor 1.500 Jahren entstanden. Sehr sehr gut ist möglich, dass sie schon in viel früherer Zeit entstanden. Sie könnten theoretisch aus der Bronze- und bzw. oder Eisenzeit stammen. Denn wer wusste, wie man Bronze giesst, der wusste sehr sicher auch wie man Glas gießt. So groß ist der Unterschied nier wirklich nicht.
Um so mehr stellt sich nun die Frage: 

Brachten die Ölanningar die Kunst des Glas machens in das alte ROM oder war es vielleicht doch umgekehrt?


Muss die Geschichte des schwedischen Glasreiches neu geschrieben werden? - Teil IIDer im Museum ausgestellten Zeittafel folgend wurde das Römische Reich zum Ende der Bronzezeit um 735 v.Chr. gegründet. Dies bedeutet, dass die Menschen zu dieser Zeit schon lange wussten, dass man auf Basis von Kupfer unter Zugabe von Zinn Bronze zu diversen Zwecken gießen konnte.
Dies hieß zwangsläufig, dass die Menschen in der Bronzezeit in der Lage waren, einen Gussofen zu betreiben, der mindestens eine Temperatur von 1.085° Celsius längere Zeit halten kann. Genau diese Temperatur ist der Schmelzpunkt von Kupfer. Zinn dagegen schmilzt schon bei 232° Celsius.
Dies ist insofern interessant, weil eben Glas bei etwa gleicher Temperatur wie Kupfer geschmolzen wird. Daraus folgt, dass es natürlich möglich ist, in der gleichen Wanne in der erst Kupfer und Zinn zu Bronze geschmolzen wurde, wenig später Glas aus Sand wie weiteren Zutaten zu schmelzen. Wichtig dabei ist einzig und allein nur der Sand und davon gibt es auf Öland wahrlich jede Menge.
Allein deshalb bleibt es weiter spannend und so kann man sich schon jetzt auf die Ausgrabungssaison 2017 auf Öland freuen. Wer weiß, was es dann Neues geben wird? Noch Anfang Juli diesen Jahres hätte man jeden, der nur ansatzweise die Vermutung geäußert hätte, dass auf Öland schon vor 1.500 Jahren Glas geschmolzen wurde nicht ernst genommen. Was also wenn man vielleicht anhand von Knochenfunden eines Tages doch nachweisen kann, dass auf Öland vielleicht doch schon zur Bronzezeit Glas geschmolzen wurde?

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