Leitartikel Tricksen, Täuschen, Lügen - Asse II und Gorleben

Die Suche nach einem sicheren Endlager in Deutschland ist ein Trauerspiel. Aufgeführt von Dilettanten, Mitläufern und Wegduckern.
Ein sicheres Endlager muss mittel- und hochradioaktive Stoffe für 1 Million Jahre sicher verwahren können. Doch wer soll das garantieren? Niemand kann das garantieren. Dabei ist es unerheblich, in welcher Gesteinsformation mit wieviel Barrieren es eingelagert wird. Kontinente und Landmassen sind ständig in Bewegung. Dies lässt sich an den zahlreichen seismischen Aktivitäten erkennen, die täglich gemessen werden.
Zu diesen Massenverschiebungen kommen gravitative Einflüsse. Die Schwerkraft ist auf der Erde nicht überall gleich.
Ein sicheres Endlager gibt es nicht. Zudem ist der langfristige Einfluß der Neutronenstrahlung auf verschiedene Materialien völlig unbekannt. Es gibt nur unsichere Endlager und ungeeignete. Ausgerechnet ungeeignete Salzstöcke haben sich die Verantwortlichen ausgesucht, obwohl zahlreiche Wissenschaftler schon seit Jahren darauf hinweisen. Unbelehrbar, ja fast schon autistisch, wird an Asse, Gorleben und Morsleben festgehalten.
124.494 Fässer mit schwachradioaktiven Abfällen und 1.293 Fässer mit mittelradioaktivem Abfall lagern in Asse II. Doch damit nicht genug. Ebenso 25 kg Uran und 28 kg Plutonium. Hinzu kommen noch ca. 1.200 Fässer, die keine Deklaration haben. Durch Zersetzung bilden sich Wasserstoff und Methan. Hier bildet sich zusätzliches Gefahrenpotential. Nach dem man nun Jahrzehnte dieses Problem vor sich her geschoben hat, sucht man nun hastig nach einer Lösung für die Schließung. Eine Vollverfüllung kommt jedoch nicht betracht,
Diese vorläufigen Berechnungen zeigen, dass bei der „Option Vollverfüllung“ der Schachtanlage Asse II bereits nach wenigen Jahrzehnten mit Kontaminationen im Bereich der Biosphäre gerechnet werden müsste. Sobald infolge Gasbildung und Konvergenz radioaktive Lösungen ins Nebengebirge ausgepresst würden, würden diese innerhalb eines oder weniger Jahre auch in hoher Konzentration die Oberfläche erreichen. – Von einer Vollverfüllung der Schachtanlage Asse II muss daher dringend abgeraten werden.

Strömungs- und Transportmodell, Langzeitsicherheit Asse II
Kommt also nur das Ausräumen der Asse in betracht. Fachleute schätzen die Kosten dafür auf ca. 5 Milliarden Euro. Wer bezahlt die? Und vor allem, wohin damit?
Die Asse ist seit Jahren immer mal wieder in den Schlagzeilen.
Krebsrisiko Asse Studie schreckt Behörden auf
Im Umfeld des maroden Atommülllagers Asse bei Wolfenbüttel ist die Zahl der Blutkrebs-Erkrankungen massiv gestiegen. Zwischen 2002 und 2009 wurden 18 Fälle von Leukämie festgestellt, normal wären acht. Das Land Niedersachsen will der Ursache schnell auf den Grund gehen. Die Ärzteorganisation IPPNW sieht ihre Warnungen bestätigt.

ntv
Um den schlechten Zustand der Asse wußte Merkel seit 1996. Zu jener Zeit war sie Bundesumweltministerin. Das Aussitzen von Problemen hat Merkel von Kohl übernommen und perfektioniert. Doch dies funktioniert nur eine begrenzte Zeit:
Ein von den Landtagsgrünen in Auftrag gegebenes juristisches Gutachten bestätigt, dass das Bundeskanzleramt die Herausgabe der vom Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) zur Asse angeforderten Akten nicht verweigern darf. "Jetzt muss Frau Merkel liefern", sagte der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel am Donnerstag (heute) in Hannover. Die vom Leiter des Instituts für Rechtswissenschaften der Technischen Universität Braunschweig vorgelegte Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass sich das Kanzleramt bei seiner Weigerung weder auf den so genannten "Kernbereich der Willensbildung" noch auf die Nichtzuständigkeit des PUA im Niedersächsischen Landtag berufen kann.

umweltruf
Um Gorleben sieht es nicht viel besser aus.
Die Erkundungsergebnisse und ihre Bewertung wurden in zwei Berichten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (1983) und des Bundesamtes für Strahlenschutz (1990) zusammenfassend dargestellt. Trotz der negativen Erkundungsbefunde wurde der Standort Gorleben immer noch als „eignungshöffig“ bezeichnet. Dies gelang durch eine Veränderung der Sicherheitsphilosophie: Die Bedeutung des Deckgebirges als Barriere gegen die Ausbreitung von Radionukliden wurde zurückgenommen und im Gegenzug der Salzstock alleine als entscheidende Barriere angesehen. Auf Grundlage dieser Änderung der Sicherheitsphilosophie wurde mit der untertägigen Erkundung begonnen. Nach Recherchen der Frankfurter Rundschau ging die Änderung auf eine direkte Einflussnahme der damals neuen CDU/FDP-Regierung unter Helmut Kohl zurück.

wiki
Gorleben - getrickst, getäuscht, gelogen
Wie Regierungen versuchten, das Atommüll-Endlager durchzuboxen - gegen alle wissenschaftlichen Bedenken. Die Chronik eines politischen Skandals.

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