Die wahren Machthaber im Iran: Die Revolutionswächter

by plejaden

passdaran

Die Wächter der islamischen Revolution

Die iranischen Revolutionswächter oder die Revolutionsgarde (سپاه پاسداران انقلاب اسلامی ,wörtlich: „Armee der Wächter der islamischen Revolution“) wurde als eine paramilitärische Organisation, nach dem Willen von Ruhollah Khomeini am 5. Mai 1979, also bald nach der Revolution gegen den ehemaligen Schah von Iran aus Sorge gegen etwaige Putschversuche der Schah-treuen Militärs gegründet.

Die Revolutionswächter oder Passdaran, die sich u.a. aus Mitgliedern der islamischen Studentenbewegung (“Khomeini-Linie-treue Studenten“; دانشجویان خط امام) und radikalen, meist jugendlichen Anhänger Khomeinis, den sog. Hezbollahi (حزب الله), sowie andere paramilitärische Gruppen zu einer dem Regime gegenüber loyalen Streitmacht zusammenfassten, sind im Laufe der Jahre zum eigentlichen Militärapparat ausgebaut worden und haben sich vor allem während des ersten Golfkrieges (1980–1988) zur offiziellen Armee-Einheit und zu einem wichtigen Akteur entwickelt.

Die wahren Machthaber im Iran: Die Revolutionswächter

Mit Waffengewalt gegen unbewaffnete Demonstranten: Niederschlagung der Proteste

Truppenstärke

Bei der Gründung der Revolutionsgarde hatte diese eine Größe von etwa 10.000 Mann. Durch den ersten Golfkrieg übernahm die Garde bis Ende 1980 die Aufgabe, die regulären Truppen, die gerade 1/4 ihrer Kampfkraft aufbieten konnten, zu verstärken.
Bis zum Jahre 1988 betrug die Größe der Revolutionsgarde bis zu 300.000 Mann, seitdem sank die Mannschaftsstärke.
Die Truppenstärke der Passdaran wird heute auf 125.000 Mann geschätzt.

Die Revolutionsgarde unterhält eigenständige Truppenteile für Heer, Luftwaffe und Marine sowie Spezialeinheiten wie der Quds-Einheit und den Ashura-Einheiten.

Die bekannteste Untergruppe der Revolutionsgarde, die gerade in den letzten Monaten traurige Berühmtheit erlangt hat, ist jedoch die Freiwilligenmiliz Bassidj-e Mostazafin (بسيج مستضعفين‎), die aus den fanatischsten Islamisten besteht, die gerne den Heldentod sterben und zum Märtyrer werden würden.

Diese (sich während des Ersten Golfkrieges auch aus in den Schulen rekrutierte Jugendliche bestehende) Miliz, nahm Zehntausende Tote bei Selbstmordkommandos gegen die irakische Armee hin; heute dienst sie aber vorwiegend der Unterdrückung der Opposition und übernimmt -wie bei den Unruhen seit den zehnten (gefälschten) Präsidentschaftswahlen- auch die  Niederschlagung der Demonstrationen und unterstützt die Spezialeinheiten der „Anti-Aufruhr-Polizei“ bei der Bekämpfung von Regimekritiker.

Revolutionsexport

passdaran_hisbollah

Das Logo der libanesischen Hisbollah (links) und das der iranischen Revolutionsgarde

Im Rahmen des vom Iran beabsichtigten Revolutionsexports in den 1980er Jahren wurden tausende Kämpfer der iranischen Revolutionswächter im Libanon stationiert, um die schiitischen Milizen während des Libanesischen Bürgerkriegs zu unterstützen und die islamische Revolution nach iranischem Vorbild in den Libanon zu tragen.

Die libanesischen Kämpfer, die sich später zur „Hisbollah“ formierten, wurden von der iranischen Revolutionsgarde militärisch und ideologisch ausgebildet.

Die Libanesische Hisbollah gilt als Unterorganisation der Revolutionsgarde und unterhält bis heute mehrere Angehörige der Passdaran sowie ranghohe iranische Offiziere der Quds-Brigaden als Militärberater und Strategen in ihren Reihen. Die Flagge der Hisbollah ist ebenfalls an dem der iranischen Revolutionsgarde angelehnt und wurde im Iran entworfen.

 

Die Staat im Staate

Die Passdaran kontrollieren wichtige Wirtschaftszweige, auch die Atomindustrie, und sind schlagkräftiger als die reguläre Armee. Sie agieren überall als verlängerter Arm des Regimes, verfügen auch über einen eigenen Geheimdienst, der Erkenntnisse über Regimegegner sammelt und gegen vermeintliche Umstürzler vorgeht.

Außerdem kontrollieren sie eigene Zellentrakte im Evin-Gefängnis und haben dort Befugnisse, die offenbar über die der Staatsanwaltschaft und sogar des Justizministeriums reichen und sind zuständig für methodische Folter in den  gefürchtetsten Abteilungen an diesem unsagbaren Ort.

Der Wirtschaftsfaktor

Die Iranische Revolutionsgarde ist wirtschaftlich auf fast allen Gebieten aktiv und ist der größte Unternehmer des Landes. Niemandem außer dem Revolutionsführer Rechenschaft schuldig, unterliegen die Passdaran keiner Steuerpflicht und zahlen ebenso bei der Einfuhr keine Zollgebühren.

