Im öffentlichen Nahverkehr stehen die Zeichen auf Streik. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kündigte gestern Abend Warnstreiks für den heutigen Dienstag im Bereich der Busbetriebe in den Landkreisen Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim an. Betroffen sind laut ver.di der gesamte Schülerverkehr und andere Buslinien in den Regionen.
Ver.di: „Es ist davon auszugehen, dass es in der Zeit von ca. 4 Uhr bis zirka 11 Uhr zu erheblichen Beeinträchtigungen im Schülerbusverkehr, im Stadtlinien- und im Linienbusverkehr kommen wird.“ Bestreikt werden laut Gewerkschaft die Grevesmühlener Busbetriebe (GBB), der Reisedienst Parchim (RDP), die Ludwigsluster Verkehrsgesellschaft (LVG) und die SGS Bus- und Reisen Schwerin GmbH. Zum letzteren Unternehmen gehören die Betriebshöfe Gadebusch, Schwerin und Sternberg.
Überrascht von der Streikankündigung bezeichnete Andreas Helms, Geschäftsführer der SGS Bus- und Reisen GmbH, die angekündigte Gewerkschaftsaktion gestern Abend als „unfreundlichen Akt“. Denn die Leidtragenden der Aktion seien „die Schulkinder, die mit Unterrichtsausfällen rechnen müssen“. Helms weiter: „Es mutet ein wenig merkwürdig an, denn wir befinden uns in Verhandlungen. Bislang war es immer üblich, die Gespräche zu führen. Die nächste Verhandlungsrunde mit ver.di ist für den morgigen 9. Mai angesetzt.“
Verdi bittet die Bürger, Schüler und deren Eltern um Verständnis und bezeichnet das bisherige „Angebot der Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen als ein Schlag ins Gesicht“. Die Beschäftigten in den Busbetrieben fordern in ihren Lohntarifverhandlungen einen Festbetrag von 110 Euro auf die Tabelle bei einer Laufzeit dieses Tarifvertrages von zwölf Monaten.
Nach Gewerkschaftsangaben sieht das Angebot der Arbeitgeber eine Erhöhung von 1,3 Prozent ab 1.April und eine nochmalige Erhöhung von 1,2 Prozent ab 1. April 2013 bei einer Laufzeit von 24 Monaten vor. Ver.di macht deutlich, dass damit „nicht mal der Inflationsausgleich“ erbracht wird. Aus Gewerkschaftssicht gab es einen respektablen Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst: „Warum soll dieser Abschluss nicht auch für die kommunalen Busbetriebe gelten?“ Helms weist in diesem Zusammenhang auf die finanzielle Situation der Unternehmen hin, denn den Betrieben wird in den kommenden Jahren weniger Geld als bislang zur Verfügung stehen: „Es stehen Kürzungen bei den Busunternehmen an.“ Ver.di sei darüber informiert. Folglich sei der Forderungskatalog nicht nachvollziehbar, so Helms gegenüber der SVZ.
Die Busbetriebe wollen heute je nach Möglichkeit auf den Warnstreik im Sinne der Fahrgäste reagieren und wenn möglich, alternative Spielräume zur Beförderung der Fahrgäste nutzen.
Quelle: SVZ.de
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Kein Schülerbusverkehr in vielen Städten. Foto: SVZ.de (Archiv)