Kleider machen Leute. Butter bei die Fische! (Teil 5)

Kleider machen Leute. Butter bei die Fische! (Teil 5)Die letzten Teile haben sich auf verschiedene Problemstellungen im Bezug auf Kleidungsinsdustrie und Konsumverhalten konzentriert – Individualitaet, sexistische Mode, Arbeiterrechte und eine Shopping-Auszeit wurden thematisert. In diesem Teil möchte ich euch gerne ein paar Tipps geben, wie man seinen Klamottenkonsum islamischer gestalten kann – also endlich Butter bei die Fische!

Viele Menschen haben erkannt, dass es mit dem Konsum so nicht weitergehen kann, und das vor allem Kleiderherstellung oft nicht vereinbar ist mit Menschenrechten und Umweltschutz. Jeder kann seinen eigenen Weg finden einen positiven Beitrag zu leisten. Es wurden viele Ökomarken gegründet, auf die ich jetzt nicht eingehen werde, die jeder mit einer simplen Google Suche finden kann. Ich stelle euch hier aber einige Ideen vor:

Etsy:

Eine Plattform die in dem Glauben an eine bessere Welt durch bewussteren Konsum entstanden ist, ist Etsy. In der Selbstbeschreibung von Etsy heisst es:

“Etsy is the world’s handmade marketplace. Our mission is to empower people to change the way the global economy works. We see a world in which very-very small businesses have much-much more sway in shaping the economy, local living economies are thriving everywhere, and people value authorship and provenance as much as price and convenience. We are bringing heart to commerce and making the world more fair, more sustainable, and more fun.”

Wer sich mit den großen Ketten nicht abfinden will, der wird auf Etsy sicher fündig – hier wird Selbstgemachtes von Möbeln, über Schmuck, Kunst und Kleidung und vieles mehr zum Verkauf angeboten. Kleine Händler bieten ihre selbstgenähte Ware an und oft findet man Anbieter, die komplett auf Öko umgestellt haben. Preislich findet man eine große Bandbreite. Vor allem aber findet man bei Etsy Kleidung, die man sonst nirgendwo anders finden würde: z.B. wunderschöne Vintage Hochzeitskleider aus den 20ern und 30ern zu erschwinglichen Preisen, die oft unter den Preisen für ein neues Hochzeitskleid in einem typischen Laden liegen – das sind echte Perlen -  nach sowas kann man woanders lange suchen. Vintage oder Second Hand sind sowieso ein großer Trend und erfreuen sich immer mehr Fans. Ein Trend der sich daraus entwickelt hat und auf Etsy sehr erfolgreich ist, nennt sich “Upcicling” – keine Klamotten mehr wegschmeissen, sondern aus alten Kleidern neue machen. Dadurch entstehen immer wieder neue, schöne und individuelle Stücke. Von den großen Ketten abzuschwören bedeutet also nicht, sich langweilig zu kleiden.

Second Hand:

Second Hand generell hat unter Muslimen zu Unrecht ein seltsames Image – Niemand muss sich Sorgen machen in einem Second Hand Laden nur abgetragene, womöglich sogar noch fleckige oder löchrige Kleidung vorzufinden! Die heutigen Second Hand Läden verkaufen sehr gut erhaltene und schöne Kleidung, Taschen und Schuhe – mehr Menschen sollten dem Konzept eine Chance geben. So werden Ressourcen genutzt, ohne irgendwelche Menschen erneut auszubeuten und ohne dass die Umwelt unnötig belastet wird. Ein sehr islamisches Konzept also. Second Hand Läden gibt es in wirklich fast jeder Stadt, sucht euch vielleicht einmal eine Adresse heraus und schaut, ob ihr euch die neue Jeans nicht vielleicht doch aus einem Second Hand Laden, statt im H&M kaufen wollt.

Klamottentausch:

Mit Freundinnen haben wir in Wuppertal schon oft Treffen veranstaltet, bei denen jede von uns Klamotten, die sie nicht mehr trägt mitbringt. Wir sitzen gemütlich beisammen, trinken Tee, essen Kuchen und unterhalten uns. Irgendwann  wird alles ausgelegt und man kauft sich das was einem gefällt – alles Geld kommt einem Projekt zu Gute, was man sich vorher ausgesucht hat. Dabei passiert etwas ganz Zauberhaftes: Als Mädchengruppe sind wir einander so noch näher gekommen, als zuvor. Jeder verbindet Erinnerungen mit seinen Klamotten, Schuhen und Schmuck. Wenn die eigenen Freundinnen etwas erwerben, was  vorher dir gehört hat. Wenn du sie dann später das erste Mal in “deinem” Kopftuch, Kleid oder Pullover siehst, dann fühlt man sich sehr verbunden. Hört sich kitschig an, ist aber wahr. und gleichzeitig sammelt man Geld für einen guten Zweck.

Selbst nähen

Wer Lust hat, sollte es wirklich einmal ausprobieren! Es macht Spass, man lernt eine Menge und es fühlt sich wunderbar an, wenn man etwas trägt, was man selbst genäht hat! Das ist definitiv einmalig, und man schätzt die Arbeit, die hinter der Herstellung eines solchen Kleidungsstückes steckt viel mehr. Es steckt einfach Liebe darin, anders kann man es nicht beschreiben. Seit ich aufgehört habe einzukaufen, habe ich angefangen selbst zu nähen und es ist wunderbar! Ich lerne so viel! Alhamdulillah, ich bereue meinen Entschluss kein bisschen! Unter siebenblau.de findet man übrigens auch organische, fair gehandelte Stoffe. Und eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Beitrag in paar Ideen geben konnte und dazu angeregt habe, das eine oder andere selbst auszuprobieren – viel Vergnügen wünsche ich euch!

von Ilhaam E.


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