Im Interview: Threema

Hallo Roman, Du bist seit Juni 2014 für das Marketing bei Threema verantwortlich, bist 31 Jahre alt und kommst aus Zürich. Wann hast Du Deine Liebe zu Threema entdeckt und worin lag Deine Motivation begründet?
Threema ist eine tolle Applikation und wurde von einem tollen Team entwickelt. Ich kenne zwei der drei Geschäftsführer schon länger und habe Sie in all den Jahren mögen und schätzen gelernt. Als sie mich fragten, ob ich Interesse hätte, war der Entscheid schon fast gefallen. Das Produkt und das Entwicklungsteam haben mich sofort überzeugt.

Bild: Threema GmbH

Bild: Threema GmbH

Threema ist aus dem Schoß der Kasper Systems GmbH entsprungen, hat sich kürzlich von Kasper Systems gelöst und sitzt nun mit rund sechs Mitarbeitern in der Nähe von Zürich am Zürichsee. Ich hoffe Du hast Ausblick?
Den See sehen wir von unserem Büro in Pfäffikon SZ nicht. Zum Glück nicht. So kann ich mich auf die Arbeit konzentrieren. Als Schweizer hat man irgendwie immer und überall einen See in der Nähe. Ich glaube da sind nur die Skandinavier noch mehr verwöhnt.

Wer hat die App Threema “erfunden” und ist geistiger Vater?
Manuel Kasper, der Gründer der Kasper Systems GmbH ist der geistige Vater von Threema. Er hat sich daran gestört, dass es zwar mit WhatsApp einen einfach zu bedienenden mobilen Messenger gab, dieser aber überhaupt keine Sicherheit bot – damals wurde noch nicht einmal die Verbindung zum Server verschlüsselt, sondern alles im Klartext übertragen. Das war 2011. Kryptografie hat Manuel Kasper schon immer fasziniert, deshalb reizte es ihn, eine in dieser Hinsicht bessere Alternative zu WhatsApp zu entwickeln. Das war seine Motivation. Mitte 2012 hat sich der Plan in einer ersten iOS Version konkretisiert. Anfangs 2013 folgte die Android Version.

Woher kommt das Verschlüsselungs-Know-How?
Das Verschlüsselungs-Know-How stammt aus dem Informatikstudium vom Threema-Erfinder Manuel Kasper. Für die Verschlüsselung in Threema kommt die bekannte Open-Source-Bibliothek NaCl (http://nacl.cr.yp.to/) zum Einsatz.

Seit wann gibt es Threema und was macht es aus Deiner Sicht zum Exportschlager?
„Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort“ war sicherlich einer der Erfolgsfaktoren. Threema war da, als Datenschutz und sichere Kommunikation zum Thema und von den Medien aufgegriffen wurden. Als Facebook dann WhatsApp übernahm, ist unser Konzept als verlässliche und sichere Alternative noch aktueller geworden. Threema war und ist eine der anerkannten und vertrauenswürdigen Alternativen. Threema ist nicht nur sicher dank echter Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sicher, sondern legt auch hohen Wert auf Datenschutz. Wir garantieren, dass wir keine Kundendaten sammeln, auswerten oder verkaufen. Das ist unser Versprechen. Diese Punkte werden von unseren Nutzerinnen und Nutzern erkannt und geschätzt. Threema ist auch eine sehr benutzerfreundliche App. Sie deckt die grundlegenden Funktionen eines Mobile Messengers ab und überzeugt durch besondere Funktionen, die herkömmliche Messenger nicht bieten, wie beispielsweise:

•    asymmetrische Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von allen Text- und Sprachnachrichten, Bildern, Videos und GPS-Standorten
•    Gruppenchats sind ebenfalls Ende-zu-Ende verschlüsselt
•    Bestätigung des Kontakts durch Scannen des persönlichen QR-Codes
•    Anonymes Messaging (sofern Threema-ID mit keiner Telefonnummer oder E-Mail verknüpft ist)
•    Gewissheit, dass niemand Gespräche mitlesen und Daten auswerten kann
•    Lokale Dateien werden auf dem Mobiltelefon verschlüsselt gespeichert

Unsere Applikation wird stetig verbessert und weiterentwickelt und wir sind überzeugt, künftig mit weiteren Features zu überzeugen.

logo2Threema hat lt. Playstore mittlerweile zwischen 500.000 und 1.000.000 Installationen. Kannst Du es genauer beziffern?
Wir haben rund drei Millionen Benutzerinnen und Benutzer weltweit, wobei die grosse Mehrheit aus dem deutschsprachigen Raum kommt. Deutschland ist dabei sicherlich der wichtigste Markt.

