»Mehr Sex«, das knappe Gut. Schon wieder ein Kommentar.

Hm, wenn das so weiter geht, wird aus diesem Blog noch ein KommentarBlog zu Les petits Plaisirs. Aber aus Der widerspenstigen Zähmung hat sich spontan eine weitere Diskussion ergeben:

Was geht? Sex, das knappe Gut (bitte zunächst wieder bei Les petits Plaisirs nachlesen).

Beim Lesen des Artikels und vor allem beim Lesen der anschließenden Kommentare hat mich die Richtung der Diskussion schon erstaunt. Ich denke, das eigentliche Thema ist tatsächlich wichtig und hat es verdient, besondere Bachtung zu erhalten. Daher hier in unserem Blog nun einige Jadesaft-Kommentare über das, was unserer Meinung nach an diesem Thema besonders wichtig ist:

Hm, worum geht es hier genau?

Mal ganz provokant nachgefragt: Geht es hier um ein paar postpubertäre Pfauen mit dickem Schwanz, die sich von der Natur ungerecht behandelt fühlen, weil nur die wenigsten geil aussehenden Pfauenmädchen mit ihnen in die Kiste springen?
Tja, dies zu lernen gehört wohl einfach zur harten Schule des Erwachsen-Werdens. Und manche lernen das leider nie... (was machen sie wohl erst, wenn sie herausfinden, dass die Natur die Frauen noch viel mehr bevorzugt hat? siehe hier)

Oder geht es hier um ein Thema, dass eigentlich alle betrifft? Denn tatsächlich ist es so, dass ich niemanden kenne, die oder der nicht zustimmen würde, dass sie oder er gern mehr Sex hätte. Egal ob 17 oder 70, egal ob Single, Beziehung oder seit langem verheiratet - eigentlich möchten jede und jeder mehr. Selbst frisch verliebte Paare, die sich gerade in der Phase des hemmungslosen Auslebens befinden, hätten zumeist gern noch mehr.

Hat irgendjemand von Euch genug Sex?

Mehr Sex bedeutet dabei nicht zwingend öfter, mehr bedeutet oft einfach intensiver, umfassender, erfüllender. Mehr bedeutet vor allem auch nicht wahllos mit irgendwem! Im Gegenteil: Eigentlich haben (fast) alle eine klare Vorstellung von mehr Sex - und da geht es zumeist in erster Linie um Qualität und um ganz bestimmte Vorstellungen - auch von der Partnerin oder dem Partner beim Sex (selbst die meisten frischen Pfaue mit den dicken Schwänzen finden das irgendwann für sich heraus).

Mehr zu wünschen heißt auch nicht automatisch, dass jemand mit der aktuellen Situation unzufrieden ist. Und trotzdem könnte da gern mehr sein...

Nochmal meine Frage: Hat wirklich irgendjemand von Euch genug Sex?

Es gibt leider viel zu viele Gründe, die erfüllenden "mehr Sex" verhindern - und das sind natürlich nicht für alle dieselben. Es beginnt bei fehlenden, passenden (!) Partnern (eben nicht irgendwer, sondern jemand, der den eigenen Vorstellungen und Qualitätsansprüchen entspricht). Und es gibt noch mindestens tausend weitere Hindernisse, die dem Wunsch nach "mehr Sex" entgegen stehen.

Und ja, die Ansprüche, die persönlichen Vorstellungen an die Qualität von "mehr Sex" sind zwischen Frauen und Männern tatsächlich oft sehr unterschiedlich. Auch das ist ein Hindernis, das dem "mehr Sex" entgegen steht - aber sicherlich kein unüberwindbares.

Das Bedürfnis und der Wunsch nach mehr Sex sind jedoch - entgegen aller Vorurteile - bei beiden Geschlechtern gleich. Und daher ist diese Form des "mehr Sex" tatsächlich ein knappes Gut, von dem einfach immer zu wenig da ist...

Einen weiteren Kommentar, der etwas später erfolgte:

@Lucia
"Du widersprichst dir ja selbst, denn wenn das Bedürfnis gleich ist, kann Sex nicht knapp sein sondern nur knapp gemacht werden."

Ok, ich gebe zu, mein letzter Gedankengang war nicht ausreichend ausformuliert. Also nochmal der letzte Gedanke: Wenn etwas ständig von allen begehrt wird, dann ist es offensichtlich doch irgendwie knapp. Knapp ist in diesem Zusammenhang aber relativ!

