Hormonblues – Hilfe gegen depressive Stimmungen in den Wechseljahren

Aufgrund der vielen Anfragen per Mail jetzt noch einen Beitrag zu den wunderbaren Wechseljahren:

Hallo liebe Freundinnen und Freunde der Regenbogenkombüse!

Ist Eure/ Ihre Stimmung bei dem grauen, kalten Nieselwetter auch auf dem Nullpunkt angelangt? Sehnt Ihr Euch/ Sehnen Sie sich auch nach Frühlingssonne, bunten Blüten und Vogelgezwitscher? Gibt es Tage, an denen Ihr/Sie morgens gar nicht aus dem Bett kriechen möchtet?

Ich kenne diese Gefühle nur zur gut. Um diese Jahreszeit führt der Mangel an Sonnenlicht (und bei vielen mit Sicherheit auch an Vitamin D) zu allgemeiner Lustlosigkeit oder leichten depressiven Verstimmungen.

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Östrogenmangel kann Frauen heftig aufs Gemüt schlagen

Vielleicht steckt aber, zumindest bei uns Frauen, auch mehr dahinter. Wie ich hier und hier schon einmal beschrieben haben, bin ich gerade in einer Lebensphase, in der sich vieles ändert, auch der Hormonstatus. Da ich sowieso ein Mensch bin, für den das Glas gefühlt immer eher halbvoll ist (zum Glück habe ich einen Partner, der das genau andersherum sieht…), machen mir die körperlichen Veränderungen mitunter deutlich zu schaffen. Ganz ehrlich: so etwas braucht keine Frau! Und Männer wahrscheinlich auch nicht.  :-(

Es gibt also Tage, da ist es nicht nur draußen, sondern auch in meinem Gemüt grau. Manchmal kommen auch Angstgefühle hinzu. Nicht, weil die Jugend verflogen ist (Wo ist sie eigentlich geblieben? In einer der Umzugskisten, die ich so oft gepackt habe?) oder weil ich in gewissen Bereichen nicht mehr mithalten kann. Nein. Da kommen eher existenzielle Ängste hoch. Es stellt sich die Frage, wie es weitergehen wird. Ob man selbst und der Partner gesund bleiben. Wie es im Job weiter entwickelt. Schließlich haben dort auch oft die Jüngeren die Nase vorn. Was die Zukunft in 5, 10 oder auch 20 Jahren bringen wird. Kann man dann den “Ruhestand” gemeinsam genießen, endlich die Reisen unternehmen, von denen man schon ewig träumt? Hat man dann genügend Zeit für all die Dinge, die man jetzt noch unweigerlich aufschiebt? Oder bleibt man alleine und einsam zurück und muss schauen, wie man mit dem zunehmenden Alter klarkommt? Gerade in den Nächten, in denen der Schlaf ausbleibt, neige ich zum intensiven Grübeln. Und morgens um vier ist alles gefühlt mindestens doppelt so schlimm!

An Tagen, an denen ich mich antriebslos und bedrückt fühle, versuche ich mich – so weit es eben im stressigen Alltag geht – zu schonen. Mir deutlich zu machen, dass diese Verstimmungen nicht Ausdruck eines körperlichen Makels, sondern einem Östrogenmangel geschuldet sind. Dass mir die Endorphine und das Serotonin, die sonst für gute Stimmung sorgen, gerade mal durch den freien Fall des Östrogens abhanden gekommen sind. Dass dies, wenn auch ein lästiger, dennoch aber ganz natürlicher Prozess ist. Den jede Frau durchleben muss.

Meine ganz persönlichen Tipps gegen den Hormonblues

Ich bin allerdings auch keine Heldin. Ich kann und will das nicht ohne Abhilfe aushalten. Ich bin nicht der Typ, der an seinen Leiden “wächst”. Ich will auch an den grauen Tagen einigermaßen gut leben. Deshalb versuche ich, mich sozusagen selbst aus der hormonellen Patsche zu ziehen. Meine ganz persönlichen Mittel gegen den Hormonblues sind:

  • ein bis zwei  große Tassen Johannistee pro Tag. Mit etwas Honig und Zitronensaft gesüßt (dadurch schmeckt der Tee nicht so bitter). Der Tee ist übrigens natürlicher und hilft besser als die Kapseln, die meist zudem nicht hoch genug dosiert sind.
  • Minipausen bei der Arbeit einlegen. Dabei kurz vor die Tür gehen und bewusst zwei, drei Minuten tief ein- und ausatmen.
  • Mindestens anderthalb Liter grünen Tee pro Tag, ebenfalls mit Zitrone und frischem Ingwer aromatisiert, trinken. Grüner Tee stärkt das Immunsystem und ist ein mächtiger Gegner für die schädlichen freien Radikale, die in einem von Schlafmangel geschwächten Körper leichtes Spiel haben.
  • Täglich eine Stunde an die frische Luft gehen und flott laufen. Bei jedem Wetter. Regelmäßiger  Ausdauersport hilft die Stimmung zu heben, weil dadurch die wichtigen Endorphine freigesetzt werden.
  • Nicht in Grübelorgien verfallen. Sich selbst ablenken oder ablenken lassen. Ein gutes Buch lesen. Am besten in einer Fremdsprache, sodass man sich ganz darauf konzentrieren muss.
  • Lachen. Ja, gerade an den Tagen, an denen einem überhaupt nicht zum Lachen ist, ist lautes Lachen besonders wichtig. Manche Frauen wie Barbara Rütting können das ja anscheinend ganz spontan und ausdauernd beziehungsweise haben sich die Lachmuskeln antrainiert. Ich benötige diesbezüglich noch gewisse “Lachkrücken”. Entweder telefoniere ich mit jemandem, die mich immer zum Lachen bringt oder ich greife auf Youtube zurück. Und Le petit Nicolas von René Goscinny und Jean-Jacques Sempé zeigt bei mir schon seit mehr als 30 Jahren eine stimmungshebende Wirkung.
  • Regelmäßige Saunagänge. Durch den Temperaturwechsel von heiß zu kalt werden die Gefäße trainiert, was nicht nur das Immunsystem stärkt, sondern auch hormonelle Hitzewallungen mildert. Außerdem stellt sich nach der Sauna oft eine Tiefenentspannung ein, die das Wohlbefinden und den Schlaf fördert. Nächtliche Grübelattacken adé!
  • Wenn ich nachts trotzdem mal nicht den Knopf finde, um das elende Kopfkino auszuschalten, greife ich zu Rescue-Tropfen. Die in jeder Apotheke erhältliche Bachblütenmischung habe ich für den Notfall immer auf dem Nachttisch stehen. Sicher ist sicher.
  • Morgens nicht versuchen, den in der Nacht ausgefallenen Schlaf nachzuholen. Oder sich den ganzen Tag im Bett verkriechen. Dadurch sacken der Kreislauf und die Stimmung völlig ab.
  • Bananen essen. In der krummen gelben Frucht steckt einiges an Vitamin B6, sowie Kalium und vor allem Magnesium. Also alles ganz natürliche “Stresskiller”. Das Magnesium hilft außerdem gegen die Muskelschmerzen und Verspannungen, die viele Frauen (mich eingeschlosen) in den Wechseljahren zwicken. Ich esse Bananen am liebsten zu Rohkosteis verarbeitet, gern in Kombination mit Zartbitterschoko. Schokolade macht schließlich glücklich! Und ein wenig Glück haben wir uns in dieser Lebensphase allemal verdient.
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Rohkost Schoko-Datteleis mit Mandeln

Und was sind, liebe Wechselschwestern, eure ganz natürlichen Tricks und Tipps gegen den Hormonblues? Gibt es etwas, was Euch ganz besonders hilft? Ich würde mich freuen, davon zu erfahren.

Achtung! Echte Depressionen müssen behandelt werden

Zum Schluss möchte ich jedoch noch darauf hinweisen, dass depressive Verstimmungen nicht mit einer ausgewachsenen Depression gleichzusetzen sind. Wenn die Welt nur noch grau und trostlos erscheint und anscheinend nichts mehr helfen kann, dann ist der Punkt gekommen, an dem man sich schleunigst kompetente Hilfe suchen muss! In der Situation helfen weder Johannistee noch Saunagänge. Wer klinisch depressiv ist, ist krank und sollte sich dem Krankheitsbild entsprechend behandeln lassen!

Heike Kügler-Anger

 


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