Kino-Kritik: Resident Evil – Retribution

Kino-Kritik: Resident Evil – RetributionVideospielverfilmungen sind seltsam. Irgendwie gelingt es den Regisseuren nie, den Geist der Vorlage einzufangen und gut wiederzugeben. Mit Silent Hill als einzig wirklich “gutem” Vertreter dieser Zunft ist das Feld der hervorstechenden Verfilmungen auch recht überschaubar. Und nicht einmal allzu glamurös besetzt…
Gut, das war qualitativ gedacht…quantitativ ist vor allem eine Reihe erfolgreich: Resident Evil. Und während sich die Spiele mehr und mehr von ihren Wurzeln entfernt, fußten die Filme nie auf den zugehörigen Spielen. Vier Machwerke schmückt mittlerweile das Franchise (ich ignoriere jetzt mal die Animationsfilme, die wenigstens WIRKLICH auf den Spielen beruhen). Und es wurde immer…seltsamer…Mit Resident Evil: Afterlife kam dann sogar ein regelrechter Blender vor zwei Jahren in die Kinos. Damals war ich geplättet und irgendwie wirklich unterhalten, aber eine kürzlich eingesetzte Wiederholung lies mich schaudern über meinen gar nicht so alten Filmgeschmack…es ist irgendwie seltsam, dass das geniale 3D das Afterlife aufwerten konnte. Nun also Resident Evil: Retribution …und ganz ehrlich…den Film kann gar nichts aufwerten!

Kaum hat Alice (Milla Jovovich) Arcadia gefunden und Albert Wesker (Shwan Roberts) in die Flucht geschlagen, greift Umbrella auch schon den großen Frachtdampfer an. Leider ist die Übermacht zu drückend und wieder einmal wird sie in einem Labor gefangen. Dank Ada Wong (Li Bingbing) entkommt sie wieder, muss sich aber erst aus dem Labor durch Horden von Zombies und Lickern kämpfen. Doch da ist noch die von Umbrella umgepolte Jill Valentine (Sienna Guillory), die Alice das Leben schwer macht.

Zum zweiten Male weigere ich mich für einen Film eine Wertung zu geben. Denn auf meiner Wertungsskala wäre der neuste Streich von Paul W.S. Anderson mehr als nur im negativen Bereich…er würde ihn ganz für sich beanspruchen. Resident Evil: Retribution ist das ungewollte Inzuchtkind aus einem Uwe-Boll-Film und ‘nem Kerl, der sich dreißig Stunden am Stück mit Matrix Reloaded volldröhnt.

Ich habe dem Resident Evil-Franchise etliche Chancen gegeben. Den Allerersten fand ich ansprechend – spielfremd, aber nettes Popkornhorroreinerlei. Resident Evil: Nemesis war dann ein klitzeklein wenig näher am Spiel, aber ziemlich dünn. Kaum ein Actionfeuerwerk hat mich so gelangweilt wie dieses. Nach Resident Evil: Extinction musste man dann einsehen, dass die Filme mittlerweile weiter von den namensgebenden Spielen entfernt waren, als ein Buzz Lightyear vom Weltraum. Und doch, grade der dritte Teil ließ mich ein wenig Hoffnung schöpfen. Den sehe ich auch jetzt noch als besten Teil der Reihe an. Kein Glanzlicht, da kaum den Namen wert, aber zumindest ein guter Film. Resident Evil: Afterlife möchte ich aus gegebenen Umständen ignorieren…ich schäme mich noch immer, den gut gefunden zu haben. Was hat mich hier 3D geblendet…

Resident Evil: Retribution könnte man alles verzeihen: schwaches Drehbuch, Ferne zur Vorlage, schwache Inszenierung. Alles Sachen, die man mit zwei blinden Augen so an dem Film sehen könnte. Doch wagt man sich hinzuschauen, fällt einem das ganze Chaos auf der Leinwand auf.
Das Ende des vierten Films wird ad absurdum geführt, in dem man einfach alles nochmal von vorne aufrollt. Alice (Milla Jovovich) wieder in Gefangenschaft, wieder Labor. Diesmal wird sogar das Labor größer gemacht, das Setting orientiert sich an nahezu jedem vorangegangenen Teil und man bekommt das Gefühl ein Best Of der Vorgänger präsentiert zu bekommen. Das wäre nicht schlimm, wenn die neuen Dinge nicht so abgrundtief schlecht sind. Kennt ihr beispielsweise Leon S. Kennedy? Ja genau, der Kerl aus den Spielen. Lange habe ich herumgerätselt, ob der Blondschopf im Film wirklich Leon war…und kurz vor Schluss wurde es so offenbart. Krampfhaft wurden Elemente aus den Spielen eingefügt, ohne richtig stimmig ins Gesamtwerk zu passen. Auf Storyniveau weit unter vergleichbarem Dünnpfiff wie Dungeon Siege – Schwerter des Königs. Und das heißt schon was…es ist ein Boll-Film.

Schrecklicher ist da nur die lieblos inszenierte Action. Zeitlupe hier…noch eine Zeitlupe und wieder eine. Dann folgt eine kurze Verfolgungsjagd durch enge Gänge gefolgt von noch einer Kampfzeitlupe und einem Shoot-Out. Ganz dämlich wird es dann, wenn die Zombies zurückschießen. Wenigstens da eine nähe zu den Spielen, auch in Resident Evil 6 tragen manche Zombies richtige Schusswaffen…..

Ich wollte dem Film ja eine Chance geben. Aber was Anderson und seine Jovovich hier verbrochen haben, ist nicht einmal als Trash spaßig. Und doch wird es wie bei jeder Katastrophe wieder genug Leute geben, die sich an dem Übel ergötzen. Und wenn es nur so masochistische Junkies wie meine Wenigkeit sind.


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