Kein Geld für die Kirche?

Die Staatsleistungen an die Kirchen in Höhe von rund 500 Millionen Euro jährlich sollen ersatzlos gestrichen werden. Dies forderte der Koordinierungsrat säkularer Organisationen (KORSO) am Montagmorgen in Berlin. Die evangelische Kirche wäre von diesen Kürzungen stärker betroffen als die katholische.
So wird unter anderem gefordert, dass die Gehälter von Bischöfen, sowie die Pensionen ehemaliger Bischöfe, nicht mehr vom Staat gezahlt werden, sondern von den jeweiligen Organisationen. Diese Forderung unterstützt auch die ehemalige SPD-Politikerin Ingrid Matthäus-Maier, die schon seit Jahrzehnten die mangelhafte Trennung von Staat und Kirche in Deutschland kritisiert: "Der Verfassungsauftrag zur Ablösung der Staatsleistungen an die Kirchen existiert nun schon seit über 90 Jahren", heißt es in einer Stellungnahme der ehemaligen Vorsitzenden des Finanzausschusses des Bundestags. "Dass die Politik sich trotz größter Staatsverschuldung nicht an die Verwirklichung macht, ist ein klarer Verstoß gegen Artikel 140 des Grundgesetzes in Verbindung mit Artikel 138 der Weimarer Reichsverfassung. Ich begrüße ausdrücklich, dass mit der Kampagne von KORSO Politik und Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht werden."
Reaktion der Kirchen
Die Deutsche Bischofskonferenz sprach am Montag von einer Kampagne gegen die Religion und die Instituion der Kirche. Auf ihrer Homepage hat sie deshalb ein umfangreiches Thesenpapier zum Thema Kirche und Geld veröffentlicht. „Die katholische Kirche finanziert sich ganz überwiegend aus der Kirchensteuer“, heißt es darin. Weil der Staat aber auf Werteeinstellungen und Grundhaltungen seiner Bürger angewiesen sei, liege es in seinem Interesse, solche Kräfte zu stärken, die Überzeugungen und Wertebindungen vermitteln.
Erste Aktion des KORSO
Die Kampagne zur Ablösung der Staatsleistungen ist die erste öffentliche Aktion des Koordinierungsrats säkularer Organisationen, der sich zum Ziel gesetzt hat, die konfessionsfreien Menschen in Deutschland zu vertreten. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung gehört mittlerweile keiner Religion mehr an.
wie die Giordano Bruno Stiftung berichtet.

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