Laufzeitverlängerung war politischer Fehler - BUND sieht wachsenden Unmut

Für den Vorsitzenden des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, belegt die Stärke des Anti-Atom-Protests im Wendland den wachsenden Unmut über die Regierungsentscheidung, den Atomkraftwerken längere Laufzeiten zu genehmigen.
Es werde zunehmend deutlich, dass dies ein schwerer politischer Fehler gewesen sei. Nie zuvor hätten sich so viele Menschen dem Castorzug in den Weg gestellt, in dem sie zu Recht das Symbol einer falschen Energiepolitik sähen. Noch immer sind auch Vertreter des BUND und seiner Jugendorganisation vor Ort und beteiligen sich an den Protesten.
"Hoffentlich begreift die Bundesregierung jetzt, dass die mit den Stromkonzernen ausgehandelten Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke einen extrem hohen Preis haben. Mit ihrer rückwärtsgewandten Energiepolitik trägt die Regierungskoalition aus CDU, CSU und FDP die alleinige Verantwortung dafür, dass in Deutschland längst überwunden geglaubte gesellschaftliche Gräben wieder aufgerissen wurden. Der Protest gegen die schwarz-gelbe Energiepolitik kommt aus allen Schichten der Gesellschaft und er beeindruckt durch seine Ausdauer und Ernsthaftigkeit", sagte Weiger.
 Demonstranten stehen für Millionen Menschen
Die Demonstranten im Wendland stünden für Millionen Menschen in Deutschland, die es ablehnten, die gefährlichen Atomkraftwerke länger laufen zu lassen. Der aufgrund der Entscheidung für längere AKW-Laufzeiten weiter wachsende Atommüllberg und die ungelöste Entsorgungsfrage für den radioaktiven Abfall, aber auch die Risiken des laufenden Betriebs der Atomkraftwerke machten den Menschen große Sorgen.
"Die Bundesregierung muss die Proteste endlich ernst nehmen und ihren Pro-Atom-Kurs revidieren. Wenn sie stattdessen weiter vor allem die Interessen einiger weniger Energiekonzerne bedient, wird sie politisch scheitern", sagte Weiger.
Dies ist eine Mitteilung des BUNDs zu den erfolgreichen Demonstrantionen