Kaffee und seine Mythen – Was steckt wirklich dahinter?

Kaffee ist eines der beliebtesten Getränke der Menschheit. Es macht wach, und leistungsfähig. Aber was wissen wir wirklich? Stimmen die Mythen, welche sich in die Köpfe der Menschen eingeprägt haben? Mit einigen Mythen wird es Zeit aufzuräumen. Lesen Sie hier was Kaffee wirklich kann.

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Mythos 1: Kaffee entzieht dem Körper Wasser und wichtige Mineralstoffe.

Dieses Vorurteil hat die Wissenschaft längst widerlegt. Richtig ist: Kaffee kann einen wichtigen Beitrag zur Deckung des täglichen Flüssigkeitsbedarfes leisten. Das Glas Wasser, das in einigen Cafés oder Restaurants zur Tasse Kaffee gereicht wird, hat eigentlich den Hintergrund, vor dem Kaffeegenuss den Geschmack zu neutralisieren.

Mythos 2: Herz-Kreislauf-Beschwerden stehen in einem direkten Zusammenhang mit dem Genuss von Kaffee.

Auch dieser Mythos entspricht nicht dem aktuellen Stand der Forschung. Vielmehr kommt die Wissenschaft zu dem Ergebnis, dass der Herzrhythmus durch mäßigen Kaffeegenuss nicht negativ beeinflusst wird. Der Blutdruck erhöht sich zwar, aber nur kurzfristig – so wie bei einer ganz normalen Unterhaltung.

Mythos 3: Kaffee schadet meinem Kind in der Schwangerschaft.

Gesundheitsbehörden untersagen Schwangeren keineswegs Kaffeegenuss. Die Empfehlung für den täglichen Konsum liegt zwischen drei bis vier Tassen, was ca. 200 – 300 Milligramm Koffein entspricht. Zu beachten ist allerdings, dass Koffein auch in Tee, Kakao und einigen Softdrinks enthalten ist. Frauen, die ganz sicher gehen wollen, können auf entkoffeinierten Kaffee ausweichen.

Mythos 4: Espresso hat mehr Koffein als ein Verlängerter.

Espresso schmeckt zwar „kräftiger“, jedoch sind dies lediglich die Bitterstoffe, die sich als erstes aus dem Pulver lösen. Koffein jedoch löst sich erst später aus dem Kaffeepulver. Bei einem Verlängerten rinnt das heiße Wasser länger durch das Pulver, weshalb dadurch auch die anderen Stoffe besser herausgelöst werden. Es kommt somit nicht nur mehr Koffein in das Getränk, sondern vor allem auch schwer lösliche Stoffe, die den Kaffee bekömmlicher schmecken lassen.

Mythos 5: Wer seinen Körper trainieren will, muss auf Kaffee verzichten.

Dass Koffein die geistige Leistungsfähigkeit steigert, ist nicht neu. Was allerdings nur wenige wissen: Kaffee kann auch die körperliche Fitness verbessern. Vor allem bei Ausdauersportarten erhöht eine Tasse Kaffee vor Trainingsbeginn die Leistungsfähigkeit. Ebenso helfen Inhaltsstoffe beim Muskeltraining. Durch die Steigerung der Blutzirkulation werden die Muskeln besser durchblutet, und dadurch auch besser und schneller mit wichtigen Stoffen versorgen, welche den Aufbau fördern.

Mythos 6: Kaffee lässt die Haut schneller Altern.

Hier ist sich Wissenschaft einig. Die im Kaffee enthaltenen Inhaltsstoffe wie Koffein und Antioxidantien versorgen die Haut besser und schneller, und somit ist die Faltenbildung stark reduziert. Speziell diese zwei Inhaltsstoffe lassen sich in kosmetischen Cremen und Anti-Falten „Wundern“ wieder finden. Koffein kann sogar dunkle Augenringe vermindern. Am besten hierfür einen feuchten Teebeutel auf die Augen legen, und ca 10 Minuten aufliegen lassen. Am besten eignet sich hier Grüner Tee. Interessant ist auch eine Untersuchung im Zuge einer Diplomarbeit am Institut für Ernährungswissenschaften, erstellt von Marlene Woda in Zusammenarbeit mit Dorota Majchrzak. Darin geht es um die antioxidative Wirkung von Kaffee und ob sie durch Milchzugabe gesenkt wird. Verglichen wurde die antioxidative Kapazität von drei Arabica- und drei Robusta-Sorten, zubereitet als Espresso und als Filterkaffee. Dabei stellte sich heraus, dass Robusta-Kaffee ein höheres antioxidatives Potenzial hat als Arabica-Kaffee. Ebenso zeigte der Espresso einen höheren Wert als der Filterkaffee. Ab einer Milchzugabe von 30 ml konnte bei fast allen untersuchten Sorten eine Senkung des antioxidativen Wertes beobachtet werden.

Mythos 7: Kaffee steigert den Harndrang

Im Vergleich zu Wasser bewirkt der Konsum koffeinhaltiger Getränke keinen bedeutsamen Anstieg des Urinvolumens. Forscher kamen zum Ergebnis, dass es keine signifikanten Unterschiede in der Wirkung der verschiedenen Getränke auf den Flüssigkeitshaushalt gibt und Koffein damit keinen negativen Einfluss auf sie ausübt. Lediglich eine akute Dosis von 250 bis 300 Milligramm Koffein resultierte bei Personen, die zuvor über einen Zeitraum von mehreren Tagen oder Wochen kein Koffein zu sich genommen haben, in einer kurzfristig gesteigerten Urinproduktion, wissen Ernährungsexperten.

Mythos 8: Kaffee ist ein Fettkiller

Beim normalen Konsum von Kaffee ist diese Wirkung nicht, da die Mengen an Inhaltsstoffen zu gering ist. Koffein regt die Lipolyse (Fettabbaurate, Anm.) und die Thermogenese (Energie verbrauchende Wärmeerzeugung und Schwitzen, Anm.) an. Eine erhöhte Lipolyse und somit ein gewichtsreduzierender Effekt konnte aber nicht bei mäßigem Genuss, sondern erst bei Koffeingaben ab vier bis acht Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag festgestellt werden. Um die lästigen Fettpölsterchen zumindest in Angriff zu nehmen, müssten zwei bis zehn Tassen getrunken werden. Lästiger Nebeneffekt: Man schwitzt, ist unruhig und der Puls geht schneller.

Was ist bei all dem zu beachten?

So gesund der Kaffeekonsum auch ist, darf folgendes nicht außer Acht gelassen werden. Durch das Koffein wird mehr bzw. schneller Blut durch den Körper gepumpt, und der Körper wird dadurch besser mit Inhaltsstoffen versorgt. Aber um den Körper damit versorgen zu können, müssen diese Stoffe erst einmal den Körper zugeführt werden. Sind diese Stoffe nicht vorhanden, stellt sich Heißhunger ein. Dies kann dann den gegenteiligen Effekt bewirken! Also ist stehts zu beachten, dass die gesamte Ernährung ausgewogen sein muss, um die positiven Wirkungen realisieren lassen zu können.