Immer dieses Schubladen-Denken

Vor einigen Tagen habe ich in einem Gespräch mitbekommen, dass sich zwei Damen über den Besuch bei einer Kollegin unterhielten. Aber nicht eine dieser beiden Damen war bei besagter Kollegin, sondern eine dritte Person.
Und aus diesem Gespräch konnte ich wieder heraushören, dass immer noch nicht angekommen ist, was eine Diätassistentin leistet oder leisten kann, sondern dass unser Beruf meist mit dem Thema "Abnehmen" verknüpft ist.


Ich versuche einfach mal das Gespräch als Gedankenprotokoll nachzustellen (Namen sind frei erfunden):
A:" Hast du schon gehört, Inge war bei der Ernährungsberatung."
B:" Was will die denn da? Die hat es doch absolut nicht nötig. Die soll sich mal im Spiegel anschauen."
A: "Ich glaube, da ging es nicht ums Gewicht."
B:" Um was soll es denn sonst gehen?"
A: du weißt doch, die Inge hatte dchon seit längerer Zeit Probleme mit dem Darm (Anmerkung: Die Thematik kann beliebig ausgetauscht werden). Sie hat jetzt durch den Arzt die Diagnose bekommen, dass sie keine Milch verträgt. Die Ernährungsberaterin hat ihr erklärt, was sie in diesem Fall zu tun hat."
B: "Also wenn die hätte abnehmen wollen, dann hätte ich die Welt nicht mehr verstanden."
So oder ähnlich ist das Bild von meinem Beruf, aber auch von den Klienten, die ich besuche.
Nicht jede/r, der eine Ernährungsberatung in anspruch nimmt, muss oder will abnehmen. Es gibt noch viele andere Diagnosen oder beschwerden, die durch eine Ernährungsumstellung verbessert werden können.
Also weg vom Schubladen-Denken!Immer dieses Schubladen-DenkenBildrechte: S. Hagedorn


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