Leckt mich, Cholesterin 2.0 – Der Mann beim Arzt

Leckt mich, Cholesterin 2.0 – Der Mann beim ArztIrgendwann im Januar habe ich Euch über meinen Arztbesuch hier berichtet. Die Untersuchung damals ergab, dass mein Cholesterinwert Schrott ist! Ich bekam Tabletten und ordnete mir zusätzlich von selbst weitere Gegenmaßnahmen wie Einschränkung von Zuckerkonsum und die Erhöhung der Sportaktivität. Eigentlich wollte ich mich in einem bis zwei Monate wieder untersuchen lassen um zu überprüfen ob sich etwas bei mir in die richtige Richtung bewegte doch daraus wurde irgendwie nichts. Scheiße! Gestern durfte ich jedoch meine Ergebnisse der Blutuntersuchung abholen doch es begann alles bereits am Montag als ich in der Praxis auftauchte.

Manchmal frage ich mich warum man einen Termin vereinbart wenn sich die Wartezeit dadurch um gefühlte 2 Minuten verkürzt gegenüber von spontanen Arztbesuchen ohne Termin. Wie auch immer…nach einer Stunde in einem überfüllten Warteraum mit einem fürchterlich klebrigen Boden als hätte jemand eine riesige Colaflasche verschüttet, hörte ich über den an der Wand angebrachten Lautsprecher von Achtzehnhundert-Zwieback meinen Namen. Ich betrat das Zimmer, nahm Platz und es begann wie es beginnen musste. Mit Vorwürfen!

- Wollten wir uns nicht etwas eher sehen?- fragte der Arzt ohne seinen Blick von dem riesigen Monitor abzuwenden.

- Ja, aber irgendwie…- stotterte ich vor sich hin, denn in dem Moment fiel mir keine Erklärung für meine Dummheit an.

- Ja, ja – murmelte er leise, schaute mich an und lächelte sogar. Wie nett von ihm!

Plötzlich stand er hektisch auf und rannte auf mich zu als hätte er im Sinne mich zu verprügeln. Phuuu, Gott sei Dank, er will nur den Blutdruck messen. Dabei bewegte er sich so ungeschickt, dass er mir seine prähistorische Armsanduhr fast ins Auge rammte. Toll oder? Wenn mich Cholesterin nicht umbringt, dann sicherlich er!

- Blutdruck 120 zu 80, sehr gut – sagte er, setzte sich wieder an seinen Computer und tippte etwas, das wahrscheinlich nur er verstehen konnte. Aber Blutdruck ist ok. Die erste gute Nachricht seitdem ich hier war

- Also, wir machen großes Blutbild, USG und EKG, sie dürfen draußen Platz nehmen, werden gleich aufgerufen – seine Stimme duldete keine Widerrede. Wozu eine USG-Untersuchung? Als hätte ich den ganzen verdammten Zeit um hier zu kampieren!

Kaum nahm ich im Wartezimmer wieder Platz, rief jemand aus der hinterster Ecke der Praxis nach mir. Ich stand auf…mittlerweile klebte ich wieder an dem scheiß Boden… und folgte der unbekannten Stimme. Halbdunkles Zimmer, eine Liege, ein Gerät mit Bildschirm. Tolle Kulisse!

- Machen Sie bitte den Oberkörper frei und legen Sie sich hin -

USG

Kaum habe ich mich hingelegt, betrat der Doktor persönlich die kalte Kammer von geschätzten 2,5 Quadratmeter und ohne Vorwarnung klatschte mir etwas ekelhaft glitschige und kalte Masse auf mein Bauch! Eine gelatinartige Flüssigkeit, die den Kreaturen in den Horrorfilmen von den Fressen tropft. Scheiße, was ist das für Zeug? Kontaktflüssigkeit damit zwischen mir und dem Gerät bessere Verbindung besteht? Offensichtlich, denn kurz nachdem ich mit dem Scheiß einbalsamiert wurde, fing der Doktor an mit einer Art Duschkopf auf meinen Bauch zu kreiseln. Auf dem Bildschirm merkwürdige Bilder einer Mondlandschaft. So sehe ich aus von Innen? Wie ein Schrottplatz also? Super!

