Ich habe Alter

Mein Hunde-Mädchen Khaleesi hört auch gern Radio und hat auch Flecken, bei ihr nennt man sie Schimmel (...)

Mein Hunde-Mädchen Khaleesi hört auch gern Radio und hat auch Flecken, bei ihr nennt man sie Schimmel (...)

Zählen wir an dieser Stelle einige persönliche Fakten auf: Diesen Text schreibe ich in Punktgröße 14 (obwohl ich bereits eine Brille wegen meiner Alters-Kurzsichtigkeit trage). Sue wehrt sich noch immer gegen eine Sehhilfe, mein Vorsprung macht sich bemerkbar. Neuerdings füttere ich Meisen mit Walnüssen in Bioqualität. Während die flinken Vögel ihre Beute holen, höre ich meist Radio und kommentiere die Berichte oder fange bei manchen Liedern plötzlich an zu weinen. Gesellschaft leisten mir dabei meine drei Hunde. Meine erwachsene Tochter ist nestflüchtig, die Jüngere mit ihrer Clique unterwegs. Mutti ist abgemeldet und das finde ich auch völlig normal. Denn ich kann nun wirklich nicht behaupten, dass Pubertierende die beste Gesellschaft sind. Es ist sogar die unverdünnte Hölle. Also lieber Hunde und Radio. Und mein innerer Monolog. Meine Hände verrichten die Hausarbeit und ich zähle dabei die neuen Flecken auf den Handrücken. Jedenfalls ist es bei Äußerlichkeiten gnädig eine Sehhilfe zu benötigen, ich setze sie grundsätzlich nicht vor dem Spiegel auf.

Mir ist dabei aufgefallen, dass ich das Älterwerden wie einen Infekt behandle, der wieder vergeht. Ich habe Alter. Bei einem meiner täglichen Elbspaziergänge ist mir dann aber aufgegangen, dass es eben keine Grippe ist, sondern das dieser Zustand mit mir selbst zu tun hat. Mit mir ganz allein. Ein Seins-Zustand mit Sichtbarwerdung. Wenn ich mich also dagegen wehre wie gegen eine Grippe, dann kann ich nur verlieren, denn es wäre ja ein Spiel gegen meine individuelle Natur. Ich habe also nicht „Älterwerden“, ich bin es. Da ich mich bisher – mit kleinen Krisen – immer ganz wunderbar und dankbar mit meinem Dasein gefühlt habe, werde ich das jetzt nicht aufgeben und mich selbst wie einen lästigen Infekt behandeln. Damit meine ich nicht, Wartung und Pflege aufzugeben, vielleicht sogar zu intensivieren. Vielmehr meine ich die geistige Haltung für mich und meine Hülle. Mein Körper soll das dürfen. Und mein Gemüt darf Meisen füttern und nah am Wasser gebaut sein – die Glückforscher sagen ohnehin, ab Mitte 50 kann man seine beste Zeit haben, da ist also noch Luft nach oben. Ich werde meine Spleens und Splitter nun zärtlich amüsiert beobachten und nicht weiter dagegen angehen.

Zu den Studioaufnahmen seines letzten Albums „Blackstar“ ist David Bowie mit Hauspuschen angerückt. Er war ein großer Künstler. Immer im Schaffens-Prozess, immer in der Veränderung. David Bowie sagte: „Man muss seine Vergangenheit in sich versöhnen, das hilft beim Nachdenken darüber wer man jetzt ist.“


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