Marlenes Töchter im Interview

Heute lebe ich in Hamburg. Doch vor ein paar Jahren sah es noch so aus als würde Berlin meine neue Heimat werden. Franziska Wacke bezeichnet unsere Hauptstadt als größte, lauteste, hässlichste und wunderbarste Stadt. Und genau hier durfte ich sie bei einem Shooting für die Frühjahrskollektion Spreeperlen ihres Labels Marlenes Töchter kennen lernen. Seit mehr als zehn Jahren verzaubert Franziska, auch als Nähfee bekannt, Frauen mit einer Vorliebe für die vergangenen Tage.

Marlenes Töchter im InterviewWie ist dein Label Marlenes Töchter entstanden?

Franziska: Och naja, ich interessiere mich seit meiner Jugend für Marlene Dietrich, da bot es sich nach meiner Ausbildung an in diese Richtung zu gehen. Dazu kommt, dass ich direkt nach meinem Abschluss eine Weile für eines der ersten deutschen Retro- Labels arbeiten durfte. Als ich dort aufhörte, nahm ich das als Startschuss, meine eigene Modelinie herauszubringen.

Ursprünglich suchte ich einen Namen für ein Chanson-Projekt mit einer Pianistin. Ausgedacht hat sich den Namen Marlenes Töchter dann der Chef der Blues Bar, in der ich damals bedient habe. Aus der Musik wurde nichts, also habe ich den Namen einfach umgewidmet.

Was gehört alles dazu, wenn man sein eigenes Label gründet?


Franziska ist gelernte Modenäherin, Modeschneiderin und technische Assistentin für Mode und Design. Ihre Mode richtet sich an Frauen mit einem Faible für vintageinspirierte Mode. Wer ihre Kleidung trägt, muss mit einem gewissen Maß an Aufmerksamkeit von Außen umgehen können.

Franziska: Mein Job ist ein bisschen was von allem Möglichen: Designerin, Schneiderin, Verkäuferin, Buchhalterin, Marketingtussi, Sekretärin, Buchhalterin und gelegentlich sogar Psychologin. Ach ja und wenn ich das alles nicht bin und mich langweile, dann manchmal auch Chanteuse. Deine Kollektionen bestechen nicht durch aufdringliche Muster, sondern durch tolle Schnitte, die einen mitnehmen auf eine kleine Zeitreise. Woher nimmst du die Inspiration für deine Mode?

Franziska: Das ist sehr unterschiedlich. Früher habe ich oft alte Filme gesehen oder mir stundenlang im Internet alte Modezeichnungen angeschaut. Das mache ich heute nur noch selten, weil in meinem Kopf so unfassbar viel Material rumschwirrt, dass ich es in diesem Leben niemals schaffen werde, alle meine Ideen umzusetzen. Manchmal inspirieren mich auch Bücher. Die Sommerkollektion 2015 ist zum Beispiel nach dem Genuss des Werkes „Eine Frage der Höflichkeit" von Amor Towles entstanden, welches in der New Yorker Upper Class 1938 spielt.

Die Frauen dieser Welt hast du längst verzaubert, aber warum gibt es keine Herrenkollektion?

Franziska: Weil ich mit der Umsetzung meiner Ideen nicht hinterherkomme. Dabei gibt es sogar ein Herrenlabel: „Wacker&Kuehn". Aber glaubste, dass ich dazu komme, mich darum intensiver zu kümmern? Leider nicht. Allerdings habe ich schon einige Herren in meiner Kundenkartei. Denn Einzelanfertigungen mache ich auch für männliche Kunden seit Jahren!

Was macht deine Mode so besonders?

Franziska: Ich bin gründlich. Extrawünsche berücksichtige ich gerne. Für mich persönlich ist das besondere an meiner Arbeit, dass ich es einfach sehr gerne mache!

Marlenes Töchter gibt es inzwischen mehr als 10 Jahre. Seit wenigen Tagen gibt es einen neuen schicken Online Shop, der von Franziskas Ehegatten gestaltet wurde. Schaut unbedingt mal vorbei! Meine Lieblingsstücke aus ihrem Shop: Der Hosenrock Marleen und die Bluse Daphne.Marlenes Töchter findet ihr hier:
Große Hamburger Straße 19a | 10115 Berlin
Öffnungszeiten: Mo - Sa 12 - 20 Uhr

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