- Alles in Ordnung. Keine krankhaften Veränderungen – sagte er, drehte sich um und drückte mir anschließend paar graue Papierhandtücher in die Hand, die man von den obskuren Toiletten an den Autobahnen kennt! Innereien intakt. Selbst die Leber nahm keinen Schaden von den paar Gläsern Bourbon, die ich mir in der Woche gönne wenn mir danach ist. Die USG-Untersuchung hat etwas von der Puff-Romantik…aus der Perspektive einer Nutte allerdings. Tut zwar nicht weh, angenehm ist es auch nicht, das alles in einem kleinem, obskuren Zimmer und die Spuren des Aktes werden mit grauen Papiertüchern beseitigt. Schnell weg hier, meine Fantasie entwickelt sich in falsche Richtung!

Blutabnahme

Etwas noch angeschlagen von dem Besuch in der Kammer mit der Liege und dem merkwürdigen Gerät, dass in das Innere eines Menschen schaut, lehnte ich mich an die Wand und wartete stehend auf weitere Attraktionen des Tages. Es hat nicht lange gedauert. Eine Tür ging plötzlich auf und ich sah ein angenehmes, weibliches Gesicht, das nach mir suchte. Ich setzte mich hin und wies die attraktive Arzthelferin mit sehr weiblichen Rundungen darauf hin, dass ich eine Abneigung gegen diese Art von Doktorspielchen verspüre. Ach Scheiße…nenne wir das Problem beim Namen. Ich habe Angst vor Spritzen und? Manch ein Mensch fürchtet sich vor Spinnen, der andere vor nackten Frauen im Bett und ich habe halt etwas gegen spitze Gegenstände, die in mein Körper eindringen! Doch die Schwester wusste wie man große Jungs zu Ruhe bringt, lenkte mich professionell ab in dem sie meine Tattoos am rechten Unterarm ansprach und noch bevor ich daran denken konnte vom Stuhl zu kippen, war die kilometerlange Nadel schon drin! Echt tolles Mädchen! Entgegen meinen Befürchtungen, großes Blutbild bedeutet große Menge Blut, zapfte sie mir nicht direkt einen halben Eimer ab.

EKG

Anderes Zimmer, andere Sitten. Die Arzthelferin saß etwas gekrümmt vor einem Bildschirm und hatte etwas von einer Steuerbeamtin, die nur darauf wartet ihr Opfer in den Boden zu rammen.

- Ziehen Sie bitte ihr T-Shirt aus, hinlegen und die Hosenbeine etwas hochkrempeln – sie redete nicht, sie befahl und in meinen Erinnerungen sah ich noch die nette Frau, die mir gerade das Blut abnahm. Welch ein Kontrast zu der Dame am EKG-Gerät, die mir schweigend die kalten Saugknöpfe an meinen Körper anbrachte. Nach nicht mal einer Minute hatte ich es hinter mir, sie verließ das Zimmer und ich durfte mich wieder anziehen. Als ich meinen Oberkörper plötzlich im Spiegel sah, erschreckte ich. Ich sah aus, als hätte ein Erschießungskommando wild auf mich geballert! Noch bevor ich angezogen war, betrat die dominante Schwester das Zimmer und überbrachte mir die dritte, gute Nachricht des Tages. Das Herz ist wie neu. Fragt sich wie lange wenn ich noch weiter hier gefoltert werde doch dann ich durfte gehen! Ich verließ die Praxis und als ich auf der Straße stand, wurde mir klar was Freiheit bedeutet!

Fazit

Die Anstrengungen der letzten Monate haben sich offenbar gelohnt. Cholesterinwert hat sich wieder auf den normalen Pegel bewegt. Dabei kann ich nicht mal behaupten, große Anstrengungen unternommen zu haben. Ich nahm die verschriebenen Tabletten, bremse den Zuckerkonsum (der ungesüßte Kaffee schmeckt immer noch wie Gülle), trainiere regelmäßiger als sonst und achte etwas mehr auf die Ernährung. Dabei muss ich erwähnen, ich sehe das nicht als Diät, denn ich gönne mir Junkfood wenn mir danach ist und greife zu Süßigkeiten wenn ich schwach werde…nur dies alles in anderen Dimensionen wie vorher. Toll oder?

Die Männer geben statistisch gesehen den Löffel schneller ab als die Frauen (soviel zum Thema Gleichberechtigung!) also ich würde mit ruhigen Gewissen behaupten. es lohnt sich schon zwei Mal im Jahr zum Arzt zu gehen um nicht mit 45 Jahren bereits an den Blumen von unten zu schnüffeln. Ich habe es gemacht und wann checkst du Dich, Mann?

 


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