Lea Nicolai

Stell Dich doch bitte kurz den Lesern vor!Ich bin Lea Nicolai, Autorin des Romans Die Hexen, der im Sommer 2011 beiHeyne erschienen ist. Ich bin eine begeisterte Leserin, liebe Musik, wohne gerne im Grünen und koche mit Leidenschaft.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen und seit wann schreibst Du? Wer oder was beeinflusste Dich in der Wahl deines Berufes als Autorin? War es schon immer dein Wunsch Bücher zu schreiben? Ich erinnere mich noch, wie ich während meiner Schulzeit morgens immer an der Bushaltestelle stand und las. Ich habe wohl ein Buch nach dem anderen verschlungen. Ohne Lesestoff ging ich nie aus dem Haus. Schreiben hat mich von Anfang an fasziniert und ich wollte dieses Handwerk unbedingt auch beherrschen.Ich besaß damals eine alte Schreibmaschine, so ein wuchtiges, elektrisches Monstrum. Man brauchte richtig Kraft, um die Tasten zu drücken, und das Farbband klemmte immer irgendwo. Auf dieser Maschine habe ich meine ersten Gehversuche als Autorin gemacht.Bis heute kann und will ich nicht ohne Buch sein, nicht einen Tag lang. Wer ist also schuld daran, das ich selbst schreibe? Bücher und andere Autoren!

Der Weg von einer Idee zum fertigen Manuskript: Wie sieht dein Schreib-Alltag aus bzw. wie gestaltest du das Schreiben? Ich habe ein kleines Arbeitszimmer, da steht mein Computer und meistens eine Kanne Tee. Hier sitze ich jeden Tag und arbeite ein paar Stunden. Beim Schreiben höre ich gern Musik. Das hilft der Phantasie auf die Sprünge. Anrufe oder Klingeln an der Tür gehen gar nicht, denn ich muss mich voll und ganz auf den Text konzentrieren.Ich recherchiere viel. Zum Beispiel reise ich an Schauplätze, fotografiere, lese alles Mögliche und stöbere im Internet. Rund um meinen Arbeitsplatz stapeln sich dann Bildbände, Texte, Landkarten, Fotos, Entwürfe und Klebezettel. Erst wenn ein Buch fertig ist, wird alles aufgeräumt.Vor dem Schreiben muss ich besonders meine Figuren gut kennen lernen. Dann plane ich den Verlauf der Handlung. In der Regel schreibe ich das Buch chronologisch, also von vorne nach hinten und mit viel Mut zur Lücke. Zuletzt folgt die Überarbeitung.

Wie bist du auf die Idee zu deinem Buch Die Hexengekommen? Um was geht es in dem Buch?Ich fasse mal die Inhaltsangabe zusammen: Ravenna lebt als Restauratorin im heutigen Straßburg. Seit die junge Frau in ihrer Wohnung überfallen wurde, quälen sie seltsame Träume und Visionen. Noch ahnt sie nicht, dass sich in diesen verstörenden Erlebnissen bereits ihr magisches Erbe bemerkbar macht: die Hexengabe ihrer Großmutter.Sie beschließt, ein paar Tage auszuspannen. Während eines Ausflugs stürzt sie vom Pferd. Als sie wieder zu sich kommt, findet sie sich auf einem Pentagramm wieder. Widerstrebend muss Ravenna erkennen, dass ein mächtiger Hexenzirkel sie ins Mittelalter gerufen hat. Die Sieben dienen der Hexengöttin Morrigan. Und sie sind verzweifelt, denn der dunkle Fürst Beliar und seine Gefährtin, die Hexe Elinor, stehen kurz davor, den Zirkel der weißen Magierinnen zu zerstören und deren Macht an sich zu reißen. Ravenna scheint die einzige Zauberin zu sein, die das Blatt noch wenden kann.Nichts hat die junge Frau auf dieses lebensgefährliche Abenteuer vorbereitet. Noch weniger ahnt sie, dass Beliars dämonische Macht ihre Schatten längst bis in ihre Zeit wirft. Bald weiß sie nicht mehr, wem sie noch trauen kann. Sogar ihr Gefährte, der junge Ritter Lucian, in den sie sich Hals über Kopf verliebt hat, scheint sie zu hintergehen…Besonders das Spiel mit den verschiedenen Zeitebenen hat mir beim Schreiben großen Spaß gemacht. Vergangenheit und Gegenwart fließen ineinander, der Roman spielt tatsächlich im Mittelalter und heute. Die Arbeit am Text war deshalb sehr reizvoll und spannend. Das spürt hoffentlich auch der Leser!Ähnlich ist es mit den Hexen. Es sind sowohl historische als auch fiktive Figuren, die in Märchen und Sagen bis heute weiterleben. Immer mehr Menschen setzen sich mit Magie, Tradition und ihrer Verbindung zur Natur auseinander. Das finde ich sehr faszinierend und habe versucht, im Buch viele dieser Aspekte zu verbinden.

