Lebensmittel: Regional statt biologisch

Der große Bio-Boom scheint vorbei zu sein, dafür zählt die regionale Herkunft deutlich mehr. Diesen Schluss lassen jedenfalls die Daten des Handels zu. Erfreulich ist diese Tendenz auf jeden Fall.

Auch wenn die Bio-Lebensmittel nach wie vor hoch im Kurs stehen, so zählt für immer mehr Konsumenten auch die Herkunft der Lebensmittel. Angesichts der ökologischen Sinnlosigkeit von Biogemüse aus tausenden Kilometern Entfernung ist dies nachvollziehbar.

Stärkung der regionalen Wirtschaft

Für die Hersteller von Nahrungsmitteln in Deutschland und Österreich ist diese Entwicklung durchwegs positiv. Immerhin bleibt durch den Kauf regionaler Produkte die Wertschöpfung auch weitestgehend in der eigenen Umgebung, was sowohl in Sachen Arbeitsplätze als auch hinsichtlich der Steuern und Sozialabgaben zu begrüßen ist.

In Österreich ist diese Entwicklung deutlich ausgeprägter als in Deutschland oder der Schweiz. So ist laut einer Studie von A.T. Kearney in Österreich jeder fünfte Artikel im Einkaufskorb regionaler Herkunft, während lediglich jeder zehnte Artikel das Bio-Etikett tragen darf. In Deutschland geben laut "Statista" immerhin 38% der Konsumenten an, häufig regionale Produkte zu kaufen – 10% der Befragten scheinen sogar ein sehr ausgeprägtes Heimatbewusstsein zu haben, und kaufen demnach nach Möglichkeit immer regionale Produkte.

Das Problem der Klassifizierung

Allerdings muss man sich fragen, wo Regionalität beginnt und wo sie aufhört. Müssen bei verarbeiteten Produkten die meisten Zutaten aus der Region stammen, oder reicht hierfür der Grad der Wertschöpfung? Ein schönes Beispiel aus meiner Region ist das Schweinefleisch: In Vorarlberg spielt die Schweinezucht nur eine sehr untergeordnete Rolle, und dennoch verkaufen die Metzgereien und Supermärkte Unmengen an Schweinefleisch "aus dem Ländle". Möglich ist dies deshalb, weil lediglich über 50% der Wertschöpfung hier stattfinden müssen. Verarbeitet kostet das Fleisch eben mehr als das Doppelte als die gelieferten Schweinehälften.

Ähnlich ist es beim Bier: Hopfen wird hier nicht angebaut, Gerste wird auch angeliefert, dafür ist das Wasser von hier. Bei den Backwaren genauso: Kaum eine Zutat die nicht von außerhalb kommt – lediglich der Verarbeitungsprozess findet in der eigenen Region statt. Ergo: Regional ist nicht gleich regional. Schon gar nicht bei verarbeiteten Nahrungsmitteln.

Trotz der Einschränkungen lohnt es sich

Dennoch lohnt sich der Kauf regional produzierter Waren. Immerhin profitiert das regionale verarbeitende Gewerbe davon. Jener Wirtschaftszweig, der im Durchschnitt auch die besseren Löhne zahlt als der Dienstleistungsbereich. Somit ist dies auch eine Möglichkeit, die regionale Wirtschaft zu stärken und dabei Dank der kürzeren Transportwege auch die Umwelt ein wenig zu schonen.

RegionalfensterIn Deutschland wird aus diesem Grund (siehe Beispielbild links) ab 2014 das "Regionalfenster" für Lebensmittel eingeführt. Damit sollen die auf regionale Herkunft achtenden Konsumenten noch besser und übersichtlicher über die Herkunft der Lebensmittel informiert werden. Für Österreich ist ein ähnliches Siegel leider nicht geplant.


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