Modell für die Zukunft einer humanen Medizin

Arbeitsgemeinschaft Palliativ- und Schmerzmedizin Bodensee
Modell für die Zukunft einer humanen Medizin
c/o Dr. med. Cornelius Neidhart, Facharzt für Innere Medizin, Konstanz (D)
Humanisierung der Medizin
Dr. med. Marianne Koch, bis 2012 Präsidentin der Deutschen Schmerzliga, bemängelt gegenüber Fachpublikum und Öffentlichkeit verbürokratisierte Fehlentwicklungen im Medizinsystem. Dieses sei „in ein falsches Fahrwasser“ geraten. Medizin werde heute nicht mehr ganzheitlich ausgeübt: Körper, Seele und soziales Umfeld gehörten bei kranken Menschen zusammen. Die Nöte von Patientinnen und Patienten könnten in der ärztlichen Versorgung nicht mehr ernst genommen werden. Die Beziehung zwischen Ärztin / Arzt und Patientin / Patient werde zunehmend schlechter. Die Ursache liege in der exorbitanten Bürokratisierung, die kaum noch Raum lasse für eine menschliche Medizin. Ebenso leide auch die Arbeit von helfenden Kräften wie Pflegerinnen und Pfleger darunter. Das Fazit aus dieser Fehlentwicklung: Der Kernbereich medizinischen Handelns müsse eine andere Wertigkeit erhalten. Der richtige Umgang mit Kranken sei eine Kunst, welche Gespräch, Empathie, Zuwendung und menschliche Begegnung auf Augenhöhe umfasse. Aufmerksamkeit beeinflusst Heilung. Dann könne auch die oder der Kranke sich emanzipieren. Dies allem gelte es wirksam zu einem verbürgten Recht zu verhelfen.
Gründung eines Kompetenzkreises am Bodensee
An diesen Vorstoß zur Humanisierung ärztlichen Handelns schließt sich die Arbeitsgemeinschaft Palliativ- und Schmerztherapie mit Sitz in Konstanz an. Sie wird als Zusammenschluss von Fachkräften und Expertinnen wie Experten für Palliativ- und Schmerzmedizin aus der ganzen Region das Ideal einer „menschlichen Medizin“ verfolgen und öffentlich vertreten. „Zur Durchsetzung dieser Idee ist auch die Politik gefragt“, so die Initiatoren Dr. Cornelius Neidhart, Facharzt für Innere Medizin, Schmerztherapeut und Palliativmediziner wie Psychotherapeut, und Dr. med. Andreas Hawle, Neurologe, Psychiater, Psycho- und Schmerztherapeut, die in den politisch aufoktroyierten Zwängen den Auslöser für die zunehmende Entmenschlichung der Medizin sehen. Es sei an der Zeit, kreative und freudvolle Therapieansätze zu integrieren und die medizinische Welt neu auszurichten, lautet das Motto der Initiatoren. Zeitmangel dürfe keine Ursache mehr für eine schlechte Versorgung sein.
In die Arzt-Patient-Beziehung in einem der schwierigsten Arbeitsfelder in den Bereichen von Schmerz- und Palliativmedizin müsse wieder die Würde des Menschen Einzug halten. Krankheit, Schmerz und Tod sind allgemeinmenschliche Grunderfahrungen, die einen großen Stellenwert im Leben eines Menschen haben.
Grenzübergreifend für das Ideal einer guten medizinischen Versorgung
Die Arbeitsgemeinschaft Palliativ- und Schmerzmedizin Bodensee wird grenzübergreifend ins Leben gerufen und umfasst den Bodenseekreis, einschließlich des Kantons Thurgau in der Schweiz. Praktisches Ziel ist es auch, Brücken zwischen ambulanter und stationärer Behandlungsebene auf dem Gebiet von Palliativ- und Schmerzmedizin zu bauen. Besonderes Merkmal der Arbeitsgemeinschaft ist die ganzheitliche und interdisziplinäre Arbeitsweise, die Fachkenntnisse aus den verschiedensten Gebieten einschließt. Regelmäßige Begegnungen am Klinikum Konstanz und die Veranstaltung von Konferenzen und Fortbildungen in der Region garantieren einen intensiven und anregenden Austausch. Eine große Rolle spielt Weiterbildung, um das Aufgabenspektrum in Zukunft auf mehr Schultern verteilen zu können. Eine Vernetzung mit Selbsthilfegruppen, Hospizvereinen, der Konstanzer Brückenpflege und weiteren ambulant palliativ-fortgebildeten Pflegediensten ist vorgesehen. Expertisen aus den verschiedensten Fachgebieten werden integriert, zum Beispiel aus der Schmerzpsychologie, Onkologie und aus verwandten Arbeitsgebieten. Bereits vorhandene Erfahrungen werden berücksichtigt durch Einbeziehen des Gesundheitszentrums Bodensee und der Stiftung Sokrates. Ziel der Vereinigung ist Offenheit im Dialog, die Verbreitung von Kenntnissen und Erfahrungen sowie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Mitglieder der Gründungsgruppe sind außer den Initiatoren unter anderem:
Dr. med. Christoph Ammermann, Anästhesist, Schmerztherapeut und Psychoanalytiker, Kreuzlingen, Dr. med. Winfried Dinter, Schmerzklinik Klinikum Konstanz, Professor Dr. Bernd Reith, Visceral-Kinder- und Gefäßchirurgie, Klinikum Konstanz, Dr. med. Tashe Thaktsang, Facharzt für Allgemeinmedizin und Schmerztherapeut, Radolfzell, Dr. med. Heinrich Everke, Facharzt für Allgemeinmedizin, Hospiz Konstanz, Dr. med. Benedikt Öxle, Internist und Palliativmediziner, Singen, Dr. med. Thomas Kiefer, Klinik für Thoraxchirurgie Konstanz, Diplompsychologe Dr. Edmund Unterweger, Verhaltenstherapie, Hypnosetherapie, Marianne Moritz-Hornstein, Brückenpflege Konstanz etc.
Auftaktveranstaltung: Donnerstag, 22. März 2012 am Klinikum Konstanz


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