Hat es eine Moral?Glaub an dich selbst – das würde ich zu meiner Heldin sagen. Vielleicht können die Leser das auch für sich entdecken?

Wie entstehen die Protagonisten Deines Buches? Sind Deine Figuren immer rein fiktiv oder haben sie auch ab und an mit realen Personen in Deinem Leben zu tun? Die Figuren im Roman sind alle rein fiktiv – das ist beim Genre Fantasy sozusagen naturgegeben. Charaktere müssen lebendig sein, viele Facetten haben, auch mal verletzlich und schwach sein dürfen. Deshalb setze ich mich beim Schreiben immer wieder mit ihren Wünschen, ihren Gefühlen und Ängsten auseinander. Aber auch mit den Chancen, die jede Situation bietet. Ihre Erlebnisse verändern sie und das muss man spüren.

Wie kommst du auf die Namen deiner Charaktere?Ravenna musste einfach Ravenna heißen. Der Name hatte sich irgendwie in meinem Kopf festgesetzt, sobald ich ein klares Bild von meiner Hauptfigur hatte. Für die Hexen aus dem Mittelalter und ihre Ritter habe ich vor allem nach altfranzösischen Namen gesucht. Der Name muss zur Figur passen, das richtige Gefühl für sie vermitteln. Das ist eine Bauchsache.

Was bereitet dir mehr Schwierigkeiten? Der Anfang oder das Ende Deines Buches? Och, ich bleibe auch mal mittendrin stecken. Alles ist schwierig und alles ist leicht. Aber ich liebe es einfach, zu schreiben. Mit dem richtigen Abstand geht es dann auch immer wieder weiter.

Wie hat es sich angefühlt, dein eigenes Buch das erste Mal in den Händen zu halten?Das weiß am besten der Postbote, dem ich das Paket wortlos und gierig aus der Hand gerissen habe. Herzklopfen, Kribbeln, Freude, Stolz – das ist die Belohnung, wenn man durchgehalten hat.

Welches gelesene Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken? Wenn Du in Dein eigenes Bücherregal schaust – welches Genre ist hier am meisten vertreten? Kein bestimmtes Genre, ich lese wirklich alles. Meistens auch nicht nur ein Buch von einem Autor, sondern so viel ich in die Finger kriege. Ein paar Namen: Louise Erdrich, Henning Mankell, Antonio Tabucchi, Ursula K. Le Guin, Elias Canetti, Orhan Pamuk, Cornelia Funke... tolle Fotobände, Reiseliteratur und Kunstbücher natürlich eingeschlossen. Und das ist nur ein Bruchteil. Zugegeben: Es ist eine wilde Mischung. Aber genau das gefällt mir daran.

An welchem neuen Buchprojekt arbeitest du gerade? Auf was dürfen wir uns als nächstes freuen? Kannst Du den Lesern schon etwas vorab verraten? Ich arbeite derzeit am zweiten Band der Hexen.Der erste Roman ist in sich abgeschlossen, aber ein paar richtig fiese Schwierigkeiten kündigen sich am Ende bereits an. Deshalb soll Ravennas und Lucians Abenteuer weitergehen.

Recherchierst Du vor Ort oder fließt sehr viel Phantasie in Deine Bücher mit ein? Sowohl als auch. Um mich vorzubereiten, packe ich meine Kamera ein und besichtige Schauplätze und Landschaften. Im Buch soll das dann so lebendig wie möglich beschrieben sein. Gleichzeitig verfremde ich die Orte aber auch und gestalte sie so um, wie ich es brauche. Die Phantasie kommt sicherlich bei der Gestaltung des plots am stärksten zum Einsatz. Jede Wendung muss die Handlung weiter vorantreiben, immer muss es neue Überraschungen und Herausforderungen geben, die den Leser in Atem halten.

Wenn du dich für eine deiner Figuren entscheiden müsstest, wer wäre es? Entscheiden im Sinne von: Ich möchte mit ihr tauschen? Nein danke – ich mute meinen Charakteren wirklich eine ganze Menge zu. Deshalb möchte ich das Abenteuer lieber vom Schreibtisch aus genießen. Mittendrin zu stecken und nicht zu wissen, wie es weitergeht, macht eindeutig sehr viel weniger Spaß.

Gibt es etwas das du beim Schreiben immer bei dir hast? Eine Stimmgabel. Das ist mein Glücksbringer.


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