Inspiration aus Dänemark: Mit Apps Essen retten

Posted by Marlene on Oktober 19, 2017 · 2 Kommentare 

Inspiration aus Dänemark: Mit Apps Essen retten

Seit 2008 kämpft die Non-Profit-Organisation (NGO) Stop spild af mad gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. In den letzten Jahren hat die von Bloggerin Selina Juul gegründete NGO dazu beigetragen, das Problem ins Bewusstsein der Dänen zu rücken. Seit 2012 werden in Dänemark 25 Prozent weniger Nahrungsmittel verschwendet. Das sind doch mal gute Nachrichten, die es nachzumachen gilt. Ein interessantes Video mit Selina Juul (auf Englisch) gibt es hier:

Die Fakten sind schockierend: Weltweit wandert ein Drittel aller Lebensmittel in den Müll. Durchschnittlich schmeißen wir Deutschen 82 Kilo Lebensmittel im Jahr weg – im Wert von 235 Euro.

Apps, die Lebensmittel retten können

Vor langer Zeit habe ich schon einmal die App „Zu gut für die Tonne“ vorgestellt. Hier gibt man ein Lebensmittel ein, das schnellstens gegessen werden muss, und die App schlägt einem passende Rezepte dazu vor.

Neulich hat mich Nora von der App „To good to go“ angeschrieben, ob ich die App nicht mal vorstellen möchte. Möchte ich gern – und hier nur der Hinweis, nein, ich bekommme nichts dafür, ich stelle nur gerne gute, nachhaltige Ideen im Blog vor. Auch diese Idee kommt ursprünglich aus Dänemark und ist seit letztem Jahr in den deutschen Großstädten angekommen. Bei mir auf dem Land noch nicht, aber vielleicht kann ich ja dazu beitragen, dass das noch kommt.

Das Prinzip geht so: Wenn Restaurants, Cafés, Supermärkte oder Hotels vielleicht gegen Ende des Tages feststellen, dass sie zu viel Essen produziert haben, können sie es vergünstigt bei To good to go einstellen. Dort kosten die Mahlzeiten im Schnitt 3 Euro. Der Appnutzer bestellt per App und holt sich dann sein Essen im Laden, Hotel oder Restaurant ab. Weniger Nahrung landet im Müll, der Kunde hat gespart, der Laden noch etwas verdient.

Inspiration aus Dänemark: Mit Apps Essen retten

Blick auf die App To Good To Go – In großen Städten hat man schon heute ein breites Angebot an Essen, das gerettet werden will.

Ich habe Nora ein paar Fragen gestellt:

Wie viele Restaurants sind schon dabei und wo sind derzeit die geografischen Schwerpunkte?

Mittlerweile haben wir in Deutschland über 1000 Partnerbetriebe. Das sind nicht ausschließlich Restaurants, sondern können auch andere gastronomische Betriebe wie Hotels oder Bäckereien, aber auch Supermärkte sein. Die meisten Anbieter gibt es derzeit in Berlin und Hamburg, aber auch in anderen Großstädten wie München, Köln oder Stuttgart sind wir schon ziemlich stark vertreten. Auch gastronomische Betriebe in kleineren Städten sind an unserem Konzept interessiert, so dass wir mittlerweile auch in vielen kleinen Städten in ganz Deutschland vertreten sind.

Wie sind die To go- Portionen eigentlich verpackt?

Der Großteil der Betriebe nutzt ‚unsere‘ Verpackungen aus biologisch abbaubaren Rohstoffen, manche Restaurants nutzen auch ihr eigenes Material. Grundsätzlich sind die Verpackungen ein großes Thema bei uns, an dem wir derzeit auch noch arbeiten.

Ich habe die App installiert und gesehen, dass es bei mir in der Nähe noch nicht viel zu holen gibt, im wahrsten Sinne des Wortes. Aber bereits in Leipzig (siehe Foto) oder Dresden sieht es besser aus. Vielleicht liest das hier der ein oder andere Bäckerei-, Café-, Restaurant- oder Hotelbetreiber und will sich mal an der Idee versuchen? Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit der App gemacht und gar ein Essen abgeholt?

Heute bei mir auf dem Menü: Kürbis, der weg musste

Vor ein paar Tagen drückte mir meine Mutter einen halben Kürbis in die Hand. Jetzt musste er nun wirklich weg. Ich habe erstmals Kürbis-Chips im Backofen gemacht. Dazu hatte ich noch ein paar Esskastanien und Kartoffeln aus meiner Regiokiste (keine Sorge, bald gibt es eine hübschere Website), die ich auch in den Ofen getan habe.

Inspiration aus Dänemark: Mit Apps Essen retten

Als Chips war der Kürbis richtig lecker – besonders in Kombination mit Linsen-Sonnenblumen-Dip :-)

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Als Chips war der Kürbis richtig lecker – besonders in Kombination mit Linsen-Sonnenblumen-Dip 🙂

Und dann habe ich aus kurz gekochten roten Linsen und Sonnenblumenkernen, zusammen mit Knoblauch, Zitronensaft, Soyade, Cayennepfeffer, Honig und Salz, alles püriert, ein super leckeres Dip gemacht. Marke: Eigenbau, was gerade da war. Das Ganze ist sehr empfehlenswert. Also, bevor ihr Resteessen per App bestellt, vorher noch schauen, was im Kühlschrank noch alles lagert 😉

Inspiration aus Dänemark: Mit Apps Essen rettenUnd weil Essensreste vermeiden recht nachhaltig ist, gebe ich den Blogpost an unsere grüne Linkparade „einfach. nachhaltig. besser. leben.“. Dort gibt es übrigens inzwischen seitenweise interessante Blogposts zu nachhaltigen Themen aller Art. Verlinkt auch gern eure eigenen!


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