Kauf aus Solidarität?

Niemetz ist aktuell in aller Munde, und in allen Medien-Kanälen. Die Menschen stürmen die Supermärkte und hamstern was das Zeug hällt. Die Regale werden geleert, Kaufhäuser gestürmt, und man verbindet die Schwedenbomben mit Kindheitserinnerungen.

Foto © Fotolia/Haessler

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Doch seien wir uns mal ehrlich. Man sollte sich die Frage stellen, wie es eigentlich so weit kommen konnte, dass ein Unternehmen rote Zahlen schreibt. Kein Unternehmen verbucht von Heut auf Morgen solche negativen Bilanzen. Es liegt mir fern zu sagen wie das Unternehmen Niemetz arbeiten hätte sollen, dafür kenne ich mich auch zu wenig aus, aber wirtschaftlicher Misserfolg ist ein Prozess, der Monate, und sogar Jahre dauert, bis es soweit kommt. Die Menschen sollten daran denken, wann sie zuletzt ein Produkt dieser Firma erworben haben.

Interessant zu beobachten ist ebenso, dass dies bei anderen Pleitegeiern nicht der Fall war. Das Autohaus Schicho war eines der größten Pleitegeier 2012 in Kärnten. Haben die Leute dann Autos gekauft wie Irre, oder deren Service in Anspruch genommen? Das Hotel im Stile eines schweizer Käse, das Seepark Hotel bei Klagenfurt, verbucht ebenso schlechte Bilanzen. Stürmen die Menschen deshalb die Hotelbetten und das Restaurant, oder den Spa-Bereich? Und was ist mit der Bäckerei Legat? Stürmt die Bevölkerung deshalb die Backstube? Schließlich kosten Semmeln und Co ja weniger als Hotelzimmer, oder Autos.

Tun sie es? Nein! Und warum?

Dass es so weit kommen konnte, hat bei jedem Unternehmen einen Grund. Irgendwann wurden falsche Entscheidungen getroffen, oder es wurde nicht auf zeitgemäßes Handeln geachtet, oder man hat nicht auf die Wünsche und/oder Beschwerden der Kunden geachtet. Natürlich ist es schade, wenn ein Betrieb schließen muss. Natürlich tun mir die Arbeiter, die auf der Straße landen, leid. Aber dass ein Betrieb, egal in welcher Branche, die Pforten schließen muss, ist keine plötzliche Überraschung, und das werden diese kurzfristigen Hypes auch nicht ändern können.