Kriegspropaganda und kein Ende

Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit schrieb Lord Arthur Ponsonby. Er stellte am Beispiel der Propaganda für und während des ersten Weltkriegs sozusagen zehn Gebote für Kriegspropaganda auf, die nichts von ihrer Gültigkeit verloren haben:

1. Wir wollen den Krieg nicht.
2. Das gegnerische Lager trägt die Verantwortung.
3. Der Führer des Gegners ist ein Teufel.
4. Wir kämpfen für eine gute Sache.
5. Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen.
6. Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, wir nur versehentlich.
7. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm.
8. Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache.
9. Unsere Mission ist heilig.
10. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter.

(Zitiert nach Lüge in Kriegszeiten von Mathias Bröckers)

Und so ist es auch, und natürlich wird aus Niederlagen und Fehlschlägen nichts gelernt – denn dann müsste man ja mal überlegen, warum das alles immer wieder so furchtbar schief läuft. Was ist denn mit Freiheit, Demokratie und Menschenrechten in Afghanistan oder im Irak? Oder in Libyen – da geht, seit Gaddafi gestürzt und ermordet wurde, alles den Bach runter – da heißt es natürlich jetzt, man hätte Libyen nicht den Libyern überlassen dürfen – interessant. Ich dachte, die sollte von ihrem wohlmeinenden, aber leider sehr undemokratischen (und irren!!!) Diktator befreit werden.

Dass sie jetzt diese Freiheit nutzen, um sich gegenseitig bis aus Blut zu bekämpfen, war wohl nicht im Sinne der Weltmarkterschließer. Aber für den Waffenhandel könnte das zuträglich sein, man muss auch das Positive sehen. Jetzt haben alles Angst, dass ein neues Somalia entsteht – und man erinnere sich, auch in Somalia hat eine Militärintervention erst recht dafür gesorgt, dass das Land nicht mehr auf die Füße kommt. Über Syrien redet inzwischen eh niemand mehr – wer will schon die ganzen Flüchtlinge aufnehmen, die jetzt durch die Länder irren, weil ihres im Namen von Demokratie, Freiheit und Menschenrechten gerade in Stücke geschossen wurde.

Dieses Problem haben auch die Palästinenser, die gerade in Gaza in Grund und Boden bombardiert werden – Israel will ein Sicherheitsproblem lösen und die ganze Welt plappert jetzt eifrig nach, dass die böse Hamas in fleißiger Wühlarbeit den ganzen Gazastreifen untergraben hat – was ganz wörtlich zu nehmen sei.

Aber was hätten die denn sonst machen sollen? Israel sperrt die Bevölkerung dort doch seit Jahren ein und kontrolliert alles, was überirdisch rein und raus geht. Dass dann mit zunehmender Wut und zunehmendem Frust nicht nur Menschen, Treibstoff, Medikamente, sondern auch Raketen und Sprengstoff nach Gaza geschmuggelt werden, ist doch klar. Wobei ich das jetzt auch nicht zum heroischen Freiheitskampf der Palästinenser verklären möchte, denn diese Freiheitskampf-Sache ist ja auch etwas, das ich eigentlich ziemlich bescheuert finde. Also nicht speziell in Gaza, sondern überhaupt. Das ist ja in der Regel nichts anderes, als auf die Spitze getriebener Nationalismus. Warum soll ich das bei kleinen Nationen weniger bescheuert finden als bei großen?!

Aber andererseits finde ich natürlich auch, dass man sich gegen unerträgliche Zumutungen wehren muss. Und der Bevölkerung in Gaza und im Westjordanland wird einiges zugemutet. Frieden schaffen mit noch mehr Waffen wird auch hier nicht funktionieren, auch wenn die Israelis das jetzt offenbar auf diese Weise lösen wollen. Aber das sollten sie doch aus ihrer eignen Geschichte kennen – je mehr man die Leute quält und unterdrückt, desto verbissener wehren sie sich und schlagen irgendwann zurück.

Und derzeit wird auch alles dafür getan, dass es in Osteuropa noch lange Zeit einen Kriegsschauplatz geben wird – natürlich ist Russland dran schuld, denn der Westen will ja nur Freiheit, Demokratie und Menschenrechte für alle Ukrainer und Ukrainerinnen. Ja, wenn man erstmal anfängt zu kotzen, kann man gar nicht mehr damit aufhören.



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