Leseprobe zum Wochenende

Hier ein kleiner Auszug aus dem Roman. Es geht um Georges erste Fahrt nach Snyders Mill.

An einem Wochenende im Juli 2014 wollte ich endlich einmal nach Snyders Mill. Es waren etwa 450 km zu fahren. Mein Snyders Mill lag südöstlich von Portland nahe des Mount Hood. Im letzten Ort fand ich eine kleine Pension, in der ich übernachten konnte. Die Wirtin war eine Frau Anfang 60 mit rot gefärbten Haaren und einem sympathischen Lächeln. Das Zimmer im Obergeschoss war zwar klein, aber gemütlich im viktorianischen Stil eingerichtet. Am Samstagmorgen machte ich mich auf den Weg. Nach ein paar Kilometern verließ ich die Straße und fuhr den Feldweg hinauf nach Snyders Mill. Der Wald hatte große Teile der ehemaligen Siedlung zurückerobert. Man sah einige vollkommen zerfallene Hütten am Rande, aber auch noch einige größere Gebäude, die noch relativ gut erhalten waren. Eines dieser Gebäude musste ein Hotel gewesen sein. Eine Treppe führte zu einer Veranda, die Türen hingen windschief in den Angeln. Dahinter sah ich dann meine Hütte. In seinen besten Zeiten musste es ein nettes kleines Häuschen gewesen sein, aber nun war es nur noch von Ratten und Mäusen bewohnt. Das Holz war verwittert und ausgebleicht. Die Haustür sah verzogen aus. Zu meinem Erstaunen war das Dach noch einigermaßen intakt und die Hütte wirkte nicht einsturzgefährdet. Ich wagte es hineinzugehen und öffnete die knarrende Tür, was mich einige Mühe kostete. Im Erdgeschoss gab es ein Wohnzimmer mit Kamin, einen kleinen Flur und eine Küche. Vom Flur aus führte eine Treppe nach oben. Irgendein Tier musste sich hier eingenistet haben, vielleicht ein streunender Hund. Ich sah bleiche, abgenagte Knochen und auch alte Kothaufen. Die Hintertür schloss nicht mehr, so war das Tier wohl hinein gekommen. Ich sah aber nirgendwo etwas, das darauf hindeutete, dass mein Haus noch bewohnt war. Nachdem ich mich die Treppe hinauf gewagt hatte und die beiden Schlafzimmer und das “Bad” gesehen hatte, zog es mich wieder an die frische Luft. Das Bad bestand nur aus einer rostigen, ehemals emaillierte Wanne, einem Waschbecken und einem WC. Der Spülkasten hing oben an der Decke und wurde mit einer Kette betätigt, die aber abgerissen am Boden lag. Wirklich alles war mit einer dicken Staubschicht bedeckt und die Luft roch modrig. Ich beschloss, eine Runde um die Siedlung zu machen und dann wieder zur Pension zurück zu fahren. So gut es ging, versperrte ich die Hintertür und ging dann um die Hütte herum. Da sah ich auf einmal die Hundespuren. Sie waren nicht alt, also musste das Tier vor Stunden oder Tagen hier gewesen sein.

Am Waldrand stieß ich auf die Überreste eines Hirsches. Der Kadaver war so gut wie abgenagt. Mir war unheimlich. Ich fühlte mich sogar beobachtet.

Als ich wieder in der Pension ankam, sprach ich die Wirtin Mrs Monroe an. “Sagen sie, Mrs Monroe, ich war heute in der alten Siedlung. Wissen sie etwas darüber?” “Oh, die ist schon sehr lange verlassen. Mein Urgroßvater betrieb dort einen Saloon. Seit es kein Gold mehr gibt, wohnt dort niemand mehr.” “Ach, ich habe das Hotel gesehen, erscheint noch einigermaßen erhalten zu sein.” “Ich war schon seit 20 Jahren nicht mehr da. Außer einem Puma ist da nichts mehr.” “Ein Puma, sagen Sie? Ich habe Spuren von Hunden gesehen. Die waren sogar in meinem Haus.” “Was?”, fragte Mrs. Monroe erstaunt. “Was wollen sie da mit einem Haus?” “Das ist eine verrückte Geschichte“, antwortete ich. “Ich habe das Haus beim Pokern gewonnen.” Sie sah mich schief von der Seite an. Wahrscheinlich hatte sie schon die unwahrscheinlichsten Storys gehört. “Wollen sie nicht mit mir zu Abend essen?”, fragte sie. “Aber gern!” Ich folgte ihr in die Küche, die von einem großen gusseisernen Herd dominiert wurde. Sie kochte immer noch damit. Ich bekam ein schmackhaftes, aber einfaches Mahl vorgesetzt und wir plauderten noch lange über alte Zeiten in Snyders Mill.


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