Justine privat: Clubs sind scheiße

Es ist die erste Party seit Wochen – und ich weiß wieder warum ich keine Lust darauf hatte. Der Gestank von Schweiß, Urin und Dope vermischt sich mit dem Duft der süßen Cocktails. Der wummernde Bass, der ätzenden Musik dröhnt in meinem Kopf. Eigentlich will ich nur noch nach Hause, aber ich muss nett sein – ich bin ja schließlich nicht zum Vergnügen hier, sondern um den Geburtstag eines Freundes zu feiern.Dass ich auch solche Tage eigentlich sinnlos finde, versuche ich mal zu ignorieren. Genauso wie das weiße Pulver das im Damen WC feierlich durch die Nase gezogen wird. Meine beste Freundin ist ähnlich genervt wie ich und blickt mich mit einem „Boa – wollen wir endlich gehen?“ Ausdruck an. Geht nicht – es ist noch nicht mal 0 Uhr.„Ich brauch was zu trinken“, sagt sie und schüttelt sich die Hände trocken, da jemand sehr kluges alles Papiertücher aus dem Behälter über den Boden verteilt hat. „Ich auch.“Rum-Cola soll uns die Stimmung retten, doch während wir daran schlürfen treffen sich unsere genervten Blicke immer wieder. „Rauchen?“Ich nicke. Immerhin ist die Luft im Außenbereich besser, der Bass leiser und der Geruch von Gras irgendwie beruhigend. Kiffer sind das eine, die meisten sind es zu doll und unterschätzen die Wirkung mit Alkohol, doch zumindest sind sie meistens nicht so aufdringlich wie die Speed Konsorten. „Waren Clubs schon immer so ätzend?“
„Sonst sind wir nur betrunkener …“„Also sind wir jetzt zu pleite?“„Oder zu erwachsen.“„Also zu anspruchsvoll.“Wir stoßen an und ziehen an der Kippe, als würde uns das den Anblick des übergroßen Joints in der Studentengruppe vor uns vergessen lassen. Ich bin mir zu 80% sicher, dass dieses Ding größer ist, als der Durchschnitt aller männlicher Geschlechtsorgane in dieser Gruppe. Erfahrungswerte. Mit Kiffern kann man vielleicht gut über unsinnige Dinge reden, aber zum Sex taugen sie selten bis nie etwas. „Wollt ihr auch mal?“Der Joint wird mir unter die Nase gehalten und ich habe das Gefühl das ich schon vom Geruch high werde. „Nein!“ „Schade, ihr seht aus als könntet ihr etwas lockerer werden …“„Ich trete dir gleich in die Eier wenn du mit dem scheiß Ding nicht abhaust!“Ich muss grinsen. Für solche Sachen liebe ich sie. „Chillt mal …“„Mach du erstmal dein Philosophie Studium zu Ende…“Ich lache und wir trinken aus. Irgendwie habe ich den Moment verpasst an dem es normal wurde dauerhaft high zu sein. Wer nicht mitmacht ist ein Spießer, wer kein Teil davon sein will muss sich verpissen. Und wer es wagt das Ganze zu kritisieren geht das Risiko ein, nie wieder sozialen Anschluss zu bekommen. Liegt das an den Zwanzigern oder ist die Welt so abgefuckt?Drinnen sieht es nicht besser aus, nur voller. Wir versuchen zu tanzen, denn Unterhaltungen in Clubs sind eigentlich unmöglich. Noch etwas das ich nie verstanden habe – ich habe nicht einen meiner ONS auf einem Club aufgegabelt! Nicht einen und darauf bin ich stolz.
10 Minuten nach 12 suchen wir unseren Freund, gratulieren und verpissen uns aus dem Club so schnell wir können. Irgendwie ist das Leben einfach zu kurz dafür. 

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