Media Monday #52

Media Monday #52Auf ein Neues. Media Monday des Medienjournals pünktlich zum... Montag!
I)Paul Bettany gefiel mir am besten in "Gangster No. 1". Bin weder Bettany- noch "Gangster No. 1"-Fan, aber als kultivierter Yuppie gab er schon etwas Brauchbares her in diesem ansonsten eher abgegriffenen Vertreter postmoderner Gangstergeschichtchen, der auch nur das wiederholt, was davor wiederholt wurde und davor. In meiner demnächst erscheinenden Rezension schrieb ich dazu: "Zweifelnde Antihelden, vulgäre Sprache, verrauchte Hinterzimmer, glänzend gewischter Dekor, staub- und faltenfrei." In "Master & Commander - Bis ans Ende der Welt" ist Bettany im Übrigen auch nicht schlecht als Schiffsarzt.
II)Jean-Luc Godard hat mit keiner Arbeit seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ich von ihm noch kein Film gesehen habe, der mich annähernd überzeugt hätte. Entweder ist Godard zu intellektuell für mich, oder er verschlüsselt, er verfremdet aufrichtige Emotionen so hermetisch, dass ich sie nicht erfühle. Das postulierte Ende des Kinos ist für mich meist eine akademische Stilübung mit Selbstbeweihräucherung und der aufdringlichen Selbstverliebtheit in die eigene Kunst. Ich gestehe ihm einen großen Status in der Entwicklung des Kinos zu, auch mal experimentelle Sachen gegen kapitalistische Studiosysteme ausprobiert zu haben, euphorisch bejubeln tue ich ihn nicht. Bis jetzt.
III)Mia Wasikowska gefiel mir am besten in "Alice im Wunderland". Fand den entgegen dem, was anderweitige Rezensionen suggerierten, schön, schön makaber, unerwartet düster, die Carter hat dem Depp die Show gestohlen, auch Hathaway war süß. Und die Wasikowska, deren Namen ich tatsächlich erst nachschauen musste, da er mir nicht gleich präsent war, hat ausnahmsweise überhaupt nicht versucht zu nerven. Chapeau!

IV)Am Donnerstag ist es soweit; eure Meinung zum Spider-Man-Reboot? Trailer mehrmals gesehen, für überflüssig befunden, erschreckend überflüssig und sowieso erschreckend kantenlos. Das Wort "Reboot" ist ja bereits zum alteingesessenen Schimpfwort in Hollywoods Strategie für Kassenschlager mutiert. Trotzdem: Mir ringt dieser jämmerliche Versuch stets ein kleines Lächeln ab, wenn ich Andrew Garfield sehe, wie er sich zwanghaft zum coolen Hochhauskletterer stilisiert. An Sam Raimis Interpretation, vor allem an den zweiten Teil, kommt erst mal gar nichts ran. Basta. 
V)"28 Weeks Later" wollte ich mir ja schon lange angesehen haben, aber ich kam noch nicht wirklich dazu, da andere Filme, welche auch immer, den Vorzug erhielten, wenn meine gegenwärtige Stimmung es verlangt hat, diesem oder jenem nachzugeben. Und das, obwohl ich den Vorgänger von Danny Boyle sehr stimmig fand und gespannt darauf bin, ich welche Richtung sich das Sequel nun verschiebt. 
VI)Nächtlicher Media Monday #52 ohne die Gewissheit, dass ich heute frei habe, hätte es so nicht gegeben.
VII)Mein zuletzt gesehener Film ist "Apocalypse Now" in der Redux-Version und der war unheimlich kraftvoll, weil der Film im Gegensatz zu anderen Kriegsfilmen nicht den Fehler macht, jenes Sujet zu bedienen, das eigentlich entlarvt werden soll, sondern den Krieg - hier: in Vietnam - als Überleitung versteht, um zu tieferen Schichten des Menschseins vorzudringen, wie es vom Bösen verschlungen wird. Die hinzugekommenen Szenen verändern zwar den Rhythmus der Dramaturgie, verstärken aber zugleich den nebelumwölkten Charakter dieser Bestie von Film. Jeder Blick der Figuren könnte zudem als Aufhänger in einer Antikriegsdemonstration herhalten.

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