Polen: Frankenkredite sorgen für Angst

Für hunderttausende Polen wird die finanzielle Situation langsam kritisch. Der hohe Frankenkurs sorgt für teurere Kreditraten, während gleichzeitig die Immobilienpreise sinken. Analogien zur US-Hypothekenkrise sind unvermeidbar.

Rund 700.000 Polen besitzen Frankenkredite; 250.000 davon stehen vor der Tatsache, dass die Schulden den Wert der Immobilien deutlich übersteigen. Besonders davon betroffen sind jene Kreditnehmer, die im Jahr 2008 auf den Fremdwährungszug aufgesprungen sind.

Teure Entscheidung

Damals, 2008, sank der Frankenkurs auf rund 2 Zloty, während die Immobilienpreise auf Rekordwerte anstiegen. Heute hingegen kostet ein Franken rund 3,4 Zloty – doch die Preise auf dem Immobilienmarkt sind deutlich gesunken. Dies ist eine sehr gefährliche Mischung, welche zu einem drastischen Ansteigen der nicht bedienbaren Kredite führen wird.

Wer im Jahr 2008 beispielsweise einen Kredit für 200.000 Zloty auf Frankenbasis aufnahm, musste also rund 100.000 Franken erwerben. Heute sind diese Frankenschulden etwa 340.000 Zloty wert. Wenn der Marktwert der Immobilie dann auch noch von 200.000 auf 170.000 Zloty gesunken ist, liegt die Wertdeckung bei gerade einmal 50%. 

Sammelklagen und Zwangsumwandlungen

Inzwischen werden schon Sammelklagen in Betracht gezogen, da es sich nach Meinung von Experten bei den Fremdwährungskrediten um unzulässige Spekulationsgeschäfte handeln würde. Demnach würden die Kreditnehmer den Banken lediglich jene Summe schulden, die sie damals in Zloty auch erhalten hätten – Plus Zinsen. Bei einem Erfolg vor Gericht könnte dies den Banken Milliardenkosten verursachen.

In Kroatien und Ungarn wurden die Kosten für die (Zwangs-)Umwandlungen von Frankenkrediten in Kuna, bzw. Forint auch den Banken aufgelastet. Eine ähnliche Entscheidung wäre auch für Polen denkbar. Damit könnten den Banken – je nach Richterspruch – finanzielle Belastungen von 50-100 Milliarden Zloty (ca. 12-24 Milliarden Euro) aufgedrückt werden.

Artikelbild: polonya.eu


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