Irans gefürchtetes Gefängnis: Die Hölle von Evin

Das Evin-Gefängnis (‏زندان اوین‎) ist ein Gefängnis am nördlichen Stadtrand von Teheran, das bereits 1971 vom SAVAK und unter dem ehemaligen Schah von Persien erbaut wurde.

Es ist ein mehrere Hektar großes, von einer Mauer umgebenes Gelände, vor dem immer Menschen angesammelt sind, die darauf warten, ihre Angehörigen besuchen zu können.

Das Evin-Gefängnis ist bekannt für politische Häftlinge, die hier festgehalten werden. Zu diesen zählen Politiker, Schriftsteller, Journalisten, Verleger und in den letzten Jahren immer mehr Studenten. Das Gefängnis ist allerdings nicht ausschließlich mit politischen Häftlingen belegt.

Auch Hinrichtungen und Steinigungen, wie zum Beispiel nach der Verurteilung wegen Ehebruchs, finden hier statt.

Das Gefängnis darf von weder von außen noch von innen fotografiert werden, weshalb Aufnahmen eher selten sind. Die iranisch-kanadische Fotojournalistin Zahra Kazemi (زهرا کاضمی) wurde wegen einer solchen Aufnahme zu Tode gefoltert.

Nach den gefälschten Präsidentschaftswahlen 2009 kam es zu Massenprotesten und im Gegenzug zu Massenverhaftungen durch das Regime. Dadurch wurde die Kapazität des Gefängnisses um ein Vielfaches überschritten (Die Diktatur im Iran hielt es aber schon vorher für notwendig, noch mehr Gefängnisse in der Umgebung von Teheran dazu zubauen. Traurige Berühmtheit haben dabei die Gefängnisse Kahrizak und Rajaischahr erlangt).

Die bei den Demonstrationen festgenommenen Menschen mussten aus Platzmangel teilweise in Abteilungen verlegt werden, die seit langem nicht in Gebrauch und daher verfallen waren. Augenzeugen beschreiben diese Zellen als „Verliese“: Kein Fenster, kein Licht und natürlich verdreckt und ohne jegliche sanitäre Einrichtungen.

Der Protest nach den Wahlen ist allerdings nicht die erste große Krise des Mullah-Regimes (und wird wohl auch nicht die letzte sein). Bereits in den 1980-er Jahren gab es eine große Hinrichtungswelle in den Gefängnissen.

Auf Befehl von Ruhollah Khomeini, wurden die “Häretiker”, “Atheisten” und die “beeideten Feinde des Islams” im Sommer 1988 in iranischen Gefängnissen (hauptsächlich in Evin und Gohardascht) zu Tausenden hingerichtet (Im Übrigen hieß der damalige Premierminister Mir Hossein Moussavi !).

Zynisch wurden Frauen vergewaltigt, weil der Islam niemals eine „Jungfrau“ in den Tod schicken darf und selbst Männer wurden sexuell misshandelt, weil die Gegner des „heiligen islamischen Regimes“ nicht als gleichwertige Menschen angesehen wurden.

Die Regierung Irans streitet bis heute ab, dass die Hinrichtungen überhaupt stattgefunden haben. Aber aufgrund der großen Zahl der hingerichteten Personen wurde von überlebenden Gefangenen über die Hinrichtungen mehrfach und übereinstimmend berichtet.

Manche Zellentrakte des Evin-Gefängnisses unterstehen nicht dem Justizapparat.

Beispielsweise werden die Zellentrakte 209 und 240 des Gefängnisses vom Ministerium für Nachrichtenwesen und Sicherheit (VEVAK) (das ist der wichtigste Nachrichtendienst des Landes) kontrolliert, die Hauptsächlich über Isolationszellen, aber auch über Mehrbettzimmer verfügen.

Die erschreckendsten Meldungen über Folter und Misshandlungen kommen aus dem Zellentrakt 2A, der den Passdaran-Milizen untersteht (Wobei die Passdaran mit ihren verschiedenen Untergruppen mehrere Zellentrakte verwalten).

Das Besondere ist nun, dass diese verschiedenen Sicherheitsdienste (egal ob VEVAK oder Passdaran etc.) die Anweisungen des Justizministeriums, sowie der Staatsanwaltschaft nicht zwingend befolgen müssen.

Je nach dem in welchem Zellentrakt man sich befindet (und von welchem Exekutivorgan man festgenommen wurde), werden die Anweisungen der Staatsanwaltschaft ausgeführt oder verweigert und Gefangene nach Gutdünken „behandelt“. Es werden immer wieder Fälle bekannt, in denen die “Enthaftungsbefehle” der Staatsanwaltschaft von der Gefängnisdirektion resp. von den einzelnen Abteilungen des Gefängnisses ignoriert werden.

Dadurch entstehen auch die zwischen Wochen und mehreren Monaten (ja manchmal Jahren wie in Fall der sieben Bahai’s) dauernden „vorläufigen“ Haftaufenthalte.

Nicht selten werden Menschen auch verhaftet, ja verschleppt, ohne dass irgendjemand weiß, wer sie -unter welcher Anklage- festgenommen und wohin man sie verbracht hat.

Es gibt mittlerweile tausende Berichte über Folter und Misshandlungen in iranischen Gefängnissen.

Die Situation der (zumal politischen) Häftlinge ist derart schlimm, dass selbst der Geistliche Führer Khamenei im Falle von Kahrizak den (Schein-)Räumungsbefehl geben musste, allerdings erst als die Zustände in diesem Gefängnis nach dem Tod von Mohsen Ruholamini (محسن روح الامینی) auf Druck der konservativen Kräfte des Regimes öffentlich bekannt wurden (Mohsen Ruholamini war der Sohn eines Beraters des konservativen Präsidentschaftskandidaten Mohsen Rezaie).

Selbst der iranische Generalstaatsanwalt musste die Foltervorwürfe zumindest teilweise zugeben (siehe hier)

Die Zustände sind im größten iranischen Gefängnis Evin nicht anders als in Kahrizak. Vor allem sind Gefangene in den Zellentrakten der Passdaran-Milizen von Misshandlungen und methodischer Folter betroffen.

Der UN-Sonderberichterstatter Manfred Nowak sagte noch im August 2009:

Insbesondere jene Nachrichten, die aufgrund der enorm großen Zahl der Verhaftungen nach den zehnten Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 aus diesem Gefängnis hinaus dringen, lassen vermuten, dass es sich bei all diesen Berichten nur um die Spitze des Eisberges handelt.

Irans gefürchtetes Gefängnis: Die Hölle von Evin

Quellen und weitere Links zum Thema:


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