Versteht sich Threema eigentlich als Whatsapp-Alternative?
Wir verstehen uns als sichere mobile messaging Applikation und werden als Alternative von Whatsapp wahrgenommen, was wir schlussendlich auch sind. Das ist gut so. Man kann uns aber auch gerne als zusätzlichen Dienst sehen.

Es gibt mittlerweile eine Menge Messenger-Apps und sie werden immer mehr. Einge legen keinen andere einen größeren Wert auf Sicherheit und Verschlüsselung. Bei heml.is, whistle.im und TextSecure liegt es offensichtlich an den Snowden-Enthüllungen. Wie ist das bei Threema?
Es ist schön zu sehen, dass viele der neuen Mobile-Messenger-Alternativen auf Sicherheit setzen. Es gibt aber nur wenige, die wirklich eine echte und sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbieten. Andere Dienste bieten zwar eine gute Verschlüsselung an, sind aber in ihrer Anwendung eher benutzerunfreundlich. Die diversen Entwicklungen im Bereich Secure Messaging zeigen in die richtige Richtung. Threema wurde bereits 2012 entwickelt und nicht als eine Reaktion auf die Snowden-Enthüllungen – Sicherheit war von Beginn weg der wichtigste Punkt unseres Produktes und Unternehmens.

Wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder gesehen, wie die amerikanische Regierung direkt (Beispiel: Lavabit) oder indirekt (PayPal & Protonmail) Druck auf Dienste gemacht hat, die eine lückelose Überwachung erschweren wollen. Muss es bald einen Trend zu “Buy Local” in der digitalen Welt, wiez.B. bei Apps und Internetdiensten geben, um Datenschutz zu gewährleisten?
Wir maßen uns nicht an, über solche Entwicklungen eine Einschätzung abzugeben. Die Nutzerinnen und Nutzer entscheiden selber darüber, welche Dienste sie nutzen möchten oder nicht. Manchen ist Regionalität wichtig und setzen auf heimische Dienste andere nicht. Wir leben in einer globalisierten Welt und da entscheidet schlussendlich Qualität und die spezifischen Produkteigenschaften.

Wo geht die Reise hin? Was ist geplant? (Selbstzerstörende Nachrichten?emoticons?, hike-like anstupsen?, Kontakte weiterempfehlen?, zu threema einladen? etc etc etc)
Unsere Wunschliste ist lang. Wir haben einige To-Do’s, die wir aktuell umsetzen. Zum Teil kleinere und zum Teil grösse Sachen. Unter anderen ist eine Windows-Version in Entwicklung und wir arbeiten daran, dass nicht mehr genutzte ID’s automatisch gelöscht werden. In naher Zukunft sollte es zudem möglich sein eine ID auf mehreren Geräten gleichzeitig zu nutzen. Ich kann hier nicht weiter auf mögliche Entwicklungen eingehen. Wir verbessern unser Produkt laufend und man kann sich auf zukünftige Entwicklungen freuen.

Die App kostet einmalig 1,79€ im PlayStore (Android). Wie decken Ihr die Betriebskosten in Zukunft? Wird es eine monatliche Fee geben, da Ihr sonst zu ständigem Wachstum verdammt seid?
Aktuell ist kein Abo-Modell geplant. Unser Fokus liegt auf der Threema-App. Uns geht es primär ums Produkt und nicht ums Geld. Es ist aber schön zu sehen, dass wir dank einer soliden Userbasis die Möglichkeit haben, Threema unabhängig weiterzuentwickeln. Wir freuen uns auf kommende Features und Optimierungen und sind überzeugt, dass damit einhergehend auch die Threema-Gemeinschaft weiter wachsen kann.

Wir haben das Interview zum Anlass genommen, nochmal einige Threema-Lizenzen zu verschenken! Bald gibt’s hier den Artikel.


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