Du sagst am Ende Deines Kommentars: "Wie auch immer, bei mir herrscht jedenfalls keine Knappheit"
Hast Du denn wirklich genug Sex? Nicht nur ausreichend, nicht nur "ich bin sehr zufrieden", sonder wirklich genug?
Hättest Du nicht gern auch noch mehr (wie schon oben gesagt, bedeutet mehr nicht automatisch öfter)? Keine weiteren unerfüllten Sehnsüchte, Wünsche, Vorstellungen?

Wenn Du tatsächlich total "satt" bist, dann genieße es. Ich kenne niemanden, keine Frau und keinen Mann, die oder der satt ist. Egal, wie viel oder wenig Sex sie oder er haben, jede und jeder möchten gern mehr. Und in diesem Punkt gibt es definitiv keinen Unterscheid zwischen Frauen und Männern.

Das hat nichts mit Selektionsverhalten, Auswahl, künstlicher Verknappung oder Schuldzuweisungen zu tun. Es geht zunächst nur darum, dass das Grundbedürfnis nach mehr in uns allen immer da ist. Das ständige Vorurteil (ich sage es mit Absicht ganz überspitzt)"Frauen wollen keinen Sex" ist einfach totaler Unsinn. Die meisten Frauen wollen nur eben nicht den Sex, von dem die meisten Männer glauben, er sei die einzige, totale Erfüllung.
Genau diese Wahnvorstellung in den Köpfen vieler Männer bringt sie zu der Überzeugung, sie müssten Frauen nur einen "Schubs" geben, damit diese endlich verstünden, dass sie natürlich genau das wollen, was Männer sich vorstellen.

Das einzige, was Männer wirklich tun müssen, ist, ihr Gehirn einschalten, daraus alle Wahnvorstellungen und Vorurteile löschen und statt dessen anfangen zuzuhören und zu lernen. Und offen zu sein für ein vollkommen anderes Universum der Lust und des Verlangens, in dem ganz andere Gesetze herrschen, als in ihrem eigenen.

Allerdings: Es gibt auch eine ganze Menge Frauen, denen es gut tun würde, dies zu beherzigen. Das ist aber keine Entschuldigung für die Männer, sich nicht anzustrengen...

Und schließlich auch noch einen dritten:

@Lucia
Entschuldige. Ich wollte nicht wirklich wissen, ob Du genug Sex hast oder nicht. Das war einfach eine rhetorische Frage, mit der ich eigentlich nur aufzeigen wollte, dass es egal ist, wieviel Sex jemand schon hat - das Bedürfnis nach mehr ist ein allgemein vorhandenes Grundbedürfnis.

Ich stimme Dir bei Deinem kleinen Exkurs durch die Geschichte voll und ganz zu. Nur ist diese Veränderung keine Katastrophe für den Mann. Auch, wenn es leider viel zu viele Männer gibt, die es als persönliche Katastrophe empfinden, oder die sich zumindest in dieser Welt des Umbruchs und damit der Widersprüche nicht wirklich zurecht finden.

In Wahrheit ist es eine unglaubliche Chance, endlich mit einer gleichberechtigten Partnerin (bzw. einem gleichberechtigten Partner) mit gleichberechtigten Bedürfnissen quasi "auf Augenhöhe" eine wirklich spannende Partnerschaft zu erleben. Egal, ob das nun für einen Abend, eine Woche, fünf Jahre oder den Rest des Lebens ist. Das ist eine Chance, die in den vergangenen Jahrhunderten nur die wenigsten Männer (und Frauen) hatten.

Leider existieren aber noch unzählige Strukturen, die verzweifelt an alten Bildern kleben. Werbung, Filme, Bücher, Kindergarten, Schule... oft auch Eltern und deren Eltern. Es wird wohl noch viel Zeit vergehen, bis eine Generation wirklich gleichberechtigter Kinder aufwachsen wird.

Bis dahin werden wir einen Weg finden müssen, damit umzugehen, dass Männer und Frauen sich selbst in die alten Bilder pressen und versuchen, alten Regeln zu folgen.

Ich denke, es wäre sicherlich ein guter Anfang, es nicht so sehr als Katastrophe darzustellen, sondern vielmehr als das, was es in Wirklichkeit ist: Als eine nach Jahrhunderten quasi einmalige Chance für beide Geschlechter, sich endlich auf gleicher Ebene zu begegnen!

Das müssen aber nicht nur viele Männer erst mehr oder minder mühsam erfahren, auch viele Frauen müssen erst noch lernen, damit umzugehen.

Mehr zu diesem Thema bei Der widerspenstigen Zähmung bei Les petits Plaisirs


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