Wie viele Firmen die Revolutionswächter inzwischen übernommen haben, vermag niemand zu sagen. Ihr Mitbegründer Mohsen Sazegara (محسن سازگارا) schätzt, dass sie „mehr als hundert verschiedene Unternehmen kontrollieren“ – von Exportfirmen für Haushaltswaren bis hin zu Herstellern von Pkw-Ersatzteilen. Weltweit sollen die Passdaran mehr als 500 Firmenniederlassungen gegründet haben.

[…]

Als Profitcenter des Pasdaran-Konglomerats aus Handelsfirmen und Industrieanlagen gilt der Baukonzern Chatam al-Anbija, der 55.000 Pasdaran und Bassidsch Arbeit und Lohn gibt. Begonnen hatte die Firma einst mit dem Ausbau von Straßen und Stellungen im Krieg, errichtete dann Kasernen für die Armee sowie Pisten für die Luftwaffe.

Heute ist Chatam ein Mischkonzern mit über 800 Beteiligungen sowie Subunternehmen und einem geschätzten Jahresumsatz von umgerechnet sieben Milliarden Dollar. Am Mittwoch weiteten die USA ihre bereits bestehenden Sanktionen gegen Chatam auf vier Tochterfirmen aus.

Um in das besonders lukrative Erdölgeschäft vorzudringen, schrecken die Pasdaran auch vor kleinen Privatkriegen nicht zurück. Noch heute erinnern sich iranische Geschäftsleute in Teheran, wie im August 2006 Revolutionswächter, die Gewehre im Anschlag, mit einem Militärboot auf die Bohrplattform „Orizont“ zusteuerten und sie enterten. Kurz darauf gab der größte private iranische Ölförderer die Quelle auf. Die Erlöse für das Öl der „Orizont“ füllten fortan die Kassen der Pasdaran.

Quelle: Spiegel Online (hier und hier)

Auch das Kabinett von Ahmadinejad besteht aus Mitgliedern der Passdaran:

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Ahmad Vahidi: Minister gesucht von Interpol

Alle Minister gehören entweder den Revolutionswächtern an oder waren als Zivilisten Mitglieder der Freiwilligenmiliz Bassidsch. Selbst der Geheimdienstminister Haidar Moslehi, der laut Gesetz ein Kleriker zu sein hat, war Vertreter Chameneis bei den Revolutionswächtern.

Mit 227 Stimmen erhielt der neue Verteidigungsminister Ahmad Vahidi die höchste Stimmenzahl (bei der Parlamentsabstimmung über die Mitglieder des Regierungskabinetts, Anm.). Laridschani musste die Bekanntgabe seiner Stimmenzahl wiederholen, da sie in den Rufen „Tod Israel“ untergegangen war. Die Abgeordneten nahmen damit einen weiteren Ansehensverlust Irans in Kauf, denn Interpol hat gegen Vahidi wegen dessen Beteiligung am Anschlag gegen das jüdische Zentrum in Buenos Aires von 1994, bei dem 85 Menschen getötet worden waren, einen internationalen Haftbefehl ausgestellt.

Vahidi war damals Chef der Quds-Einheit, die innerhalb der Revolutionswächter mit den geheimen Operationen außerhalb Irans beauftragt ist. Er soll den Befehl zur Operation erteilt haben.

[…]

Vahidis Vorgänger Mohammad-Nadschar, ebenfalls General der Revolutionswächter, wird Innenminister. Er spricht fließend Arabisch, hatte am Aufbau der libanesischen Hizbullah mitgewirkt und besuchte für Rüstungskäufe wiederholt Russland.

Quelle: FAZ.NET

 

Vorzeige-Kämpferinnen
Vorzeige-Kämpferinnen

Seit den Protesten gegen die manipulierten Präsidentschaftswahlen 2009 streben die Revolutionsgarden zudem danach, die Kontrolle über den Medien- und Telekommunikationssektor massiv auszuweiten: Im Oktober 2009 kaufte das von den Passdaran kontrollierte Firmenkonsortium Etemad-e-Mobinein 50 % der Aktien der iranischen Telekommunikationsgesellschaft (TCI) für 5,3 Milliarden Euro von der Regierung, wodurch sie eine effektive Kontrolle über das nationale Festnetz, alle iranischen Internet-Provider sowie zwei Mobilfunkgesellschaften erhielten.

Die iranische Nachrichtenagentur Fars News Agency (FNA), die für ihre regimefreundliche Propaganda und Desinformation bekannt ist, steht unter dem Einfluss der Revolutionswächter: sie lehnt sich in Wortwahl und Sprache stark an die Passdaran-Wochenzeitschrift Sobh-e-Sadegh an, die Fars-Redaktionsleitung und führende Redakteure sind alle frühere Kommandeure der Passdaran, die Geschäftsräume von Fars in Teheran sind Eigentum der Garden. Der Einfluss der Garden bei Fars soll besonders während der Amtszeit von Ahmadinejad massiv zugenommen haben, was sich auch in der Entlassung unabhängiger Reporter äußerte.

bassiji

Das ist jener Bassidj-Mitglied, der am 16. Juni 2009 vom Dach des Milizgebäudes in Teheran direkt auf die Menschen schoss

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Bassidji bei der "Arbeit": Regimekritiker zu Tode prügeln


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