Kino-Kritik: Das Bourne-Vermächtnis

Kino-Kritik: Das Bourne-VermächtnisMatt Damon ist Jason Bourne. War er immer und wird er immer sein. Mit dem intelligenten Actioner Die Bourne-Identität erschufen Tony Gilroy, der im neusten Film als Regisseur aktiv wurde, und W. Blake Herron als Drehbuchautoren, Doug Liman (u.a. Mr. & Mrs. Smith) als Regisseur und in vorderster Front der Hauptdarsteller einen der spannendsten Agentenfilme der letzten Jahrzehnte.
Nun liegt es aber an jemand anderem, die großen Fußstapfen von Jason Bourne zu füllen, die drei Filme geprägt haben. Jeremy Renner, der als Hawkeye in The Avengers bereits dieses Jahr auf der Leinwand herumhechtete, tritt die Nachfolge an. Auf intelligente und gleichzeitig einschläfernd-dumme Weise…

 

Aaron Cross (Jeremy Renner) befindet sich in Alaska auf einem Überlebenstraining. Er ist ein TOP-Agent von Outcome, einer CIA-Untereinheit. Doch als er beschließt, sein Training zu verkürzen und zu früh am vereinbarten Treffpunkt erscheint, stellt sich für ihn alles auf den Kopf. Nur knapp entkommt er einem Attentat seiner eigenen Leute und befindet sich nun auf der Flucht. Doch er braucht Pillen, mit denen Outcome ihn abhängig gemacht hat. Daher sucht er die Virologin Dr. Marta Shearling (Rachel Weisz) auf, die ebenfalls vom CIA für Outcome gejagt wird.

Man sollte manche Franchise einfach ruhen lassen. Erst recht wenn das Zugpferd der Reihe, also in diesem Fall Matt Damon, abspringt und für den vierten Film nicht mehr zur Verfügung steht. Doch trotzdem war die Ausgangslage für Das Bourne-Vermächtnis nicht allzu schlecht. Man schrieb ein Drehbuch, dass den Film einfach zu einer Art von Parallelgeschichte der ersten Trilogie formte. Engagierte einen aufstrebenden Darsteller für die Hauptrolle und nahm mit Rachel Weisz und Edward Norton zwei weitere Hochkaräter der Branche unter Vertrag.

Grade der Punkt, dass man teilweise mit der Jason Bourne-Storyline herumspielt und hier quasi andere Auswirkungen der Geschehnisse mitzuverfolgen sind, wertet Das Bourne-Vermächtnis auf. Doch letztlich erreicht der vierte Ableger niemals die Klasse seiner Vorgänger. Befand sich bereits die Trilogie in einer Art von freiem Fall von genial zu gehobenem Durchschnitt, bekommen wir hier einen total durchschnittlichen Thriller vorgesetzt.

Die größte Beleidigung, die der Zuschauer erfährt, ist dabei der Plot. Viren, Pillen und eine Jagd durch Manila. Man gab sich nicht wirklich große Mühe, die “Intelligenz” der Vorgänger zu kopieren. Stattdessen eine 08/15-Geschichte, die auch in einem Stallone-Film hätte vorkommen können. Wie gesagt, würde nicht mancher Winkelzug zu Jason Bourne dazwischenfunken, gäbe es keinerlei Grund diesen Film in einem Atemzug mit Matt Damons Filmen zu nennen.

Dazu bewegt sich die Action auf überschaubarem Niveau. Erst recht im Finale ist keinerlei Steigerung erkennbar und dann ist der Film plötzlich von Spannung und Plot her einfach…aus. Da knirscht man mit den Zähnen, selbst wenn man die Geschichte eigentlich nicht wirklich gerne verfolgt hat.
Ein großes Manko sind auch die beiden Zugpferde Rachel Weisz und Edward Norton. Beide spielen natürlich ihre Rollen fabelhaft, aber die Charaktere sbleiben die ganze Zeit farblos. Vor allem bei Weisz schade, da sie ja neben Jeremy Renner DIE Hauptrolle inne hat. Und Edwardd Norton? Seine Figur ist erst toll, dann wird eine Verbindung zwischen ihr und Aaron Cross aufgebaut, die gar nicht zum Tragen kommt. Und am Ende ist er dann plötzlich weg, völlig grundlos. Da war deutlich mehr drin.

Das Bourne-Vermächtnis ist jetzt kein wirklich abgrundtief schlechter Film (davon habe ich dieses Jahr schon genug gesehen), aber weiß nicht, die Spannung des Anfangs aufrecht zu erhalten. Irgendwie fehlt einfach etwas, wenn man die Geschichte verfolgt. Wäre wirklich ratsam, für einen eventuellen 5.Teil Matt Damon wieder an Bord zu holen.

Kino-Kritik: Das Bourne-Vermächtnis

Vergleichbare Filme: Die Bourne Verschwörung (Teil 2)


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