Martin Krist

Martin Krist
Stell Dich doch bitte kurz den Lesern vor!
Ich bin 40 Jahre alt, lebe als Schriftsteller in Berlin und schreibe nach mehr als 30 Sachbüchern, darunter die Biografien über Tattoo-Theo, Nina Hagen, Sido und Kurt Cobain, seit einigen Jahren fast ausschließlich Krimis und Thriller.
Wie bist Du zum Schreiben gekommen und seit wann schreibst Du? Wer oder was beeinflusste Dich in der Wahl deines Berufes als Autorin? Übst Du nebenher noch einen weiteren Beruf aus und wenn ja, welchen?
Nein, ich bin hauptberuflich Autor. Das war schon immer ein Traum von mir. Bereits als kleiner Junge konnte ich mir, kaum dass ich das Lesen und Schreiben beherrschte, nichts Schöneres vorstellen, als ebenso spannende Geschichte zu schreiben wie die der Autoren, deren Bücher ich nächtelang verschlang: ganz zu Anfang Karl May, etwas später Agatha Christie, schließlich Stephen King.
Stephen King hat mich am meisten geprägt. Ein großartiger Autor.
Der Weg von einer Idee zum fertigen Manuskript: Wie sieht dein Schreib-Alltag aus bzw. wie gestaltest du das Schreiben?
Alles beginnt mit einer Idee, die später für den fertigen Roman nur noch ein winziges Ereignis darstellt. Aber sie ist der Auslöser, dass Figuren zum Leben erwachen, sie Dinge erleben, die sich schließlich zu einem spannenden Thriller zusammenfügen.
Was jetzt so einfach klingt, ist allerdings ein Prozess, der zwei, drei, manchmal sogar vier Monate andauert, in denen ich die Geschichte, jede ihrer Figuren, jede Handlungsebene, jedes Kapitel bis ins Detail ausarbeite. Ich spreche mit einem befreundeten Kriminalkommissar, damit die Ermittlungsarbeit realistisch dargestellt wird; ich suche Hilfe bei einem prominenten Kriminalbiologen, der mich in Sachen Spuren & Verwesung berät; ich rede mit Psychologen, damit die Figuren schlüssig agieren; ich lasse mich von Medizinern beraten, damit auch Krankheiten und deren Verläufe richtig geschildert werden. Ich suche die Lokalitäten auf, an denen meine Geschichte spielen soll, ich führe endlose Gespräche mit Freunden, die die Geschichte auf Fehler und Unlogik abklopfen ... Solange, bis ich der Auffassung bin, dass meine Geschichte perfekt ist.
Meist habe ich dann ein Konzept von knapp 70 oder 80 Seiten, das die komplette Geschichte stichwortartig umreißt, so wie sie später auch ausformuliert in Buchform erscheinen wird.
Erst wenn das alles - inklusive Finale - steht, beginne ich zu schreiben. Überraschungen beim Schreiben erlebe ich selten. Meist ist das Schreiben nur noch Handwerk. Aber vielleicht auch die größte Herausforderung: Denn obwohl alles, was geschieht, bis ins Detail durchgeplant ist, soll es für den Leser ja so ausschauen, als reagierten meine Figuren zu jeder Zeit spontan - und realistisch.
Wie bist du auf die Idee zu deinem Buch "Die Mädchenwiese" gekommen?
Die Idee zur "Mädchenwiese" ist Ende 2009 entstanden, als meine Agentin mir den Kontakt zum Ullstein Verlag vermittelte. Dort war man auf der Suche nach einem Autor, der ihnen einen richtig guten deutschen Thriller schreibt - und ich war auf der Suche nach einem Verlag, der einen richtig guten deutschen Thriller sucht. In enger Abstimmung mit der Lektorin habe ich über knapp vier Monate hinweg "Die Mädchenwiese" konzeptioniert.
Martin Krist
Um was geht es in deinem Thriller?
Es geht um ein junges Mädchen, das von zu Hause abgehauen ist. Um ihren kleinen Bruder, der nicht glauben möchte, dass seine Schwester nicht mehr zurückkehrt. Um die verzweifelte Mutter der beiden, die erkennen muss, wie sehr sie selbst Schuld an allem trägt.
Um einen ehemaligen Polizisten, der ebenfalls zerfressen wird von Schuldgefühlen – und der zu wissen glaubt, was mit dem jungen Mädchen tatsächlich geschehen ist.
Und dann gibt es noch die wunderbare, traurige, schockierende, entsetzliche Lebensgeschichte einer Frau, die irgendwie mit all den schlimmen Ereignissen zu tun hat. Bloß wie?

