"Mary & Max"

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Photo: The Shopping Sherpa

Wir leben in einem über und über technisierten Alltag. Das schlägt sich auf alle möglichen Bereiche unseres Lebens nieder. Um mal zwei Beispiele zu nennen: Wir schreiben heutzutage kaum noch Briefe, sondern nur noch eMails und es kommen immer mehr computeranimierte Filme in die Kinos. Jetzt gibt es einen Film, der nicht nur die althergebrachte Puppenanimation wieder belebt, sondern auch das Phänomen der Brieffreundschaft. Bühne frei für "Mary & Max"
Mary ist ein kleines 8-jähriges Mädchen und lebt in Australien. Max ist ein alter Mann, der in einer kleinen Miniwohnung in New York lebt. Beide sind auf ihre ganz eigene Art Außernseiter in ihrer Gesellschaft und könnten trotzdem nicht unterschiedlicher sein. Durch Zufall findet Mary Max' Adresse in einem Telefonbuch und schreibt ihm einen Brief. Max muss nicht lange überlegen und schreibt ihr sofort zurück. Er beantwortet nicht nur ihre Fragen, sondern erzählt auch von sich und seinem Leben. Daraus entwickelt sich eine Brieffreundschaft über viele Jahre lang. Auch wenn sich Mary und Max nie persönlich getroffen haben, durchlaufen sie alle Hochs und Tiefs, die einer normalen Freundschaft auch eigen sind. So erleben wir die Lebensgeschichten zweier Menschen, die sogar teils epische Ausmaße annehmen.
Regiewunderling Adam Elliot hat es endlich geschafft, sein Außenseiter-Projekt fertig zu stellen. Nach zahlreichen Kurzfilmen und sonstigen Ankündigungen war es Ende 2009 soweit und der Film hatte Premiere. Dass es noch fast ein Jahr dauern sollte, bis "Mary & Max" auch in deutschen Kinos laufen würden, hätte wohl niemand gedacht. Aber nach der ganzen Warterei will man nun nicht weiter meckern, sondern endlich den viel gepriesenen Film sehen. Was einem als erstes auffällt: Mary und Max werden von ganz arg niedlichen und coolen Puppen dargestellt, die liebevoll animiert durch eine überzeugende Miniaturwelt wandeln. Voll gepackt mit lauter schrägen Nebenfiguren und skurrilen Situationen, könnte der Film eine Komödie mit Puppen sein, ist es aber nicht. Ganz im Gegenteil. Der Film ist insgesamt überaus dramatisch und trotz all der kleinen lustigen Szenen, schwingt ununterbrochen eine nicht zu übersehende Melancholie mit und am Ende des Filmes kämpft man mit einem dicken Kloß im Hals. Trotz, oder gerade wegen der niedlichen Puppen wirkt diese Dramatik und Melancholie total überzeugend Es heißt ja auch nicht umsonst, dass der Film auf einer wahren Geschichte basiere.
"Mary & Max" ist ein wunderschöner kleiner Film, der allerdings ganz anders ist, als man denkt, wenn man die Vorschau oder das Plakat gesehen hat. Vor allem ist er nicht geeignet für kleine Kinder, denn auch das könnte man beim Anblick der beiden Hauptfiguren denken.
Mary and Max (USA, 2009): R.: Adam Elliot; OVA: Toni Collette, Philip Seymour Hoffman, Eric Bana, u.a.; M.: Dale Cornelius; Offizielle Homepage


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