Kritik - Rubinrot

Kritik - Rubinrot

Regie: Felix Fuchssteiner
Genre: Fantasy
Cast: Maria Ehrich, Jannis Niewöhner, Veronica Ferres, u.a.
Kinostart: DE 14. März 2013

"Rubinrot" ist die langerwartete, deutsche Bestseller-Verfilmung der Edelstein-Reihe von Autorin Kerstin Gier.
Zum Inhalt : In Gwendolyn Shepherds Familie richten sich kurz vor ihrem 16. Geburtstag sämtliche Augen der Familie auf ihre Cousine Charlotte. Da diese das "Gen" geerbt hat, das es ermöglicht, in der Zeit zu reisen, genießt sie die gesamte Aufmerksamkeit, was Gwendolyn nur Recht ist. Ihr Leben lang wurde Charlotte auf die Zeitreisen vorbereitet, im Rahmen einer Geheimloge in Etikette, Tanz, Fechtkunst und Geschichte unterrichtet und Gwendolyn ist froh, dass der Kelch offenbar an ihr vorbei ging.
Unerwarteter Weise springt jedoch nicht Charlotte, sondern Gwendolyn in der Zeit. Sofort wird sie der Geheimloge vorgestellt und erfährt, dass sie die Letzte im Kreis der zwölf Zeitreisenden ist, denen jeweils ein Edelstein zugeordnet ist. Gwendolyn ist der Rubin. In jeder Generation wird das "Gen" an eine weibliche Zeitreisende und einen männlichen Zeitreisenden vererbt. Zeitreisender ihrer Generation ist Gideon, der sogleich behauptet, dass Gwendolyn die Mission gefährden würde, da es ihr an den Kenntnissen und Fähigkeiten mangelt, die er und Charlotte ein Leben lang erlernt haben. Die Mission besteht darin, das Blut sämtlicher Zeitreisenden zu sammeln. Ist das Blut aller Zeitreisenden gesammelt, wird sich eine Prophezeihung erfüllen, die jedoch werder Gideon noch die Wächter der Geheimloge der Zeitreisenden so richtig deuten können.

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Gwendolyn unternimmt sodann mit Hilfe eines sog. Chronografen einige kontrollierte Zeitreisen mit Gideon, was sich als schwierig gestaltet, da man Gewendolyn nicht in die Details der Loge und der Zeitreisen einweiht. Sie beginnt, Fragen zu stellen, vorallem als sie in der Vergangenheit Lucy und Paul begegnet, die Zeitreisenden der vorangegangenen Generation, die einen der beiden existierenden Chronografen gestohlen hatten, um die Erfüllung der Prophezeihung zu verhindern. Der Gründer der Loge, der Graf von Saint Germain, versucht Gwendolyn im Jahre 1782 mithilfe von Gedankenkontrolle und Telekinese zudem einzuschüchtern. Nachdem Gwendolyn und Gideon bei einer Kutschfahrt angegriffen werden und nur knapp mit dem Leben davon kommen, beginnt auch Gideon endlich, sich zu fragen, wofür er täglich sein Leben riskiert und die beiden machen sich in der Vergangenheit und Gegenwart auf die Suche nach Antworten.

Kritik - Rubinrot

Es handelt sich bei "Rubinrot" nicht etwa um einen Hollywood-Blockbuster, sondern um eine deutsche Produktion, die aber krampfhaft versucht, mit der internationalen Konkurrenz auf Augenhöhe zu sein. So spricht Gwendolyn ihre Mutter etwa mit "Mom" an, was dem Ganzen leider etwas Authentizität nimmt. Die Handlung entspricht nur bedingt der Romanvorlage, und so werden die Fans der Edelstein-Reihe von Kerstin Gier auf jeden Fall enttäuscht. Die ganze Komplexität der Prophezeihung, die Handlungen vergangener Zeitreisegenerationen die sich ineinander verstricken, die Intrigen des Grafen und die eigentlichen Hintergründe des Zeitreisemechanismus werden in dieser Verwilmung nicht nur vernachlässigt, sondern komplett unterschlagen, so dass alles simpel und lieblos erscheint. Es wird zwar einiges aus der Romanvorlage angeschnitten, doch auf Grund des fehlenden Tiefgangs, der völlig veränderten Handlung der Romanvorlage und nicht vorhandener Einzelheiten bleiben letztlich zu viele Fragen offen und die Handlung wirkt unschön konstruiert und oftmals unlogisch. Die Dialoge tragen auch nicht gerade zur Authentizität bei, denn Gwendolyn ergeht sich in nervösem Geschnatter, Gideons Figur zu charakterisieren ist nahezu unmöglich - wohingegen wir nach den ersten Szenen alle verstanden haben, dass Charlotte eine arrogante Zicke ist, die sich dem Klischee eines Jugendfilms entsprechend natürlich mit Gwendolyn um Gideons Gunst streitet. Auf Grund fehlender Details wird zudem die Rolle diverser Nebenfiguren nicht deutlich, so dass der Film vor Charakteren nur so wimmelt, die absolut nichts zur Handlung beitragen.

Fazit Rubinrot ist die schlechteste Umsetzung einer Romanvorlage unserer Zeit. Die verzerrte Handlung, die Auswahl der Schauspieler und vor allem die wenig authentischen Szenerien machen das Ganze zu einem Desaster, das keinesfalls empfehlenswert ist, sofern man älter als die vermeintliche Zielgruppe anspruchsloser weiblicher Teenager ist. Selbst die Zeitsprünge werden wenig effektvoll dargestellt: Gwendolyn wird, sofern es überhaupt gezeigt wird, angehoben und mit dem Rücken voran ins Nichts gesaugt, es folgen ein paar obligatorische Blitze und in der nächsten Szene fällt sie einfach ohne jeglichen Effekt auf den Boden. Ich empfehle an dieser Stelle die Roman-Trilogie, die mehr als lesenswert ist und das Thema Zeitreisen ganz neu erfindet.  Im Film "Rubinrot" hingegen liegen die Prioritäten offensichtlich in der Erfüllung sämtlicher Klischees. Und so wird die innovative Idee, welche hinter den Bestsellern von Kerstin Gier und dem Film selbst steckt, am Ende niemals offensichtlich.

1 / 10 Ärgerpunkte


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