Wie entstehen die Protagonisten Deines Buches? Sind Deine Figuren immer rein fiktiv oder haben sie auch ab und an mit realen Personen in Deinem Leben zu tun?
Meine Figuren sind alle fiktiv. Zumindest bisher. Allerdings haben der Ullstein Verlag und ich uns für meinen 2013 erscheinenden Verlag eine besondere Aktion überlegt: Fans und Leser dürfen sich für eine Rolle in meinem neuen Thriller bewerben. Sie können entscheiden, ob Sie Held, Schurke oder Opfer sind.
Die Leseraktion läuft noch bis zum 15. September. Wer daran teilnehmen möchte, geht auf die eigens eingerichtete Casting-Website: www.diemaedchenwiese.de
Martin Krist
Was bereitet Dir mehr Schwierigkeiten? Der Anfang oder das Ende Deines Buches?
Schwierig ist immer der erste Satz. Dieser muss passen wie die Faust aufs Auge und meine Leser sofort in die Geschichte reißen. Dabei die richtigen Worte zu treffen, ist schwierig.
Das Ende kommt wie von selbst.
Wie hat es sich angefühlt, Dein eigenes Buch das erste Mal in den Händen zu halten?
Es war ein stolzes Gefühl. Das sich noch heute, nach über 40 Büchern, immer wieder einstellt, sobald ich ein neues Buch in den Händen halte. Gleichwohl es oftmals auch ein komisches Gefühl ist. Denn weil vom Manuskriptabschluß bis zum Erscheinen oftmals ein oder anderthalb Jahre vergehen. Mittlerweile habe ich dann meist mit der Arbeit am nächsten Roman begonnen, und bin mit dem Kopf ganz woanders.
Wenn Du in Dein eigenes Bücherregal schaust – welches Genre ist hier am meisten vertreten?
Ganz klar: Krimis und Thriller. Danach Horror. Und dann jede Menge Biografien.
An welchem neuen Buchprojekt arbeitest du gerade? Auf was dürfen wir und als nächstes freuen? Kannst Du den Lesern schon etwas vorab verraten?
Zur Zeit arbeite ich an einem neuen Thriller, der 2013 im Ullstein Verlag erscheinen wird. Das ist jener, für den sich Leser unter www.diemaedchenwiese.de um eine Rolle bewerben dürfen.
Über den Inhalt möchte ich noch nichts verraten, nur so viel: Es wird wohl der Auftakt einer spannenden Reihe sein, in deren Mittelpunkt eine besondere Figur steht.
Schreibst du auch unter einem anderen Pseudonym?
Ja, ich habe noch ein zweites Pseudonym. Als Christoph Brandhurst schreibe ich erotische Literatur: Romane, Ratgeber und Biografien. Aktuell erscheint im September mit "23,5 cm harte Arbeit" (Riva Verlag) die Autobiografie des erfolgreichsten deutschen Pornodarstellers Pornfighter Long John.
Und unter meinem tatsächlichen Namen Marcel Feige verfasse ich weiterhin Sachbücher. Jüngst erschienen ist die Biografie "I don't have a gun. Die Lebensgeschichte des Kurt Cobain" (Beltz Verlag). Eine neue Biografie ist bereits mit dem Verlag vereinbart. Sie wird allerdings erst im Herbst 2015 erscheinen.
Recherchierst Du vor Ort oder fließt sehr viel Phantasie in Deine Bücher mit ein?
Recherche ist unabdingbar. Ohne geht nicht. Ich fahre immer zu den Orten, an denen meine Geschichten spielen. Und auch sonst bin ich darum bemüht, mich in ein Thema einzuarbeiten, damit ich es so realistisch wie möglich schildern kann.
Die Phantasie kommt erst dann zum Einsatz, wenn ich um dieses Thema herum eine spannende Geschichte erfinde.
Wenn du dich für eine deiner Figuren entscheiden müsstest, wer wäre es?
Ganz klar: Mein Protaganist, der im neuen Thriller (jener, der im Herbst 2013 erscheinen wird) die Hauptrolle übernimmt.
Gibt es etwas das du beim Schreiben immer bei dir hast?
Natürlich meinen Computer, einen Apple iMac. Daneben ein Block und Kugelschreiber. Ein Glas Cola Zero. Im Hundekorb neben dem Schreibtisch liegt Eurasierhündin Bjella, und unter der warmen Schreibtischlampe hat sich Katze Sheila eingerollt.


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